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Nachrichten Digital Der gelbe Schein wird digital – was bedeutet das genau?
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15:11 25.10.2019
Abschied von einem vertrauten Formular: Der gelbe Schein verschwindet zum Jahresbeginn 2021. Quelle: imago images / blickwinkel
Hannover

Wie hoch ist eigentlich der aktuelle bürokratische Aufwand, den der Gelbe Schein verursacht?

Im jüngsten Erhebungsjahr 2017 wurden, so der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), in etwa 77 Millionen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, so der offizielle Name, ausgestellt. Wenn man bedenkt, dass die meist manuell ausgefüllt werden müssen und dass dann ein physischer Zettel zum Arbeitgeber, einer zur Krankenkasse muss – der dritte verbleibt beim Patienten für die Unterlagen – dann lässt sich erahnen, was für ein gewaltiger Aufwand hinter dem bisherigen System steckt. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) beziffert ihn folgendermaßen: "Mit dem Abrufverfahren für eine elektronische Arbeitsunfähigkeitsmeldung entlasten wir ab Jahresbeginn 2021 die Arbeitgeber um rund 550 Millionen Euro pro Jahr. Doch auch die Arbeitnehmer profitieren, denn sie sparen von da an jährlich Zeit und Mühe – geschätzt rund 19 Millionen Stunden und 77 Millionen Euro Versandkosten.“

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Und wie soll das künftig funktionieren?

Vom 1. Januar 2021 an brauchen Arbeitnehmer keine physische Krankmeldung mehr beim Arbeitgeber einzureichen oder ihm diese postalisch zukommen zu lassen. Die Daten werden künftig von den Ärzten direkt an die Krankenkassen der Arbeitgeber weitergeleitet. Die Kasse wiederum leitet die Daten dann elektronisch an den Arbeitgeber weiter. Dabei soll durch Verschlüsselung die Sicherheit der übertragenen Angaben gewährleistet werden. Und selbstverständlich erhält der Arbeitgeber auch zukünftig keine diagnostischen Daten des Patienten. Kritik am Datum der Einführung gibt es sowohl von Gewerkschaften wie auch vom Arbeitgeberverband. Beide bemängeln, dass die Beschäftigten bei der Digitalisierung des gelben Scheins nicht entlastet würden. Denn sie trügen allein das Risiko, sollte bei der elektronischen Krankmeldung etwas schiefgehen. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) sieht in der Vorziehung des ursprünglich für 2023 geplanten Gesetzes einen "Hochrisikofaktor", seien doch die Arztpraxen noch gar nicht hinreichend auf elektronischen Datenverkehr eingestellt.

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Wenn es nach der GKV geht, ja. Für die Versicherten müsse künftig – auf freiwilliger Basis – eine "rechtssichere Speicherung" der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in einer elektronischen Patientenakte möglich sein, so ein GKV-Sprecher.

Gibt es noch weitere Digitalisierungen im "Dritten Bürokratieentlastungsgesetz" der Bundesregierung?

Ja, auch die Papierform eines "Meldescheins im Beherbergungsgewerbe", wie es bürokratisch korrekt in dem Gesetzentwurf heißt, also die Anmeldungen bei Hotelaufenthalten und auf Campingplätzen, sollen ab Januar 2021 elektronisch erfolgen. "Geschätzt fallen im Jahr rund 150 Millionen Meldescheine an, was erhebliche Kosten bei der Hotellerie verursacht", heißt es zur Begründung im Gesetzentwurf. Allerdings soll dieses "digitales elektronisches Meldeverfahren" zunächst nur optional sein, so der Gesetzentwurf. Der bisherige Anmeldeprozess bleibt also parallel bestehen, was eher mehr als weniger Aufwand vermuten lässt.

Von Daniel Killy/RND

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