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Volker Croys Gartentipps: Was für und was gegen eine Herbstpflanzung spricht

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14:12 14.10.2021
Bei jungen Bäume und frisch (um-)gepflanzten Gehölzen muss man auch im Herbst und Winter gießen.
Bei jungen Bäume und frisch (um-)gepflanzten Gehölzen muss man auch im Herbst und Winter gießen. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Im Herbst ist die Luft kühler und nimmt so weniger Wasser auf. Das heißt, dass Pflanzen nicht so viel Wasser durch Verdunstung über Äste und Blätter verlieren. Außerdem ist der Boden noch vom Sommer her warm, so dass umgesetzte Pflanzen gut am neuen Standort einwurzeln können.

Deswegen wachsen im Herbst gepflanzte Bäume sicherer als im Frühling an – wenn sie gut gegossen werden. Optimal für eine Pflanzung ist der Oktober. Ein Pflanzschnitt ist dennoch wichtig. Auch muss im Dezember und Anfang Januar nochmals gegossen werden, da der junge Baum kaum Reserven hat und die Sandböden kaum Wasser halten.

Sollte im Garten kein Wasser mehr sein (z.B. Brunnenpumpe aus, Wasserfässer ausgeleert, Weg von Wohnung zu Garten zu weit), ist es besser, mit der Pflanzung bis zum Frühjahr zu warten.

Gehölze fortlaufend mit Wasser versorgen

Auch jetzt sollte man nicht vergessen, Bäume und Sträucher – vor allem Nadelgehölze und immergrüne Gehölze – fortlaufend mit Wasser zu versorgen. Denn gegenwärtig ist es zu trocken. Mit Hilfe eines Regenmessers im Garten kann man Niederschlagsmengen besser einschätzen lernen. Bei weniger als 10 Liter / m² pro trüber Woche (bei Sonne und Wind sollte es bei den Niederschlägen mehr sein) muss zusätzlich gewässert werden. Vor allem Sandböden trocknen schnell bis in die Tiefe aus.

Bei Gehölzen neue Spitzentriebe erziehen

Beschädigte oder verkümmerte Spitzentriebe können bei kleinen Bäumen durch einen aufgerichteten Seitentrieb ersetzt werden. Nach ein paar Jahren ist der Unterschied dann verwachsen. Das funktioniert auch bei Nadelbäumen.

Früchte der Zierphysalis ernten

Die Früchte der Zierphysalis sind eine schöne Herbstdeko. Sie werden dann geerntet, wenn sie voll Farbe zeigen. Ein Nachteil der Pflanzen ist, dass sie Ausläufer bilden. Gegen diese muss man eine 30 bis 40 cm tiefe Wurzelsperre setzen, denn unter flachen Begrenzungen wie Stahlkante oder Rasenbord würde die Zierphysalis durchwachsen.

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Hagebutten naschen

Hagebutten sind reif, wenn sie weich sind. Dann lassen sie sich leicht vom Strauch pflücken. Wer vorsichtig (mit etwas Übung) die Früchte am Stielende zusammendrückt, kann das Fruchtfleisch ohne die Kerne herausdrücken und direkt essen. Es gibt keine Vitamin-C-reichere Frucht in unserer Hemisphäre. Das säuerlich-aromatische Fruchtfleisch ist eine schöne Nascherei im Herbst. Da Hagebutten meist Sämlinge sind, sind auch die Geschmacksrichtungen der Früchte unterschiedlicher Sträucher verschieden.

Mahonienfrüchte ernten

Diese sind aromatisch und ein leckerer Zusatz für Marmeladen und Gelees. Vor allem Birnen eignen sich als Grundfrüchte, da sie außer Zucker wenig Geschmack mitbringen. Sie können – mit säuerlichen, aromatischen Früchten ergänzt – wundervolle Marmeladen ergeben. Mahonienfrüchte kann man auch getrocknet ernten, aber durch den großen Kern sind sie kaum verwertbar.

Empfindliche Pflanzen mit Reisig abdecken

Gartenbauingenieur Volker Croy ist Kleingartenfachberater in Dresden und berät dort auch die Gemeinschaftsgärtner. Quelle: Dietrich Flechtner

Bei empfindlichen Kulturen wie Mittelmeer-Kräutern, Steingartenpflanzen, Mauerpflanzen oder mancher Zierpflanzen empfiehlt es sich, diese jetzt mit Reisig abzudecken.

Dabei geht es nicht darum, die oberirdischen Teile vorm Erfrieren zu schützen. Das Reisig dient als Windschutz. Denn oft haben diese Pflanzen wenig Wasserreserven und nur flache Wurzeln. Wenn es im Winter trocken und windig ist, trocknen sie aus und wenn der Boden gefroren ist, kommt auch kein Gießwasser an die Wurzeln.

Um das Austrocknen zu verhindern, wird mit Reisig abgedeckt. Der Windschutz schützt also nicht primär vor der Kälte, sondern vor dem Verdunsten. Vor allem Thymian und Rosmarin sollten gut mit Reisig abgedeckt werden, weil sie oft auswintern – also über den Winter vertrocknen.

Vertrocknete Pflanzenteile über den Winter liegenlassen

In der Natur packt niemand empfindliche Pflanzen ein. Wie schaffen sie es trotzdem durch den Winter? Sie verlieren ihr Laub oder sammeln das Laub anderer Bäume mit ihren Ästen. Dieses schützt sie vor Kälte und Austrocknung.

Im Garten kann dieses natürliche Verhalten übernommen werden. Wenn die Blätter liegen bleiben, werden empfindliche Wurzelhälse und auch die Wurzeln gut geschützt, ohne dass groß nachgeholfen werden muss. Dieser Schutz ist auch gut für Insekten, wie Marienkäfer, die sich darin verstecken und überwintern.

Gewächshausfrüchte ernten

Auch wenn es in nächster Zeit erst mal keinen Frost gibt, wird es an Pflanzen im Gewächshaus keinen Zuwachs mehr geben. Zudem werden die Pflanzen jetzt schnell krank. Deswegen sollten jetzt alle Früchte geerntet werden. Wenn man einen reifen Apfel zwischen grüne Tomaten und Paprika legt, reifen diese Früchte gut nach, allerdings setzen sie nicht mehr viel Zucker an.

Äpfel lagern

Wie erkenne ich, ob ein Apfel lange hält oder nicht? Wer die Sorte kennt, kann nachschlagen. Ist die Sorte unbekannt, lässt sich über die Pflückreife die Lagerdauer bestimmen. Je später der Apfel gut zu pflücken ist, desto länger ist er haltbar. Besonders gut haltbare Lagersorten wie der Winterglockenapfel, der Ontario oder Boskoop lösen selbst jetzt noch teilweise schlecht vom Baum. Die Lagersorten sollten auch am Baum reifen, dann sind sie verträglicher, als wenn sie früh geerntet werden.

Kohlrabi einschlagen

Bevor starke Fröste kommen, kann der Kohlrabi geerntet werden. Die Strünke werden kurz (2-3 cm) unter der Knolle abgeschnitten und oben werden die Blätter entfernt. Nur die zarten Herzblätter lässt man dran.

Die Knollen werden dann im Keller in feuchtem Sand eingeschlagen und lassen sich so noch einige Wochen lagern. Wer sie im Garten einschlägt, sollte den Einschlag gegen Wühlmäuse sichern. Die Kohlrabi-Blätter können wie übrigens wie Ewiger Kohl als Salat verwendet werden.

Kapuzinerkresse. Quelle: Pixabay (Archiv)

Knospen und Früchte der Kapuzinerkresse ernten

Kapuzinerkresse ist sehr frostempfindlich. Wenn wieder Frost droht, sollten vorher noch die Knospen und Früchte geerntet werden. Denn diese kann man eingelegt wie Pfeffer verwenden. Es können auch größere Pflanzenteile abgeschnitten und an einem hellen Fenster in ein Wasserglas gestellt werden. Dort wurzeln sie oder bleiben einige Zeit erhalten, so dass ihre Blätter weiter geerntet werden können. Als Steckling im Wasserglas können sie sogar überwintern.

Walnüsse fortlaufend ernten und trocknen

Dafür müssen die dunklen Fruchtfleischreste mit einer Bürste entfernt werden, weil sie sonst leicht schimmeln. Wenn das der Fall ist, werden die Nüsse ungenießbar.

Die fleischige Fruchthülle der Walnüsse springt bei der Reife auf und gibt die eigentliche Nuss frei. Quelle: Dietmar Schäfer (Archiv)

Von Volker Croy