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Digital Muliplayer-Erfolg: Was macht den Fortnite-Hype aus?
Nachrichten Digital Muliplayer-Erfolg: Was macht den Fortnite-Hype aus?
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16:26 12.11.2018
Die schrillen Charaktere sind Teil des „Fortnite“-Erfolgs – und mitunter in der Gamer-Community echte Statussymbole. Quelle: Epic Games
Hannover

Kevin ist explodiert. Mitleid haben muss man aber nicht. Denn Kevin war nur ein Würfel, ein virtueller dazu. Seinen großen Auftritt hatte er jüngst in dem Spiel „Fortnite“, und damit war ihm eine gewisse Aufmerksamkeit sicher. Denn „Fortnite Battle Royale“ ist ein soziales Phänomen, ein beispiellos erfolgreiches Onlinespiel, das laut offizieller Zahlen knappe 80 Millionen Menschen weltweit im Monat anzieht.

„Fortnite“: Das gratis erhältliche Multiplayerspiel

Das Besondere an „Fortnite“ ist der Erfolg. Das Besondere an Kevin ist sein Name – denn offiziell hatte der Würfel keinen. Dazu später mehr. „Fortnite“ ist ein gratis erhältliches Multiplayerspiel, verfügbar vom Smartphone über Spielkonsolen bis zum PC. In dem Titel treten Spieler als Cartoon-Figuren gegeneinander an, vor allem im Spielmodus „Battle Royale“, wo je 100 Kontrahenten auf einer Insel landen. Alles verstreut sich auf der hektischen Suche nach Waffen und Ausrüstung. Wer nicht nur schießen will, kann sich auch verbarrikadieren. Und wer zuletzt noch lebt, hat gewonnen.

Online-Game mit knallbunter Optik und schrillen Kostümen

Die Spielregeln mögen martialisch sein, aber die Optik ist knallbunt. „Fort­nite“ ist eher ein Slapstick, als ein Kriegsspiel. In Deutschland besitzt es eine USK-Altersfreigabe ab zwölf. Natürlich wollen viele Kinder früher mitspielen und natürlich sehen viele Eltern das kritisch. Sie beobachten verunsichert, wie ihre Kinder immer tiefer in die Spielwelt abtauchen. Mehrspielertitel wie „Fortnite“ haben kein Ende, sie verschlingen unendlich viel Zeit. Und sie verschlingen Geld – die Entwickler verschenken das Spiel, aber sie bieten besondere Kostüme, Tänze und Gimmicks an. Statussymbole, die Spieler kaufen und mit denen sie online vor ihren Freunden prahlen können.

Alle paar Monate wird zum Start einer sogenannten Season ein neuer „Battle-Pass“ für knapp 10 Euro angeboten. Damit können Spieler die neuen Inhalte freischalten. Die In-Game-Käufe sind ein lukratives Geschäft: Laut Marktforschungsagentur Superdata hat Spielentwickler Epic Games innerhalb des ersten Jahres nach Freischaltung des Battle-Royale-Modus allein in diesem Segment etwa eine Milliarde Dollar Umsatz gemacht.

Jede „Fortnite“-Saison bringt dramatische Änderungen

Die laufenden Veränderungen sind ein Schlüssel für den Erfolg. Das Spiel ist lebendig: Gespielt wird zwar immer nur auf einer Karte, und immer nach denselben Regeln. Aber ständig passieren geheimnisvolle Dinge auf der Insel. Und wenn eine neue Season bevorsteht, dann werden die Änderungen dramatischer. Alte Gebäude werden abgerissen, neue errichtet, und zuletzt ist nach einer Art kosmischem Gewitter ein gigantischer, lila leuchtender Würfel aufgetaucht – Kevin. Er schwebte herum, brach langsam auseinander, ehe er plötzlich verschwand. Die Veränderungen werden kaum erklärt; sie geben dem Publikum Rätsel auf. Und das kann die Beschäftigung gut gebrauchen, denn es ist praktisch ein Teil des Spiels.

Diese Spiele leben von Spielern

Minecraft:Mit über 91 Millionen monatlicher Spieler ist dieser Mix aus Survival und Lego immer noch ein Dauerbrenner. Auf einer blockigen Insel können Spieler Ressourcen sammeln, sich eine Behausung bauen und das Leben genießen. Schüler begegnen in dem Spiel einander, und sie bauen alles Mögliche. Vor allem die Videos riesiger Bauwerke vom Raumschiff Enterprise bis zum Eiffelturm sorgen online für Aufsehen.

League of Legends:2016 brach dieser elektronische Mannschaftssport den Rekord von über 100 Millionen aktiver monatlicher Spieler. „League of Legends“ ist ein komplexes Action-Taktik-Spiel, in dem zwei kleine Teams gegeneinander antreten. Wer dem Gewusel von Weitem zuschaut, versteht wenig. Aber Eingeweihte gibt es genug. Über 60 Millionen Zuschauer verfolgten die „LoL“-Weltmeisterschaft 2017.

Destiny 2:In diesem Sci-Fi-Egoshooter treten Spieler meist in kleinen Gruppen an, um große Mengen Aliens umzunieten. Ein Anziehungspunkt sind die wunderschönen Welten wie aus Prog-Rock-Plattencovern der 1970er. Ein anderer ist das gut austarierte Geballer. In sogenannten Raids kooperieren die Gruppen über viele Stunden hinweg, um schwierige Bossgegner zu erlegen und obskure Rätsel zu lösen.

„Fortnite“-Tanz „Zahnseide“ ist Berühmtheit auf Schulhöfen

Wird gerade kein „Fortnite“ gezockt, dann kann man zumindest auf dem Schulhof über die neuesten Kostüme (Skins) reden, Tanzschritte aus dem Spiel imitieren – einer davon, „Zahnseide“, hat es zu echter Berühmtheit gebracht. Das Rätselraten über den Würfel spielt hier eine Schlüsselrolle. Als die Moderatoren des beliebten Onlineforums Reddit genervt von end- und ziellosen Diskussionen über den lilafarbenen Besucher das Wort „Würfel“ sperrten, legten die Fans sich schnell auf den Namen „Kevin“ als Codewort für das verbotene Objekt fest. Und Epic Games hat verstanden, wie man die Community bei der Stange hält. Als neues Extra im Spiel wurde ein Rucksack vorgestellt, der äußerlich dem verschwundenen Würfel ähnelt. Der Rucksack heißt im Spiel „Lil‘ Kev“ – der „kleine Kevin“ ist eine offizielle Würdigung des Namens.

Erfolg von Epic Games: Spielemacher gehen auf Community ein

Das Wechselspiel zwischen Spielemachern und Publikum ist entscheidend für den Erfolg solcher Spiele. Schon früher sind Menschen in den kreativen Universen von Comic- und Buchreihen versunken. Heute aber, mit dem Internet, bilden sie mächtige Subkulturen mit eigenen Onlineforen, Fantreffen und Insiderwitzen. Spielefirmen wie Epic Games haben verstanden, dass sie aufmerksam und beweglich sein müssen, um das Publikum nicht ganz schnell wieder zu verlieren. „Fortnite“ besitzt kein Monopol auf seine Erfolgsformel. Epic Games haben einfach gerade das etwas bessere Spiel und gehen etwas besser auf ihre Community ein als manche Konkurrenten.

„Lil’ Kev“: Reaktion von Community gewürdigt

Aber auch die anderen haben gelernt. Mit im Rennen sind etwa Blizzard, die mit „Overwatch“ einen Mehrspielershooter mit über 40 Millionen Spielern verantworten. Das Herz des Egoshooters sind die bunten und witzigen Charaktere, die sich in jeder Runde aufs Neue über den Haufen schießen. Das „Overwatch“-Publikum behandelt die Helden gern wie Popstars – sie verkleiden sich als „Overwatch“-Kämpfer, sie malen Bilder, sie spinnen die Biografien in selbst geschriebenen Geschichten weiter.

Spielemacher, die gut zuhören, können damit arbeiten, können auf die Wünsche ihres Publikums eingehen; und wenn sie alles richtig machen, werden sie am Ende dafür gefeiert, dass sie einen virtuellen Rucksack „Lil’ Kev“ nennen.

Von Jan Bojaryn

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