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Volker Croys Gartentipps: Nachtkerzen sind in der Küche vielseitig verwendbar

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10:56 29.07.2021
Nachtkerze.
Nachtkerze. Quelle: Volkmar Heinz
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Dresden

Die Nachtkerze (Oenothera biennis) wächst oft wild am Wegesrand, auf freien Flächen oder auch im Garten. Nur wenige wissen, dass die Pflanzen lange Zeit ein geschätztes Wintergemüse waren. Heute allerdings ist die Nachtkerze diesbezüglich etwas in Vergessenheit geraten.

Blüte einer Nachtkerze. Quelle: Catrin Steinbach

Und nicht nur das. Es halten sich immer noch Gerüchte, dass Nachtkerzen giftig sind. Das stimmt aber nicht. Im Gegenteil. Von dieser Pflanze, die ursprünglich aus Nordamerika stammt, kann man nahezu alle Teile verspeisen.

Die Blätter sind im ersten Jahr und im zweiten vor der Blüte essbar, zur Blüte werden sie dann aber oft bitter. Früher wurden die Pflanzen im Bauerngarten auch als Wurzelgemüse angebaut und gekocht verwendet. Dazu wurden die Wurzeln im ersten Winter genutzt, da diese ab der Blüte holzig werden.

Da sie sich beim Kochen rosa färben, findet sich in alten Rezepten noch die Bezeichnung „Schinkenwurzel“. Am beliebtesten war sie zwischen 1700 und 1900, danach geriet sie wie das Franzosenkraut, Weißer Gänsefuß, Großer Gänsefuß, Barbarakraut, Löffelkraut, Melde oder die Große Fetthenne als Gemüse in Vergessenheit.

Des Weiteren können die dekorativen Blüten verzehrt werden. Zudem sind die Samen nicht nur essbar, sondern auch sehr reich an ungesättigten Fettsäuren. Das für Cremes und Nahrungsergänzungsmittel verwendete Nachtkerzenöl wird aus ihnen gepresst.

Unkräuter mit anderen Augen sehen

Volker Croy ist Gartenbauingenieur, Fachberater beim Stadtverband der Gartenfreunde Dresden und bei den Gemeinschaftsgärtnern. Quelle: Dietrich Flechtner

Oft finden sich in fast allen Siedlungsgebieten die gleichen Pflanzen – unabhängig ihrer Herkunft. Das sind nicht selten ausgewilderte Pflanzen der Bauerngärten. Die Gärten an den Bauernhäusern waren reich an Blumen und Gemüse (oft die gleichen Pflanzen, da auch die Samengewinnung selbst erfolgte), welches sich „selbst kümmerte“, also nicht den Unkräutern zum Opfer fiel, nicht krankheitsanfällig war und am besten das ganze Jahr nutzbar blieb. Viele dieser Pflanzen sind heute Unkräuter (unerwünschte Kräuter) - Warum?

Auch Gemüse unterliegt der Mode: Die Reichen wollten nicht dasselbe essen wie die Armen und strebten nach Neuem, z.B. nach Spinat statt der Melde oder dem weißen Gänsefuß („Ackermelde“), die wir seit Jahrhunderten aßen. Dann wollten die Armen auch nicht mehr das alte Gemüse, sondern das neue. Und aus dem alten, nun unerwünschten Gemüse, wurde unerwünschtes Kraut = Unkraut.

Nicht winterharte Gemüse wie der Erdbeerspinat verschwinden wieder, aber winterharte Gemüse bleiben noch lange erhalten. Fast alle „Unkräuter“ sind essbar. Viele kommen dort, wo sie wachsen, regional gar nicht in der Wildnis vor. Und manche leben wieder auf – wie der Große Gänsefuß, der als Baumspinat vermarktet wird.

Gurken laufend ernten

Wer eine reiche Gurkenernte haben möchte, sollte laufend die Früchte ernten. Denn nur so kommen immer wieder neue. Auch Gurken mit Wachstumsstörungen sollten geerntet und gegessen werden, damit neue, gesündere nachkommen können. Vor allem bei Freilandgurken muss immer nach übersehenen Früchten geschaut werden. Denn bleiben diese an der Pflanze, hat das einen negativen Einfluss auf die Neubildung von Früchten.

Mehltau an Freilandgurken behandeln

Das wechselnde und oft feuchte Wetter der zurückliegenden Tage wirkt sich negativ auf viele Pflanzen aus. Vor allem Freilandgurken haben Mehltau an älteren Blättern, meist nicht an den jüngeren. Entfernen Sie diese älteren, befallenen Blätter, damit sie die Pflanze keine Kraft kosten. Vorbeugend kann gegen Mehltau Schachtelhalmbrühe gespritzt werden. Diese wehrt den Mehltau ab und tötet sogar noch junge Pilzmyzele.

Grünkohl umpflanzen

Ende Juli kann der Pflanzabstand von Grünkohl von 40 auf 30 cm verringert werden, da die Pflanzen bis zum Winter nicht mehr so groß werden.

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Senfgurken ziehen

Wer eine Gurke an der Pflanze für die Senfgurkenherstellung groß werden lassen möchte, muss damit rechnen, dass die Pflanze dann kaum noch weitere Gurken ansetzt. Wählen Sie deshalb für das Anziehen von Gurken, aus denen Sie später Senfgurken machen wollen, eine Pflanze mit guter Verzweigung, langen Seitentrieben und vor allem mehreren Gurken aus.

Es kann passieren, dass die nächsten zwei bis sechs Gurken nach der großen Frucht abgestoßen werden, deswegen ist eine gute Verzweigung mit vielen Seitentrieben wichtig, dass möglichst viele Gurken – eine pro Seitentrieb – richtig groß werden können.

Noch besser ist es natürlich, die Senfgurken als letzte Runde Anfang September anzusetzen und bis dahin noch kleine Gurken zu ernten und die Pflanzen auszubauen.

Weinblätter richtig ernten

Wer Weinblätter in der Küche verwenden möchte, sollte diese nicht von Fruchtruten ernten. Denn die Blätter sind für die Zuckereinlagerung in den Trauben sehr wichtig.

Wer Blätter für verschiedene Gerichte möchte, sollte an entsprechenden Trieben die Früchte entfernen, denn dadurch wachsen die Triebe stärker, und nur jedes zweite Laubblatt ernten, dadurch bleibt genug Kraft für guten Wuchs und viele Blätter.

Weinblätter kann man für Speisen verwenden. Sie können mit Reis, Bulgur oder auch Fleich bzw. Fisch gefüllt werden. Quelle: Andrea Warnecke/dpa

Von Volker Croy