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Volker Croys Gartentipps: So kann man Tomaten vor Braunfäule schützen

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16:24 10.07.2021
Beim Tomatenanbau im Garten kann man vorbeugend etwas tun, damit Braunfäule nicht die Ernte schmälert oder ganz zunichte macht.
Beim Tomatenanbau im Garten kann man vorbeugend etwas tun, damit Braunfäule nicht die Ernte schmälert oder ganz zunichte macht. Quelle: Volkmar Heinz/Archiv
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Dresden

Die Braunfäule (Phytophthora infestans) beginnt sich ab Mitte Juli auszubreiten, da dann der Boden warm genug ist. Man kann Vorbereitungen gegen diesen Schadpilz an Kartoffeln und Tomaten treffen.

Der Pilz ist an sich nicht allzu mobil. Die Sporen können sich zwar eigenständig bewegen, aber nur wenige Millimeter pro Woche. Die Gefahr geht von Spritzwasser aus, da mit diesem nicht nur Schlammspritzer, sondern auch die Schadpilze auf die Pflanzen kommen.

Ein Dach hilft, die Tomaten vor Regen und somit vor Spritzwasser zu schützen. Auch eine Schicht aus lockerem, schnell abtrocknenden Mulch hilft, den Befall an Tomaten und Kartoffeln zu reduzieren - die Sporen bewegen sich im Wasserfilm und sterben bei Austrocknung.

Tomatenpflanzen vor Spritzwasser schützen

Beim Gießen darauf achten, dass keine Wasserspritzer an die Pflanze kommen. Wer keine Braunfäule hat und sich keine einschleppt, hat all diese Probleme nicht. Oft kommt sie mit verseuchter Erde oder zugekauften Pflanzen oder Knollen in den Garten. Die Braunfäule ist an Kartoffeln dafür verantwortlich, dass die Blätter schon im August gelb werden und absterben, ohne Braunfäule würden sie bis zum Frost stehen bleiben.

Geiztriebe bei Tomaten laufend ausbrechen

Gartenexperte Volker Croy. Quelle: Dietrich Flechtner (Archiv)

Tomatenpflanzen bringen in den Blattachseln Seitentriebe, so genannte Geiztriebe. Wer diese entfernt, hat mehr Ertrag. Der Unterschied beträgt meist zwei Rispen. Denn die Pflanzen, die nicht ausgegeizt werden, stecken mehr Kraft in die Entwicklung von Trieben und Blättern.

Zudem hat Ausgeizen noch eine andere Wirkung: Ausgegeizte Pflanzen wachsen schneller nach oben und somit vom Boden und der Braunfäule weg. Werden jetzt noch untere Blätter und Fruchtstände entfernt, hat der Pilz es nicht so leicht, auf die Pflanzen zu gelangen, da er sich am Stiel weit langsamer ausbreitet, als auf Blättern oder Früchten.

Seitentriebe von Gewächshausgurken und -paprika begrenzen

Je weiter die Früchte vom Haupttrieb entfernt wachsen, desto schlechter werden sie von der Wurzel versorgt, sind oft kleiner und krummer. Auch wird bei zunehmenden Seitentrieben die Pflanze dichter, unübersichtlicher und anfälliger für Schadpilze.

Deswegen werden Seitentriebe nach der ersten oder zweiten Frucht und dem zugehörigen Blatt am Seitentrieb gekappt. Dadurch erreichen sie schneller den oberen Spanndraht, über den sie übergeführt werden müssen.

Dafür gibt es spezielle Hilfen, damit die Triebe nicht knicken. Ein um den Spanndraht gewickeltes Tuch tut es aber auch. Bei Paprika ist es mit der Versorgung ähnlich, aber da sie nicht über den Spanndraht geführt werden können, weil sie brechen, werden zwei oder drei Grundtriebe aus der ersten Verzweigung aufgebaut und erst die Seitentriebe von diesen auf ein oder zwei Früchte reduziert.

Mehltau bei Schwarzwurzel bekämpfen

Wenn es feucht ist, neigen Schwarzwurzeln zu Mehltau. Die Blätter sollten kontrolliert und leichter Mehltaubelag regelmäßig mit einem Tuch abgerieben werden. Stark befallene Blätter müssen entfernt werden, da Mehltau den Zuwachs der Wurzeln stark reduziert. Auf die Blätter gespritztes oder gegossenes Kalkwasser (2-5 % Kalk, Rest Wasser) ist auch effektiv gegen echten Mehltau.

Schwarzwurzeln gut mit Nährstoffen versorgen

Die Schwarzwurzel ist ein Starkzehrer und benötigt viel Humus oder schwere Böden. Im Sandboden wächst sie ohne ausreichende Kompost-Düngung eher langsam und bleibt dünn. Für dicke Wurzeln kann sie aber auch zweijährig kultiviert werden.

Dill im lehmigen Boden ziehen

Dill bevorzugt schwere, lehmige Böden und keimt und wächst im Sandboden nur schlecht. Wer Dill im Sand kultivieren will, braucht vorgezogene Jungpflanzen und viel Zeit, oder einen kleinen Holzrahmen, der zum Boden offen und mit 5-10 cm Lehm gefüllt ist. Lehm ist hauptsächlich für die Keimung und Jugendphase wichtig. Der Boden ist ausreichend lehmig, wenn sich eine bleistiftdicke Wurst aus dem Boden formen lässt.

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Rosen nach der Blüte schneiden

Der Rosenschnitt sorgt für einen schnelleren zweiten Blütenflor. Da Rosen durch Veredelung und nicht über Samen vermehrt werden und die meisten Hagebutten der Edelrosen hart bleiben, sollten die verblühten Blüten schnell entfernt werden, damit sie nicht viel Kraft kosten. Dafür sollte aber wirklich nur der Blütenstand entfernt werden. Jedes mit entfernte Blatt kostet die Rose Kraft und sorgt für geringeren Wuchs.

Ritterspornblüten zurückschneiden

Typische Staudenblumen wie Rittersporn, Trollblume und Feinstrahl um zwei Drittel zurückschneiden oder den Blütenstand ganz entfernen, wenn genug Blätter an der Pflanze verbleiben, damit es schnell einen zweiten Blütenflor gibt. Nur für die Samenentnahme sollten einige wenige Blüten stehengelassen werden, da Samen vom zweiten Blütenflor meist kleiner und schwächer sind. Wer Staudensamen entnimmt, kann diese zur Samenreife direkt wieder aussäen oder bis zum Oktober oder März damit warten, je nachdem wie die eigenen Lagerkapazitäten sind und wie halbschattige Anzuchtbeete frei sind.

Von Volker Croy