Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Aktuelles Wie viel ist bei der Karriere Zufall, wie viel Planung?
Mehr Studium & Beruf Aktuelles Wie viel ist bei der Karriere Zufall, wie viel Planung?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:14 12.08.2019
Dieter Krautwald ist Karriereberater und Coach. Foto: Nicole Teuber/dpa-tmn
Münster

Keine Zeit verlieren, nichts dem Zufall überlassen, schnell auf der Karriereleiter nach oben klettern: Ein geradliniger Aufstieg durch die Bildungs- und Führungsebenen ist oft Teil der klassischen Vorstellung von Karriere.

Doch lässt sich die Karriere immer nach den eigenen Vorstellungen meißeln? Karriere-Experten raten beim Berufsweg von rigider Planung ab. Dabei spielen Veränderungen in den Unternehmenskulturen der heutigen Arbeitswelt eine wichtige Rolle.

Linearer Karriereaufstieg immer unwahrscheinlicher

Berufstätige müssen sich bewusst machen, dass Karriere sehr unterschiedlich aufgefasst werden kann und dass der direkte Weg in die Führungsetage nicht das einzige Modell ist, sagt zum Beispiel Coach und Beraterin Stephanie Borgert.

Diese Vorstellung vom linearen Aufstieg werde immer unwahrscheinlicher, da sich auf der Seite der Unternehmen zunehmend neue Formen von Zusammenarbeit und Organisation entwickeln. Auf gemeinsame Wertschöpfung und agile Strukturen werde inzwischen mehr Wert gelegt als auf Einzelerfolge und Hierarchien. Karrierepläne seien eher als Schleifen zu denken, nicht als konstanter Aufstieg.

Für Wirtschaftspsychologin und Business-Coach Eva Schulte-Austum ist Karriere eher der Weg zu einem Ziel, weniger eine Abfolge von festen Stationen. Dieses Ziel müssen Beschäftigte dabei so konkret wie möglich formulieren: Viel Geld zu verdienen - das reiche nicht aus.

Genaue Zielsetzung das A und O

Vielmehr müsse man sich klar machen: Warum existiert das Ziel? Und welches Motiv verbirgt sich dahinter? Finanzielle Sicherheit, Selbstverwirklichung oder einfach nur die Erfüllung gesellschaftlicher Erwartungshaltungen? Sind es überhaupt die eigenen Motive, die man verfolgt? Aus dem geklärten Warum könne sich dann das Wie ergeben. Dann fällt einem der weitere Weg leichter.

"Vielen wird das Fehlen eines derartigen Ziels aber erst spät in ihrer Laufbahn bewusst", sagt Schulte-Austum. Oft passiert das, nachdem Ereignisse einen Strich durch die Karriereplanung machen: Enttäuschung über ausbleibende Erfolge oder Beförderungen, schwierige Chefs und Kollegen, Krankheit oder Entfremdung vom Arbeitsplatz, aber auch Veränderungen im familiären Umfeld wie Nachwuchs oder plötzliche Todesfälle.

Wie geht es dann weiter? Schulte-Austum versucht dann in der Arbeit mit ihren Kunden Ziele und Motive zu konkretisieren und zu stärken. Es bedarf einer tiefgehenden Selbstreflektion, da sind sich die Experten einig, um klare Ziele zu formulieren und Vertrauen in deren Gelingen zu entwickeln.

Auch Profilierung ist wichtig

Der Karriereberater Dieter Krautwald empfiehlt, sich frühzeitig an einem klaren Profil zu orientieren. Für alles offen zu sein, führe bei der Karriereplanung eher selten zum Glück.

Bei der Profilierung hilft er darum mit einer Typologie der Karrierekonzepte, die sich an individuellen Präferenzen orientiert. Während die einen klassische Karrierevorstellungen von Aufstieg, Einfluss, Macht oder Expertise bevorzugen, finden sich im spiralen oder transitorischen Karrierekonzept öfter die Wünsche jüngerer Leute nach Abwechslung, Selbstverwirklichung, Vernetzung und kurzfristigen Verweildauern wieder.

Wer sich bewusst macht, dass es verschiedene Karrieretypen gibt, der profitiert davon. Am Ende komme es darauf an, ob ein Unternehmen zu den eigenen Vorstellungen passt.

dpa

Man kann stürzen, sich verheben, muss vor Feuer flüchten oder sich aus einem sinkenden Hubschrauber befreien können. Auf hoher See dauert es, bis Hilfe eintrifft, oft Stunden - Offshore-Monteure müssen sich selbst zu helfen wissen.

05.08.2019

Vom Personal Branding spricht man, wenn sich Berufstätige selbst zur Marke machen. Dazu sollte man auf inspirierende Aspekte der eigenen Vita setzen. Das Selbstmarketing kann aber auch nach hinten losgehen.

05.08.2019

Persönliches statt Floskeln: Das ist wohl die wichtigste Regel beim Motivationsschreiben für die Uni-Bewerbung. Wer überzeugend schreibt, kann manchmal sogar fehlende Voraussetzungen ausgleichen.

05.08.2019