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Digital Brustkrebs-Video für Facebook zu anzüglich
Nachrichten Digital Brustkrebs-Video für Facebook zu anzüglich
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15:03 21.10.2016
Zu anrüchig? Mit dieser Grafik erklärt die Schwedische Krebsgesellschaft, wie sich Knoten in der Brust ertasten lassen. Das gefiel Facebook gar nicht. Quelle: Facebook
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Stockholm

Die schwedische Krebsgesellschaft hat mit einem öffentlichen Protest erreicht, dass ein Video auf seiner Facebook-Seite wieder freigeschaltet wurde. Der Film zeigt auf animierte Weise, wie Frauen ihre Brüste untersuchten sollten, um Anzeichen von Brustkrebs frühzeitig zu entdecken. Obwohl der Busen nur als runde pinkfarbene Kreise dargestellt wurde, sperrte Facebook das Video, weil es angeblich Werbung für ein Produkt für Erwachsene darstelle.

„Wir finden es unverständlich und seltsam, wie jemand medizinische Informationen anzüglich finden kann“, schimpfte Cancerfonden-Sprecherin Lena Biornstad. „Diese Information kann Leben retten, worum es bei uns geht.“ Facebook behindere die schwedische Krebsgesellschaft ihrer Darstellung nach bei der wichtigen Aufklärungsarbeit.

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Offener Brief an Facebook

Als Alternative schlägt die schwedische Organisation eckige Brustdarstellungen vor – ob das dem sozialen Netzwerk besser gefällt? Quelle: Cancerfonden

In einem offenen Brief an das soziale Netzwerk schlug die Organisation ironisch vor, die Kreise durch Vierecke zu ersetzen. „Das kann unmöglich Anstoß erregen“, hieß es in dem Brief.

Am Freitag entschuldigte sich Facebook. Der Film verstoße nicht gegen die Richtlinien und dürfe veröffentlich werden.

Facebooks rigider Umgang mit Nacktdarstellungen stößt immer wieder auf Unverständnis. Zuletzt schaltete sich die norwegische Regierungschefin Erna Solberg in einen Streit um die Löschung eines der wohl berühmtesten Fotos aller Zeiten aus dem Vietnamkrieg ein.

Wurde erst gelöscht und dann wieder freigegeben: Dieses Bild zeigt ein Mädchen, das vor einem Nahpalmangriff flieht. Historisch, aber Facebook zunächst zu anrüchig. Quelle: dpa

Auf dem Bild ist ein nacktes vietnamesisches Mädchen zu sehen, das vor einem Napalm-Angriff flieht. Facebook hatte die Entscheidung später zurückgenommen. Viele Löschungen basierten auf einem Algorithmus, hieß und würden automatisch vorgenommen.

Von RND/dpa

20.10.2016
19.10.2016