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Volker Croys Gartentipps: Wie man erkennt, wann Äpfel reif sind

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14:35 09.09.2021
Rote Bäckchen allein reichen als Indiz für einen reifen Apfel nicht.
Rote Bäckchen allein reichen als Indiz für einen reifen Apfel nicht. Quelle: Catrin Steinbach
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Dresden

Viele schauen, wenn die Erntezeit für die Äpfel beginnt, nach der Farbe der Früchte. Aber nicht selten trügt da der Schein. Um zu schauen, ob die Äpfel schon erntereif sind (Achtung Erntereife und Verzehrreife liegt bei einigen Sorten auseinander), muss geschaut werden, ob sie sich leicht vom Baum lösen lassen. Gut geeignet ist die Kipp-Probe, bei der die Frucht um 90° nach oben gekippt wird. Wenn sie sich dabei löst, ist der Apfel erntereif.

Wer nach der Färbung schaut, hat es weit schwerer. Denn es gibt die Deckfarbe – z.B. rot oder gelb – und die Grundfarbe. Die ist meist grün, in der Erntephase färbt sie sich dann gelblich. Es muss immer auf die Grundfarbe geachtet werden und nicht auf die Deckfarbe, denn oft ist die Deckfarbe schon stark ausgeprägt, während die Grundfarbe noch grün ist.

Mit anderen Worten: Wenn ein Apfel rote Bäckchen hat, ist er nicht zwingend reif. Ohne ausreichende Übung kann man die richtige Färbung schwer einschätzen. Da ist die Kipp-Probe weit einfacher.

Birnenknospenstecher abschütteln

Der Birnenknospenstecher macht oft an Birnen Schaden, indem er die Knospen ansticht, so dass dann Blüten und Früchte abfallen. Jetzt im September hat der Käfer eine seiner zwei aktiven Phasen. Es sollte nun ein Laken, eine Plane oder feinmaschiges Insektenschutznetz unter dem Birnbaum ausgebreitet und dieser geschüttelt werden.

Bei großen Bäumen rüttelt man von unten mit Stangen an den Ästen, wenn der Stamm sich nicht schütteln lässt. Die kleinen bräunlichen Käfer befinden sich gerade auf den Bäumen zur Paarung und Eiablage. Sie sind jetzt eher flugfaul und fallen somit zu Boden. Die Käfer auf dem Tuch müssen gesammelt und abgetötet werden. Sie lassen sich leicht zusammenschütteln.

Goldrute ausbrechen

Die abgeblühten Blütenstände der Gewöhnlichen Goldrute müssen vor dem Aussamen abgebrochen bzw. abgeschnitten werden. Wenn man das nicht macht, kann sich diese invasive Pflanze in der freien Natur verbreiten. Im Garten kann man die Pflanzen, die vielen Bienen Nektar bieten, durch kontrollierten Anbau im Zaum halten.

Goldrute. In diesem Fall handelt es sich nicht um die wild wachsende und sich überall ausbreitende Gewöhnliche Goldrute, sondern um die Zuchtsorte Solidago sphaerocelata Goldenes Vlies. Sie wird bis zu 50 cm hoch und samt nicht aus. Quelle: Catrin Steinbach

Mangold und andere Spätaussaaten aussäen

Die Temperatur sinkt, späte Aussaaten wachsen nur langsam an. Um das Keimen und Wachstum zu beschleunigen, ist es gut, den Boden mit Vlies oder durchsichtiger Folie abzudecken. Bei Vlies sind die Zuwächse geringer als bei Folie, dafür hat man aber weniger Probleme mit einem eventuellen Pilzbefall.

Bei einer Abdeckung mit Folie müssen Sie am besten täglich lüften, um Pilzbefall wie z.B. Grauschimmel zu vermeiden. Folie hält dafür mehr Wasser im Boden, aber den Regen fern.

Am besten ist ein kleiner Folientunnel, der schön viel Wärme speichert. Wenn Sie nicht oft in den Garten kommen, ist ein Vlies besser, da die Pflanzen darunter bleiben können und der Regen das Gießen übernimmt.

Laub liegenlassen

Das erste Herbstlaub fällt. Lassen Sie es einfach liegen oder verteilen es zwischen den Stauden. Dort werden viele nützliche Insekten und andere Tiere überwintern.

Für den Igel sollte in einer windgeschützten Ecke ein Laubhaufen angelegt werden. Beobachten Sie das Laub im Garten, oft wird es ohne Ihr Zutun an einer Stelle abgelegt, die passt. Sofern es nicht zu nass ist.

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Laub für Kübelpflanzen sammeln

Bei winterharten Kübelpflanzen (z.B. Nadelgehölze, Formschnittgehölze, Zwergobst, Balkonobst) ist im Winter nicht so sehr die Gefahr, dass sie erfrieren, sondern eher dass sie vertrocknen. Vor allem immergrüne Pflanzen neigen sehr dazu. Im Kübel erstarrt durch den Frost alles Wasser. Wenn die Pflanze durch Sonne und Wind weiter Wasser verdunstet, aber keines aus dem Kübel nachziehen kann, weil dieser gefroren ist, wird sie vertrocknen und sterben.

Bei laubabwerfenden Gehölzen fällt das erst im Frühjahr auf. Deswegen jetzt beginnen, Laub zu sammeln. Wenn dann der Winter vor der Tür steht, werden die Kübel mit einer 10 bis 20 cm dicken Schicht Laub abgedeckt und ummantelt. Dazu umwickelt man den Kübel mit Jute und stopft dann Laub dazwischen. Das Laub isoliert und verhindert das Auskühlen, beim Rotten setzt es Wärme frei.

Unkräuter bekämpfen

Durch die warmen Tage wächst alles schneller. Entfernen Sie jetzt unerwünschte Pflanzen wie Oxalklee, bevor diese die Samen fallen lassen können. Sonst sprießt nächstes Frühjahr das Unkraut üppig, bevor die Kulturpflanzen starten.

Lebkuchenbaum pflanzen

Jetzt ist eine gute Zeit, den Lebkuchenbaum (Cercidiphyllum japonicum) zu pflanzen. Diese sonst eher unscheinbar aussehende Pflanze hat einen unglaublich tollen Herbsteffekt. Wenn das Laub zu Boden fällt und die Blätter dort von gelb zu braun wechseln, riechen sie süßlich nach Lebkuchen. So wird der Garten sozusagen „ausgeduftet“.

Am besten setzt man den sonst eher unscheinbaren Strauch in eine Ecke oder setzt ihn als Hecke wie Liguster. Im Herbst bereichert er dann für zwei bis vier Wochen den Garten mit seinem Duft.

Bei Hornissen und Wespen Ruhe bewahren

Volker Croy ist Gartenbauingenieur, Fachberater beim Stadtverband der Gartenfreunde Dresden und bei den Gemeinschaftsgärtnern. Quelle: Dietrich Flechtner

Es tauchen immer mal wieder Wespen oder Hornissennester im Garten auf. Beide Arten gehören zu den Nützlingen, da sie Schadinsekten wie Weiße Fliege, Läuse und sogar Raupen jagen. Hornissen sind wenig aggressiv und bauen ihr Nest jedes Jahr woanders.

Da sie unter Naturschutz stehen und zu den nützlichsten Insekten zur Insektenabwehr gehören, sollte das Nest gemieden werden, beim Vorbeigehen lässt man einen Sicherheitsabstand.

Bei Wespen ist die Gefahr eines Stiches zwar größer. Aber wer vorsichtig ist, kann Wespennester im Garten belassen. Erdwespennester am besten mit einem Stock und Absperrband markieren.

Erdwespen sind meist friedlich. Sie werden nur aggressiv, wenn sie mit dem Rasenmäher oder anderen motorisierten Gerätschaften gestört werden oder wenn der Bau angegriffen wird.

Bei anderen Wespen ist erst einmal zu prüfen, ob es wirklich gewöhnliche Wespen sind. Denn wenn sie größer als gewöhnlich oder anders gefärbt sind, kann es sein, dass es eine seltene, schützenswerte Art ist, die dem Umweltamt gemeldet werden sollte. In manch einem Kleingarten wurden schon vom Aussterben bedrohte oder als ausgestorben geglaubte Arten gefunden.

Stauden dicht pflanzen, um Unkräuter zu unterdrücken

Steinflächen sind immer schwer von Unkräutern freizuhalten. Vor allem bei Steingärten kann das ein Problem werden, dem man nur mit Jäten beikommt. Wenn Unkräuter versamen, wird es noch schwerer, sie zu entfernen, weil die Steine ein gutes Mikroklima bieten. Deswegen immer konsequent mit dem Jäten hinterher sein. Langfristig nur kleine, pflegbare Steinflächen anlegen.

Weit bessere Unkrautunterdrückung bieten Rindenmulch und eine dichte Bepflanzung mit Stauden. Letztere ist eine Möglichkeit, sämtliche unerwünschten Kräuter (Unkräuter), auch Giersch und Schachtelhalm (wenn die Stauden groß genug sind), zu unterdrücken. Man pflanzt verschiedene Blühstauden und Blattstauden so dicht wie in der Natur, dass keine Lücken zwischen ihnen sind.

Dazu eignen sich neben Habichtskraut, auch Hosta, Minze, Kaskadenthymian, Farne, Sonnenhut, Große Fetthenne, Geranium (v.a. ‚Ingwesen’, ’White Ness’ u.ä. wintergrüne Formen), Guter Heinrich und viele mehr. Die Stauden sollten nur kein Licht auf den Boden lassen. Gut lassen sich niedrige Bodendeckerstauden mit höheren Prunkstauden kombinieren.

Viele Unkräuter sind Lichtkeimer und wenn kein Licht auf den Boden kommt, keimen sie nicht. Nur wenige größere Unkräuter müssen ab und an gejätet oder unter den Blattflor eingekürzt werden. Wer wenig Arbeit in den Beeten haben möchte und auch noch gern etwas für die Natur tut (viele Tiere verstecken sich darin, schneckenfressende Käfer werden sich darin ansiedeln), der sollte eine dichte Staudenpflanzung gegenüber den anderen Methoden bevorzugen.

Magerwiesen und Fettwiesen als solche belassen

Es gibt immer wieder Versuche, für Wildbienen und Schmetterlinge Magerwiesen anzulegen. Aber das ist auf städtischen Flächen nahezu unmöglich. Denn die Böden müssen auf Phosphor abgemagert werden. Dazu wird Sand, Kies und anderes in den Boden eingemischt. Aber das ist wenig sinnvoll, wenn nicht über mehrere Jahre die Mahd entfernt wird ohne nachzudüngen.

Gut eignen sich für Magerwiesenmischungen schlecht bewirtschaftete „Rasen“. Also solche wo Sedum, Moos und Lücken das Gras dominieren. Diese entstehen durch regelmäßige Mahd ohne Nachdüngen.

Wer aber aus einer gut gedüngten Fläche einen Magerrasen machen will, hat viel Aufwand und benötigt mehrere Jahre, trotz Nachsanden und allem. Besser ist es, die Wiese als Fettwiese zu belassen, denn auch für diese gibt es viele schöne Blumen und viele Insekten die diese benötigen. Saatgut gibt es für diese und andere Formen z.B. Trockenrasen, Verkehrssaum bei verschiedenen Saatgutherstellern für „gebietsechtes Saatgut“.

Achten Sie auf diese Bezeichnung, um nicht mit Zierpflanzensaatgut ohne Mehrwert für die Natur abgespeist zu werden. Sollte es kein passendes Saatgut zu diesem Gebiet geben (Karte der Hersteller), dann nehmen Sie am besten Samen aus angrenzenden Gebieten, um die Biodiversität möglichst zu erhalten.

Kermesbeere entdecken

Kermesbeere. Quelle: privat

Die Aufrechte Kermesbeere (Phytolacca acinosa) ist eine Staude, die oft durch Vögel, die die Beeren fressen, breitgetragen wird. Die Teile der Pflanze sind – wie Rhabarber – nur gering giftig. Die jungen Blätter können in kleinen Mengen als Salat gegessen werden.

Gleiches gilt für die reifen Früchte. Diese haben ein rauchiges Kakao-Aroma, aber leider viele Kerne.

Die Kermesbeere ist eine schöne Staude. Sowohl Blüten als auch Früchte sind sehr dekorativ. Pflanzen, die sich etabliert haben, bleiben dauerhaft an der Stelle stehen. Wer sie da nicht haben möchte, muss sie mit einem Spaten ausstechen.

Achten Sie aber darauf, die essbare Kermesbeere nicht mit der giftigen zu verwechseln. Die Unterscheidung ist allerdings einfach und wird schon durch den Namen beschrieben. Essbar ist die Aufrechte Kermesbeere (Phytolacca acinosa). Sie hat aufrecht stehende Blüten- und Fruchtstände. Giftig ist die Amerikanische Kermesbeere (Phytolacca americana). Sie hat hängende Blüten- und Fruchtstände.

Von Volker Croy