Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Digital Facebook lässt Eltern weiterhin nicht an Konto der toten Tochter
Nachrichten Digital Facebook lässt Eltern weiterhin nicht an Konto der toten Tochter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:38 23.02.2019
Das Soziale Netzwerk verwehrt den Eltern eines verstorbenen Mädchens den Zugang zu ihrem Facebook-Profil. Quelle: imago/epd
Berlin

Im Streit um das digitale Erbe eines Mädchens hat dessen Familie nach Angaben ihres Anwalts einen Zwangsgeldbeschluss gegen Facebook erwirkt. Rechtsanwalt Christian Pfaff zufolge beläuft sich dieser auf 10 000 Euro. Die Eltern der 15-Jährigen aus Berlin hatten den Zugriff auf die Facebook-Kontoinformationen ihrer Tochter, die 2012 in einem U-Bahnhof ums Leben kam, vor dem Bundesgerichtshof (BGH) erstritten. Aus dem nun ergangenen Beschluss des Berliner Landgerichts, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, geht hervor, dass Facebook das digitale Erbe des Mädchens nicht in ausreichender Form freigegeben habe.

Facebook sei bisher nicht der Verpflichtung nachgekommen, den Eltern „Zugang zu dem vollständigen Benutzerkonto und den darin vorgehaltenen Kommunikationsinhalten“ der verstorbenen Tochter zu gewähren, heißt es darin. Das Gericht selbst äußerte sich zunächst nicht. Von Facebook hieß es, man prüfe die Entscheidung und mögliche nächste Schritte. Nach Auskunft von Anwalt Pfaff ist der Beschluss noch nicht rechtskräftig.

Facebook ist der Auffassung, dem BGH-Urteil nachgekommen zu sein: „Wir fühlen mit der Familie. Nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs haben wir der Familie die Informationen des Kontos ihrer verstorbenen Tochter übermittelt, einschließlich aller Nachrichten, Fotos und Posts“, teilte das Netzwerk mit.

Eltern wollen Hinweise auf

Nach Auskunft von Anwalt Pfaff hatten sich die Eltern erneut an ein Gericht gewandt, weil ihnen nur ein USB-Stick mit einem 14,000 Seiten langen pdf-Dokument zur Verfügung gestellt worden sei. Die Eltern wollten laut Pfaff stattdessen auf das Facebook-Profil ihrer Tochter zugreifen, um dort Hinweise zu finden, ob die 15-Jährige möglicherweise Suizid beging.

Lesen Sie hier: Digitaler Nachlass: Erben bekommen oft nur mühsam Zugang

Facebook erklärte, die Einrichtung eines „passiven Modus“, bei dem man auf Inhalte zugreifen, aber nicht darüber kommunizieren kann, sei technisch unmöglich. Im originalen, aktiven Modus verschickt ein Facebook-Profil beispielsweise auch selbsttätig Erinnerungen an Freunde.

Die Eltern der toten Jugendlichen hatten sich seit 2015 durch die Instanzen bis zum Bundesgerichtshof geklagt. Dieser hatte im Juli 2018 in einem wegweisenden Urteil klargestellt, dass auch digitale Inhalte vererbbar sind und das Nutzerkonto des Mädchens für die Eltern zugänglich gemacht werde müsse.

Facebook hatte das aktive Konto des Teenagers nach dem Hinweis eines unbekannten Nutzers über den Tod des Mädchens in einen sogenannten Gedenkzustand versetzt. Auch den Eltern war damit kein Zugang zu dem originalen Facebook-Profil mehr möglich.

Von RND/dpa

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit zwölf Jahren ist Evan Williams bei Twitter im Vorstand. Zum Monatsende will der Mitbegründer des Kurznachrichtendienstes diesen aber verlassen. Er wolle sich auf neue Projekte konzentrieren, hieß es.

23.02.2019

Seit zwölf Jahren ist Evan Williams bei Twitter im Vorstand. Zum Monatsende will der Mitbegründer des Kurznachrichtendienstes diesen aber verlassen. Er wolle sich auf neue Projekte konzentrieren, hieß es.

23.02.2019

Mit seinen spektakulären Tieraufnahmen, bei denen er Krokodil, Schlange und Koala stets auf Augenhöhe begegnete, begeistere der Australier Steve Irwin ein weltweites Publikum. Heute ehrt die Suchmaschine Google den verstorbenen „Crocodile Hunter“ mit einem Doodle zu dessen Geburtstag.

22.02.2019