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Digital Regeln verletzt: Twitter geht gegen rund 600.000 Nutzerkonten vor
Nachrichten Digital Regeln verletzt: Twitter geht gegen rund 600.000 Nutzerkonten vor
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11:02 14.12.2018
Twitter geht massiv gegen Spam vor. Quelle: Ole Spata/dpa
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San Francisco

Twitter hat seinen „Transparency Report“ für das erste Halbjahr 2018 veröffentlicht. Erstmals geht der Kurznachrichtendienst darin nicht nur beispielsweise auf Anfragen von Regierungen oder Gerichtsbeschlüsse zur Entfernung von bestimmten Inhalten ein, sondern wirft auch einen Blick auf die Verstöße gegen die eigenen Plattformregeln.

Die meisten Meldungen, die Twitter in diesem Zusammenhang erhält, fallen in eine von sechs Kategorien. Diese sind: Missbrauch, hasserfülltes Verhalten, private Informationen, sexuelle Ausbeutung von Kindern, sensible Medien und gewalttätige Bedrohungen, wie Twitter in einem Blogpost erklärt. In den nächsten „Transparency Reports“ sollen weitere Kategorien aufgenommen werden.

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Twitter geht selbst aktiv gegen Spam vor

Insgesamt wurden 6.229.323 Accounts gemeldet, die gegen die Regeln in einer der sechs Kategorien verstoßen haben sollen. Gegen 605.794 dieser Accounts ging Twitter vor. Man ergreife nicht gegen jeden Account, der gemeldet werde, Maßnahmen, erklärt Twitter. Zum Beispiel erhalte man eine Vielzahl falscher Meldungen, die den Zweck hätten, Twitters Durchsetzungsfähigkeiten zu beeinträchtigen. Die Daten berücksichtigen zudem keine Inhalte, die von Twitters digitalen Werkzeugen automatisch entdeckt wurden.

Außerdem veröffentlichte Twitter zum ersten Mal Informationen zum Kampf des Dienstes gegen Spam und andere „Plattformmanipulatoren“ wie Bots. Insgesamt untersuchte Twitter in diesem Zusammenhang 232.453.596 Accounts. Twitter-Nutzer meldeten insgesamt rund vier Millionen Spam-Accounts. Diese Zahl nahm im Verlauf von Januar bis Juni ab – ein Erfolg der eigenen proaktiven automatischen Maßnahmen, sagt Twitter.

Meisten Anfragen aus Russland und der Türkei

Stark angestiegen sind dagegen die Anfragen zur Entfernung von Inhalten und Accounts. Dazu gehören zum Beispiel rechtliche Forderungen von Regierungen. So könne zum Beispiel eine Strafverfolgungsbehörde aus Deutschland Twitter auffordern, verbotene Inhalte wie NS-Symbole in Deutschland zu entfernen.

Die meisten staatlichen Anfragen erreichten Twitter aus Russland und der Türkei. Aus der Türkei kamen auch die meisten Anforderungen, die Accounts verifizierter Journalisten und Medienorganisationen zu sperren. Insgesamt sperrte Twitter zwei Accounts, weil sie gegen das türkische Anti-Terrorgesetz verstießen.

Von RND/dpa