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20:57 22.12.2017

Internationale Weihnachten

Weihnachtsmänner in der muslimischen Türkei? Man begegnet ihnen dieser Tage an jeder Ecke. Die bärtigen Opas grüßen aus den Schaufenstern der Geschäfte und wandern durch Shoppingmalls. Nur: Es sind gar keine Weihnachtsmänner. „Noel Baba“ heißt die Figur, Nikolaus. Und dessen Namensgeber, der Heilige Nikolaus, stammt aus Myra, einem kleinen Ort an der türkischen Südküste unweit der heutigen Touristenmetropole Antalya. Dort soll er vor etwa 1700 Jahren als Bischof gelebt haben. Wie der Weihnachtsmann bringt auch „Noel Baba“ den Kindern Geschenke, allerdings nicht zu Weihnachten, sondern zu Silvester. Weihnachten wird in der Türkei gar nicht gefeiert. Die Weihnachtstage sind normale Arbeitstage. 1995 fand in der Türkei sogar an Heiligabend eine Parlamentswahl statt. Aber obwohl die Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdogan immer stärker muslimisch geprägt wurde, sind die Einkaufsstraßen festlich beleuchtet. Und immer häufiger begegnet man in den Einkaufszentren auch beleuchteten Tannen. Das sind allerdings keine Weihnachts-, sondern Silvesterbäume.

Quelle: imago

Einst war Weihnachten für viele Russen vor allem ein Grund zum Neid. Diese beschaulichen europäischen Städte mit ihrer Weihnachtsbeleuchtung, den niedlichen Ständen, Glühwein, Würsten. Wer das Glück hatte, all diese westlich-verlockende Weihnachtspracht im Urlaub erlebt zu haben, konnte damit angeben. Auf der anderen Seite fristete das orthodoxe Weihnachten lange ein Außenseiterdasein, im Schatten der ausgelassenen Neujahrsfeier, mit der die Kommunisten das christliche Fest einst ersetzen wollten. Wer jedoch heute durch die Innenstädte von Moskau und St. Petersburg flaniert, muss konstatieren: Russland hat längst zu den führenden Weihnachtsnationen aufgeschlossen. Wham! schallt durch die Einkaufszentren, kilometerlange LED-Girlanden, zuckersüßer Glühwein und überteuerte Souvenirs gehören mittlerweile zum Jahresende wie Putins Neujahrsansprache. Das Erfolgsgeheimnis von Weihnachten scheint darin zu liegen, dass der Einzelhandel ordentlich Kasse machen kann. Schließlich haben auch andere umsatzsteigernde Feste aus dem Westen wie Halloween und Valentinstag ihren Übergang in die russische Kultur gefunden.

Quelle: AP

Der erste Weihnachtstag ist auf jedem koreanischen Kalender rot markiert. Die Kinder haben schulfrei, die meisten Büro- und Fabrikarbeiter dürfen zu Hause bleiben. Doch besinnlich geht es in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul dennoch nicht zu. Restaurants und Einkaufszentren erleben an diesem Tag ihre größten Umsätze im Jahr. Dabei hat „Gidok-Tansili“, wie das Weihnachtsfest in Südkorea heißt, anders als in den meisten anderen ostasiatischen Ländern für viele Südkoreaner durchaus auch eine religiöse Bedeutung. Denn inzwischen bekennen sich fast 60 Prozent der südkoreanischen Bevölkerung zum Christentum. Viele von ihnen gehen am Heiligen Abend auch zur Mitternachtsmesse und besuchen am nächsten Tag ihre Verwandtschaft. Doch der Kommerz dominiert. Weihnachtsbäume stehen auch zumeist nicht in den Häusern und Wohnungen, sondern in den kitschig-bunt geschmückten Geschäften.

Quelle: picture alliance / Jeon Heon-Kyupicture alliance / Jeon Heon-Kyu