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05:16 31.07.2019
Prof. Dr. Bernhard Richter vom Freiburger Institut für Musikermedizin ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC). Quelle: Britt Schilling/Uniklinikum Freiburg/dpa-tmn
Freiburg/Köln

Wer mit anderen mündlich kommunizieren möchte, nutzt seine Stimme. Damit sie im (Berufs-)Alltag und auch über die Jahre hinweg voll und wohltönend bleibt, kann sie regelmäßig trainiert werden. Fünf Tipps:

Stimme viel und häufig nutzen

Das Wichtigste ist, seine Stimme überhaupt zu nutzen. "Heutzutage sprechen die Menschen immer weniger miteinander, sondern sie schicken sich Nachrichten via Smartphone oder PC", sagt Prof. Bernhard Richter vom Freiburger Institut für Musikermedizin. Wenn man seine Stimme wenig einsetze, müsse sich nicht wundern, wenn sie in wichtigen Situationen brüchig und matt klänge.

"Statt sich Nachrichten zu schreiben, sollten man wieder mehr miteinander reden", erklärt Richter. So könnten die Beteiligten auch besser aufeinander eingehen. Denn die Stimme sei auch immer Träger von Emotionen. Permanentes Sprechen ist allerdings auch nicht gut - das strapaziert die Stimmlippen zu stark. Wer berufsbedingt viel sprechen muss, sollte regelmäßig am Tag kurze Ruhepausen einlegen.

Immer wieder Singen und Summen

Singen hat ebenfalls eine positive Wirkung auf die Stimme. "Das Gleiche gilt für das Vor-sich-her-summen", sagt Richter. Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC). Eine mögliche Übung besteht darin, einen tiefen Ton zu summen, ihn dann stufenlos über etwa fünf Töne aufwärts und dann abwärts führen. Dies mehrmals wiederholen. Gute Nebeneffekte: Es beruhigt und hellt die Stimmung auf.

Stimme trainieren

"Die Stimme ist sehr komplex und hat mehrere Teilfunktionen", sagt die Kölner Logopädin Wiltrud Föcking. "Und je besser wir unsere Stimme kennen, desto besser können wir sie in den verschiedenen Sprechsituationen flexibel einsetzen."

Eine Übung besteht darin, einen Ton leise zu beginnen und kräftig werden zu lassen. "Wer seine Stimme modulieren möchte, kann Sirenentöne nachahmen", erklärt Föcking. Dabei lässt der Übende einen Ton wie eine Sirene im fließenden Wechsel von tief nach hoch gleiten. Indem man beim Sprechen eines gedehnten "F" zu einem "W" überleitet, bringt man seine Stimme zum Schwingen. Seine Stimme trainieren kann jeder immer wieder zwischendurch - etwa beim Duschen oder Autofahren.

Den Kiefer entspannen

Häufig ist der Kiefer beim Sprechen sehr angespannt und verhindert, dass die Stimme locker schwingen kann. "Viele haben sogar Schmerzen im Kiefer", sagt Föcking. Daher öfter mal mit den Händen den Kiefer locker nach unten ausstreichen. "Gut für die Stimme ist, sich zwischendurch immer mal wieder zu strecken, zu gähnen und dabei laut zu seufzen", sagt die Logopädin.

Genug trinken

Ausreichendes Trinken trägt dazu bei, dass die aus Schleimhaut bestehende Oberfläche der Stimmlippen feucht bleibt. Oft heißt es, dass jeder zwei bis drei Liter täglich an Flüssigkeit trinken sollte. "Eine solche Empfehlung kann nicht allgemeingültig sein", sagt René Gräber, Heilpraktiker in Preetz (Schleswig-Holstein). Er empfiehlt, täglich 15 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht zu trinken. "Diese Menge kann dann langsam auf 25 bis 30 Milliliter pro Kilo Körpergewicht gesteigert werden", so Gräber.

Gut für die Stimme sind kohlensäurearmes Wasser und Früchtetees. Schlecht für die Stimme sind starker Nikotin- und Alkoholkonsum. Generell gilt: "Wer länger als drei Wochen ununterbrochen heiser ist oder eine brüchige Stimme hat, sollte die Ursache unbedingt durch einen Facharzt abklären lassen", erklärt Richter. Eine Therapie bei einem Logopäden kann helfen, der Stimme wieder mehr Volumen zu verleihen.

dpa

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