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Gesundheit Frugan essen: Schmeckt das oder kann das weg?
Mehr Gesundheit Frugan essen: Schmeckt das oder kann das weg?
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17:08 29.09.2019
Früchte und Gesundes so weit das Auge reicht: Jessica Orlowicz wagte den Selbsttest und ernährte sich vier Wochen lang frugan. Das war nicht immer leicht. Quelle: Jessica Orlowicz/RND
Hannover

Gyros mit Zwiebeln und Zaziki: Das war meine letzte Mahlzeit vor meinem vierwöchigen Selbsttest als Frutarierin. Noch nie habe ich über einen längeren Zeitraum hinweg als Vegetarierin, geschweige denn als Veganerin gelebt. Da ich trotzdem wenig Fleisch esse, dachte ich: „So sehr wird es mir schon nicht fehlen.“ Schließlich sind außer Obst auch Hülsenfrüchte, Gemüse, Nüsse und Samen erlaubt. Die Auswahl ist also größer als viele annehmen.

Die dritte Woche des Selbsttests verpasst? Hier geht es zum dritten Blogeintrag.

Mit einem Körpergewicht von 57,5 Kilo endet der Selbsttest

Vier Wochen habe ich mich jetzt frugan ernährt. VIER! WOCHEN! Mit einem Körpergewicht von 57,5 Kilogramm, also dreieinhalb Kilo weniger als zu Beginn, und vielen Fragen über die sonstigen Nebeneffekte beende ich meinen Selbsttest als Frutarierin. Ich kann nämlich, wie in Woche drei berichtet, nicht von mir behaupten, ich hätte mich signifikant besser gefühlt, geschweige denn durch ein ebenmäßigeres Hautbild oder glänzenderes Haar so ausgesehen. Natürlich dankt der Magen es einem, nicht ständig über den Punkt der Sättigung hinaus zu essen. Doch tatsächlich hätte ich mit mehr körperlichen Konsequenzen gerechnet. Hängen geblieben sind vielmehr die negativen Effekte: Mein gescheiterter Versuch, Fahrrad zu fahren, die Hilflosigkeit, wenn ich bei Ausflügen versuchte, gegen meinen Hunger anzukommen, und die fehlende Konzentration.

Hängen geblieben sind vielmehr die negativen Effekte.

Was ich aus meinem Selbsttest als Frutarierin gelernt habe

Auch wenn die körperlichen Auswirkungen geringer ausfielen als gedacht, glaube ich, aus diesem Selbsttest einiges gelernt zu haben. Zum einen kann ich mir vorstellen, dass ich von nun an eher auf meine Ernährung achten werde, indem ich zum Beispiel die Chipstüte nachts im Vorratsschrank lasse und einige Produkte ersetze: Die veganen Aufstrichalternativen fürs Brot und die Linsenbolognese bleiben, und auch den Sojadrink in meinem Kaffee möchte ich nicht missen. Allerdings ist es erleichternd, bei Unternehmungen die Wahl zu haben, wenn ein Bäcker mal keine Pflanzenmilch anbietet. Zum anderen habe ich das Vorkochen meiner Mahlzeiten für mich entdeckt – selbstverständlich nicht in einem solchen Ausmaß wie während des Experiments, aber grundsätzlich. Denn obwohl all die Bioprodukte, die ich in diesem Monat gekauft habe, oft exorbitant teuer waren, habe ich nicht mehr Geld für mein Essen ausgegeben als sonst, da die „Kleinigkeiten zwischendurch“ und diverse Restaurantbesuche wegfielen. Für vier Wochen frugane Ernährung habe ich 180,15 Euro bezahlt.

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Für vier Wochen frugane Ernährung habe ich 180,15 Euro bezahlt.

Die Ernährungsumstellung: Schwieriger als erwartet

Der Fleischkonsum hat mir tatsächlich kaum gefehlt. Allerdings habe ich lange darüber nachgedacht, welches Milchprodukt ich nach meinem Selbstexperiment als Erstes essen möchte. Die Vorstellung von gebackenem Schafskäse ist noch immer verlockend, auch Peperoni mit Frischkäse oder überbackener Gemüseauflauf wären ein Traum. Letztendlich ist es ein mit Käse überbackenes Tomate-Mozzarella-Brötchen geworden. Die Geschmacksexplosion in meinem Mund ist unbeschreiblich. Doch das Glück hält nicht lange an. Ich kriege Magenschmerzen. Und trotz meines Versuchs, meinen Bauch mit Tee zu beruhigen, krümme ich mich. Da merke ich: Der Körper hat sich womöglich doch mehr an die frugane Ernährung gewöhnt als erwartet. An diesem Tag esse ich trotz meiner neu gewonnenen Freiheit keine weiteren Milchprodukte oder Fleisch. Ich gehe die Eingewöhnung jetzt langsam an.

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Von Jessica Orlowicz/RND

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