Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Gesundheit Kalte Jahreszeit: So sollten Sie Ihren Speiseplan ändern
Mehr Gesundheit Kalte Jahreszeit: So sollten Sie Ihren Speiseplan ändern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:53 02.09.2019
Superfood: Nüsse, in Maßen genossen, enthalten wertvolle Ballaststoffe und Fette. Eine Handvoll Nüsse täglich wird empfohlen.
Hannover

Der Regen trommelt gegen die Fensterscheiben und wir liegen eingekuschelt mit heißem Kakao auf dem Sofa. Sobald es kälter wird, spielt sich für viele Menschen das Leben in erster Linie da ab, wo es warm ist. Winterspeck und zusätzliche Pfunde gehören zu den kalten Monaten fast genauso wie der Braten zu Weihnachten. Warum wir im Herbst und Winter so gerne fettig und deftig essen, was dieser lästige Winterspeck eigentlich soll und was nun wirklich wichtig für unsere Ernährung ist, erfahren Sie hier.

Mit ausreichend Vitaminen gut durch den Winter kommen

Besonders wichtig ist es, zur kalten Jahreszeit ausreichend Vitamine aufzunehmen, um unseren Körper und unser Immunsystem zu unterstützen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft klärt auf, welche Vitamine besonders wichtig sind - und in welcher Nahrung man sie findet.

Vitamin A ist unter anderem für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig, da es Haut und Schleimhäute gesund hält. Vitamin A findet sich in tierischen Lebensmitteln wie etwa Seefisch oder Leber, aber auch in Gemüse wie Brokkoli, Paprika oder Karotten. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C kann wiederum helfen, die Anfälligkeit für Infekte zu reduzieren - es findet sich in frischem Obst und Gemüse wie etwa Äpfeln, Paprika oder Zitrusfrüchten.

Müde durch Vitamin-D-Mangel

Vitamin D ist besonders für den Knochenaufbau wichtig - ein Mangel kann für Stimmungsschwankungen und Müdigkeit verantwortlich sein. Dieses Vitamin wird von unserem Körper selbst produziert, wenn die Haut Sonnenlicht abbekommt. Unser Körper speichert das Vitamin D übrigens, also: die Sonne so oft wie möglich genießen. Über die Nahrung können wir ungefähr 20 Prozent des Vitamin-D-Bedarfes abdecken, erklärt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft - Vitamin D findet sich in Eigelb, fetthaltigem Seefisch und Speisepilzen.

Vitamin E kann Entzündungsprozesse hemmen und die Zellen schützen. Nüsse, Samen und pflanzliche Öle enthalten besonders viel Vitamin E. Ebenfalls wichtig für uns ist das Spurenelement Zink, das den Immunzellen hilft, sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Zink findet sich unter anderem in Vollkorngetreide, Fleisch, Fleisch und Eiern.

Auf diese Lebensmittel kann man sich besonders freuen

Wer sowieso gerne Nüsse ist, liegt damit im Winter genau richtig, denn sie versorgen uns mit gesunden Fettsäuren, sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen. 25 Gramm sollten davon am Tag gegessen werden - das ist etwa eine kleine Handvoll, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Ein absoluter Klassiker, der in keinem Herbst oder Winter fehlen darf: Kohlgemüse. Ob Rotkohl, Grünkohl oder Rosenkohl - dieses Gemüse schmeckt nicht nur hervorragend, sondern ist ein ausgezeichneter Lieferant von Vitamin C.

Schon die Großeltern bestanden darauf, mindestens einmal in der Woche Fisch zu essen - das sei gesund. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung stimmt dem zu und erhöht sogar: Pro Woche sollten ein bis zwei Portionen Fisch gegessen werden, da Fisch Vitamin D, Selen, Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren enthält.

Auch interessant: Vegetarismus: So reagiert unser Körper auf Fleischverzicht

Nahrungsergänzungsmittel ohne Wirkung

Studien haben belegt, dass Nahrungsergänzungsmittel - zum Beispiel in Tabletten- oder Pulverform - mit Vitamin C, Vitamin D und Zink keine vorbeugende oder heilende Wirkung haben, erklärt die Verbraucherzentrale Hessen. Ein Mangel an Vitaminen ist nicht gut für unseren Körper und unser Immunsystem ist, daher sollte man sich hier auf die Lebensmittel konzentrieren, die die wichtigen Nährstoffe enthalten und auf teure und unnötige Zusatzprodukte verzichten. Julia Seeher, Diplom-Ökotrophologin beim Bundeszentrum für Ernährung, erklärt, dass die wenigsten Menschen in Deutschland unter einem Vitamin C Mangel leiden, da sich gerade Vitamin C in vieler unserer Lebensmittel befindet.

Regionale und saisonale Produkte im Winter

Im Winter ist die Lust auf knackige Tomatensalate mit Paprika und Gurke eher gering. Der perfekte Moment, um importiertes Obst und Gemüse einmal liegen zu lassen und auf saisonale und regionale Produkte zurückzugreifen, meint auch die Diplom-Ökotrophologin. Wer sich anfangs etwa das Püree aus Pastinaken noch nicht zutraut, für den hat Seeher einen Tipp: "Pastinake und Kartoffeln einfach mischen und daraus ein Püree machen". Dann ist der Geschmack nicht ganz so kräftig und man kann sich gut daran gewöhnen.

Leckerer Wintersalat als Nährstoffbombe

Wie einfach es auch im Winter sein kann, wichtige Vitamine durch die Nahrung aufzunehmen und dabei trotzdem zu schlemmen, beweist dieses Rezept für fruchtigen Rotkohl auf Feldbettsalat mit Walnüssen aus dem Verbrauchermagazin "Kompass Ernährung" vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Für vier Personen benötigen Sie 250 Gramm Feldsalat, einen halben Rotkohl, eine Zwiebel oder Lauchzwiebel, eine Birne oder Apfel, sechs Esslöffel Naturjoghurt, zwei Esslöffel dunklen Balsamicoessig, Jodsalz mit Fluorid, Pfeffer, Kardamom, Zimt, Honig, ein Esslöffel Rapsöl für die Pfanne und acht Walnüsse ohne Schalen in Hälften.

Zuerst verliest man den Feldsalat, schneidet die Wurzeln ab, wäscht den Salat sorgfältig, lässt ihn gut abtropfen und stellt ihn an die Seite. Der Rotkohl wird geputzt und geviertelt - der Strunk und die harten Rippen werden entfernt. Anschließend wird der Kohl in etwa einen halben Zentimeter breite Streifen geschnitten. Die Zwiebel wird geschält und fein gewürfelt. Das Dressing dann aus Joghurt, Balsamicoessig, Salz, Pfeffer, Kardamom, Zimt und Honig zusammenrühren.

In einer Pfanne erhitzt man dann das Öl - die Zwiebel- und Obstwürfel werden darin glasig gedünstet, die Kohlstreifen im Anschluss kurz mitgedünstet. Die Pfanne dann vom Herd nehmen und mit dem Dressing abschmecken, wenn die Zutaten noch warm sind. In einer weiteren Pfanne werden dann die Walnusshälften ohne Fett kurz angeröstet. Zum Schluss wird der Feldsalat auf Tellern angerichtet, der Rotkohlsalat in die Mitte gegeben und mit den Walnusshälften garniert.

Das könnte Sie auch interessieren: Gemüse und Obst vom Balkon: Tipps für eine reiche Ernte

Studie: Mehr Hunger im Winter

Eine Studie der University of Exeter hat ergeben, dass Menschen im Winter das Gefühl haben, mehr essen zu müssen als zu anderen Jahreszeiten. Dabei handele es sich um eine evolutionär entwickelte Funktion des Körpers, die früher dafür sorgen sollte, dass wir im Winter nicht an Untergewicht leiden müssen. Das erklärt auch, warum wir an Weihnachten und anderen Feiertagen zur kalten Jahreszeit so gerne essen. Der Hauptautor der Studie, Andrew Higginson, erklärt, dass Vorsätze im Winter daher meistens zum Scheitern verurteilt sind. Tatsächlich sei der Drang zur Erhaltung des Körperfetts im Winter übrigens noch stärker, wenn die Nahrung in der Natur knapp ist.

Da die Menschen früher auch im Winter noch sehr viel Zeit draußen verbracht haben, war es nötig, mehr Kalorien zu sich zu nehmen, um den Energiehaushalt aufrecht zu erhalten. Heute wird längst nicht mehr so viel Zeit draußen verbracht, wenn es stürmt und schneit: Wir nehmen also Kalorien zu uns, die wir gar nicht brauchen. Herzlich Willkommen Winterspeck.

Lichtmangel kann zu Winterspeck führen

Eine Studie der University of Alberta zeigte außerdem, dass die Zellen des Unterhaut-Fettgewebes auf blaues Licht reagieren. Tatsächlich schrumpften bei verschiedenen Versuchen die Fetttröpfchen in den Zellen, nachdem sie mehrere Tage lang mit blauem Licht bestrahlt wurden und wurden weniger - der Fettgehalt der Zellen sank.

Viel Sonnenlicht kann demnach eventuell sogar zu einem Schrumpfen der Fettzellen führen, wenig Sonnenlicht - wie im Winter - zu einem vermehrten Einlagern von Fettzellen. Evolutionstechnisch seien diese Ergebnisse damit erklärbar, dass der Körper des Menschen sich früher zum Winter hin darauf eingestellt hat, mehr Fett einzulagern.

Auch lesen: Evolution: Vormenschen stillten ihren Nachwuchs ähnlich wie heutige Menschen

RND/hb

Gemüsesorten wie Gurke oder Kürbis können Bitterstoffe bilden, vor allem bei Klimaeinflüssen wie großer Hitze oder Trockenheit. Wie Sie herausfinden, ob das Gemüse in Ihrem Garten Bitterstoffe entwickelt hat, erfahren Sie hier.

02.09.2019

Eine Operation bedeutet Stress für den Körper. Steht ein Eingriff an, sollte der Patient sich darauf gut vorbereiten. Viel Bewegung und der Verzicht auf Zigaretten und Alkohol können den Heilungsprozess beschleunigen.

02.09.2019

Der Name vom Ex muss weg oder das Geweih über dem Po ist peinlich: Es gibt viele Gründe, ein Tattoo entfernen zu lassen. Die Prozedur ist schon jetzt teuer und langwierig. Doch das Entfernen könnte bald zum echten Luxus werden.

02.09.2019