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Garten Volkers Gartentipps: So überleben Unkrautsamen im Kompost nicht
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Volkers Gartentipps: So überleben Unkrautsamen im Kompost nicht

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14:20 15.07.2021
Das Umsetzen eines Komposthaufens ist wichtig, damit das gesamte Material besser verrottet.
Das Umsetzen eines Komposthaufens ist wichtig, damit das gesamte Material besser verrottet. Quelle: Nestor Bachmann
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Dresden

Damit Unkrautsamen im Kompost durch Heißrotte abgetötet werden, muss man den Kompost im Sommer schon mal umsetzen. So kommt das Innere, was schon gut verrottet ist, nach Außen und das Äußere nach Innen. Beim Neuaufsetzen darauf achten, dass der Kompost beschattet steht, feucht genug ist und genug nährstoffreiche Schichten enthält. Er kann auch mit einer Deckschicht aus trockenem Material z.B. belaubte Äste vom Juniriss beschattet werden. Gut zum Ansetzen einer Heißrotte eignen sich Grasschnitt, weiche Pflanzenreste und Gemüseabfälle. Beim Umsetzen kann ein kleiner Teil feiner, fertiger Kompost entnommen werden.

Auswaschen der Nährstoffe aus dem Kompost verhindern

Gartenbauingenieur und Gartenberater Volker Croy. Quelle: Dietrich Flechtner

Ein offener Kompost verliert bei Regen Nährstoffe in gelöster Form an den Boden und bei Sandboden an das Grundwasser. Aber das lässt sich durch einen Schattenbaum mit starkem Wurzelsystem verhindern. Vor allem Birke und Maulbeere eignen sich gut als Baum am Kompost, denn beide gibt es als nicht allzu hoch werdende Hängeformen. Des Weiteren haben beide ein weit ausgedehntes Wurzelnetz und reichen meist schon im ersten Jahr weit unter den Kompost, auch wenn sie einen Meter entfernt stehen. Somit werden die Nährstoffe aufgefangen und den Bäumen zugeführt, statt ins Grundwasser verloren zu gehen.

Auch Pflaumen oder Haselnüsse eignen sich dazu, aber nicht so gut, da Haselnüsse dann schwer kontrollierbar massiven Zuwachs bekommen und Pflaumen durch den Stickstoffanteil meist noch stärker als üblich verlausen und auch schlecht in den Winter kommen.

Als Begleitstauden von Kompost kommen vor allem Stielgemüse wie Rhabarber und Stielmangold, sowie Meerrettich in Frage. Alternativ kann natürlich auch auf einer festen, verdichteten Bodenplatte kompostiert und das „Kompostwasser“ aufgefangen werden. Das ist ein sehr guter Dünger.

Auch der Einbau 25 cm von Holz- oder Rindenfasern (Torfersatz, keine Hackschnitzel oder Mulch) ermöglicht das Auffangen des Kompostwassers und nachträgliches Verwenden des nährstoffgetränkten Materials für Düngezwecke.

Unkräuter beim Jäten liegenlassen

Beim Jäten können kleine Unkräuter ohne Samen zwischen den Pflanzen zum Vertrocknen liegenbleiben. Sie verrotten schnell und die frei werdenden Nährstoffe kommen den Kulturpflanzen zugute. Bei Wurzelunkräutern sollten die Wurzeln dabei locker und luftig liegen, um mit einzutrocknen. Ist das auf Grund des Wetters nicht möglich, sollten sie separat auf einer sonnenexponierten Stelle getrocknet und somit getötet werden.

Glühwürmchen anlocken

Glühwürmchen sind eine Pracht in jedem Garten. Sie fliegen hauptsächlich in der letzten Juniwoche. Wer für die Käfer mit verrottendem Holz ein schönes Zuhause baut - egal ob Totholzhaufen oder einem rottenden Stamm in einer ruhigen Gartenecke - und dazu noch schön langes Gras in der Nähe stehen lässt, der kann auf eine Ansiedelung hoffen.

Dazu muss aber auch die Lichtverschmutzung so gering wie möglich gehalten werden. Solar-Spots, Lichtspiele und Gartenbeleuchtung in der Nacht verhindern Glühwürmchen, da sie sich meist dunkle Bereiche suchen, da die Männchen es nicht schaffen mit ihrem Licht gegen das Künstliche Licht zu konkurrieren.

Glühwürmchen sind hohe Gartenkunst für den gepflegten Naturgarten. Wer Rasenmähroboter oder auch alle Arten von Rotormähern nutzt, wird keine Glühwürmchen bekommen. Glühwürmchen sind nicht nur schön, ihre Larven fressen auch ausschließlich Schnecken. Wer Glühwürmchen im Garten hat, hat eine weitaus geringere Schneckenbelastung.

Glühwürmchen. Quelle: Fotolia (Archivfoto)

Alle Kohlarten auf Raupen untersuchen

Jetzt ist es wichtig, sämtliche Kohlarten nach Raupen abzusuchen. Denn wer jetzt den Nachwuchs des Kohlweißlings nicht entfernt, muss mit schnell stärker werdendem Schaden rechnen. Je größer die Raupen werden, umso mehr Schaden richten sie an.

Blumenkohl gut mit Nährstoffen versorgen

Wer Blumenkohl im Garten anbaut, sollte diesen jetzt gut mit Nährstoffen versorgen. Dafür am besten mit fertigem Kompost mulchen oder mit einer zwei Zentimeter dicken Schicht frischem Kompost. Die frei werdenden Nährstoffe fördern das Wachstum stark.

Frühmöhren säen

Jetzt lassen sich noch Möhren mit kurzer Entwicklungszeit säen. Sie erreichen meist noch im Oktober den Vollertrag.

Bohnenwurzeln nicht entfernen

Abgeerntete Bohnen und Erbsen nicht aus dem Boden reißen, sondern oberirdisch abschneiden. Die Wurzeln verbleiben als stickstoffreiche Humusquelle für die Nachkultur im Boden. Bei Aussaat wird dazwischen gesät, dazu die Erde nur leicht aufgekratzt und dann das Saatgut mit reifem Kompost überdeckt. Vollertrag bei Buschbohnen in bei der zweiten Kultur kann nur bei Aussaat bis 20. Juli erzielt werden, je später ausgesät wird, desto mehr nimmt die Ernte ab.

Etiketten an Bäumen prüfen und umhängen

Etiketten an Bäumen sollte man nicht aus dem Blick verlieren. Denn durch das Dickenwachstum können sie sonst einschnüren und die Jungbäume im schlimmsten Fall erwürgen. Besser ist es, einen Plan vom Garten mit den Gehölzen und ihren Bezeichnungen zu machen.

Jakobskreuzkraut entfernen

Das Jakobskreuzkraut ist eine gelb blühende Giftpflanze, die vor allem für Nutztiere gefährlich ist. Selbst im Heu kann es noch die Haustiere töten. Auch wenn es sich aus der Wurzel ausbreiten kann, wird es meist über den Wind verbreitet. Deswegen müssen jetzt alle Pflanzen ausgestochen oder wenigstens abgeschnitten werden, damit das Kraut nicht aussamt und sich so weiter verbreitet. Bei einem Befall in der Wiese beginnt es meist an einem Punkt und streut dann von dort mit der Windrichtung. Deswegen muss die Ausgangspflanze gefunden und beseitigt werden. Jetzt bei der Blüte sind Herbizide zu spät, denn sie würden nur zu einer Notreife der Samen führen, aber den Samenflug nicht verhindern.

Von Volker Croy