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Gartentipps von Volker Croy: Warum man am Obstbaum Früchte ausdünnen muss

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12:02 22.07.2021
Apfelbaum voller Früchte. Hier sollte der Fruchtbehang ausgedünnt werden, damit der Baum nicht überfordert wird und man am Ende entweder nur viele Miniäpfel ernten kann oder so gut wie nichts.
Apfelbaum voller Früchte. Hier sollte der Fruchtbehang ausgedünnt werden, damit der Baum nicht überfordert wird und man am Ende entweder nur viele Miniäpfel ernten kann oder so gut wie nichts. Quelle: Volker Croy
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Oft sind Weintrauben dicht und kompakt aufgebaut, um die Ernte und den Transport zu erleichtern. Pilzkrankheiten werden im professionellen Anbau mit Spritzmitteln behandelt und deswegen nicht beachtet. Im Hobbyanbau können diese kompakten Trauben aber schnell mit Pilzkrankheiten befallen und besiedelt werden, da sie im Inneren schlecht abtrocknen. Jetzt ist die Zeit, mit einer scharfen Schere einzelne Teile der Traube zu entfernen, damit diese schön locker wird und besser abtrocknet. Daneben sorgt diese Behandlung auch noch für größere Beeren und mehr Zucker in diesen, was für eine Weinherstellung vor allem in einem so sonnenarmen Jahr wichtig ist.

Fruchtbesatz auch an Obstbäumen ausdünnen

Auch wenn es schwerfällt: An Obstbäumen sollte man nicht zu viele Früchte hängen lassen, denn wenn sie weiter wachsen, werden sie entweder den Ast abbrechen und/oder faulen. Deshalb jetzt unbedingt einige Früchte entfernen, wenn sie in Trauben am Baum hängen. Sonst hat man am Ende gar keine Ernte.

Junge Triebe an Obstbäumen entfernen

Die diesjährigen Triebe der Obstbäume können einfach abgerissen werden. Die Risswunden heilen besser als alle Schnittwunden. Vor allem sollten senkrechte Triebe auf den Ästen entfernt werden, denn beim Reißen besteht die Chance, die Knospe darunter zu beschädigen und einen neuen Trieb an der Stelle zu verhindern.

Kronen sehr luftig schneiden kann auch falsch sein

Gartenbauingenieur Volker Croy ist Gartenfachberater beim Stadtverband der Gartenfreunde Dresden und bei den Gemeinschaftsgärtnern. Quelle: Dietrich Flechtner

Oft heißt es, die Obstbaumkrone soll so luftig geschnitten werden, so dass ein Hut oder Fußball hindurchgeworfen werden kann. Der Grund sind viele Pilzkrankheiten, die Nässe auf Früchten und Blättern brauchen.

Wenn der Baum schön luftig geschnitten ist, dann trocknen die Früchte und Blätter nach dem Regen schnell ab und Pilzkrankheiten haben es schwerer, diese zu befallen. Gleichzeitig ist eine luftige Krone auch lichtdurchlässiger. Das hat Einfluss auf die Ernte, denn Früchte werden dort gebildet, wo das Licht hinfällt. Dadurch gibt es auch unten Früchte.

Durch den Klimawandel und Sommer wie den letzten beiden ist aber eine Gefahr der zu luftigen Krone aufgetaucht - Trockenstress. Dieser ist bei dichten, kompakten Kronen geringer als bei lichten Kronen. Denn letztere sind winddurchlässiger, verdunsten mehr Wasser und trocknen so schneller aus.

Deswegen sollten vor allem windexponierte Bäume etwas dichter bleiben als solche Bäume, die an einem geschützteren Standort wachsen, um bei wiederkehrender Sommertrockenheit nicht so viel Trockenheitsschäden zu bekommen (z.B. braune Blattränder, Befall mit Apfelrindenbrand).

Gespinste aus Bäumen schneiden

Gespinstmotten können ganze Bäume kahlfressen. Dafür benötigen Sie aber mehrere Generationen. Wichtig ist deswegen, jetzt auf die Gespinste in den Bäumen zu achten und die noch jungen Raupen mit diesen aus den Bäumen zu schneiden. Denn dadurch wird der später im Sommer auftretende Befall reduziert oder unterbunden.

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Schnittwerkzeuge desinfizieren

Im Gewächshaus, aber auch im Freiland können Viren die Pflanzen befallen, vor allem wenn viele Pflanzen einer Art da sind. Die Viren übertragen sich nicht direkt von Pflanze zu Pflanze wie beim Menschen, sondern werden über Schädlinge wie Läuse oder Schnittwerkzeuge übertragen. Deswegen ist es wichtig, möglichst wenig zu schneiden und eher zu brechen (vor allem beim Ausgeizen von Gurke und Tomate) oder das Werkzeug zwischen den Schnitten zu desinfizieren.

Im Profianbau wird dazu ein Schälchen mit Wasser und Kaffeeweißer mitgeführt, in das die Werkzeuge nach jedem Schnitt getunkt werden. Die Viren verbinden sich mit dem Milcheiweiß und werden so unschädlich.

Alternativ geht auch immer Abkochen oder Erhitzen, die beste Taktik ist aber das Ausbrechen, denn dabei kommt kein Werkzeug mit dem Inneren der Triebe in Berührung. Am Morgen funktioniert das am besten, weil die Pflanze dann von der Nacht her gut wasserversorgt und fester ist (wie beim Gras mit der Sense mähen).

Kohlrüben auspflanzen

Jetzt ist die richtige Zeit, um Kohlrüben auszupflanzen. Man rechnet acht Pflanzen pro Quadratmeter. Wenn Sie keine Jungpflanzen bekommen, können Sie immer noch aussäen, aber sollten kleinere Abstände wählen (ca. zwölf Pflanzen pro Quadratmeter) und mit Einzelkornaussaat auf Endabstand säen.

Freilandgurken gut mit Nährstoffen versorgen und schattieren

Wachstumsstörungen bei Freilandgurken führen häufig zum Bitterwerden von Freilandgurken. Deswegen sollten die Pflanzen immer gut mit Kompost versorgt sein und gleichmäßig wachsen. Durch die Schwankungen von nass und kühl bzw. heiß und trocken sind solche Schäden wahrscheinlicher. Deswegen sollten die Freilandgurken mit einem schräg gespannten (damit das Regenwasser abläuft) Vlies schattiert und bei trockenen Tagen gut mit Wasser versorgt werden.

Bittere Gurken sollten geschält werden, dann sind sie oft weniger bitter. Da der Bitterstoff giftig ist und auch beim Kochen nicht verloren geht, sollten arg bittere Gurken lieber kompostiert werden, statt Gesundheitsprobleme zu verursachen. Viele alte Sorten neigen stärker zum Verbittern als neue Züchtungen.

Winter-Rettiche mit kurzer Anbauzeit bevorzugen

Es gibt verschiedene Winterrettich-Sorten, die sich u.a. auch durch die Anbauzeit unterscheiden. Je nach Sorte dauert diese 90 bis 120 Tage. Wuchs bringen die letzten Tage des Juli, dann August und September, im Oktober wird es schon schnell weniger. Wer einigermaßen große Knollen ernten will, der sollte jetzt nur noch Sorten mit kurzer Wuchszeit aussäen oder auspflanzen.

Achten Sie bei der Düngung darauf, dass der Dünger nicht zu stickstoffhaltig ist, denn hoher Stickstoffgehalt reduziert die Lagerfähigkeit massiv. Neben Kompost vom letzten Jahr eignen sich Fruchtgemüse- und Obst-Dünger, welche wenig Stickstoff enthalten. Das leider immer noch typische „Blaukorn“ hat bei Lagergemüse nichts zu suchen.

Basilikum mit zweiter Tracht

Basilikum erntet man im Laufe des Juli. Wenn die Pflanzen dann weiterhin gut mir Nährstoffen versorgt sind, treiben sie noch mal gut durch. Steht Basilikum humos, gibt es da keine Probleme. Ausgelaugte Beete dagegen sollten nochmals mit Jauche nachgedüngt werden. Dazu zerkleinert man Pflanzenabfälle, mischt sie 1:1 mit Wasser, lässt das Ganze 3 bis 7 Tage stehen und düngt dann damit das Beet mit allen Bestandteilen der Jauche.

Ernteperiode mit Mulch verlängern

Was beim Verspäten funktioniert, funktioniert auch beim Kulturverlängern: Mit Mulch abgedeckte Beete kühlen langsamer aus. Grund ist, dass der verrottende Mulch Wärme abgibt und durch die Schichtdicke den Boden zur Luft isoliert. Kälte kommt dann eher mit dem Regen als von der Luft in den Boden.

Dies kann bei Gemüse, aber vor allem bei Herbsthimbeeren, Wein und Brombeeren ausgenutzt werden. Bei den Gehölzen kann dazu ein Holz- oder Rindenmulch (z.B. Obstschnitt geschreddert) mit Jauche versetzt werden (damit er auch wirklich rottet) oder ein angerotteter Kompost oder Grasschnitt genutzt werden. So lassen sich noch lang in den Oktober hinein Erträge erzielen.

Erdbeer-Ausläufer umpflanzen

Die Erdbeerausläufer sollten jetzt sortiert und auf ein bis maximal zwei Pflanzen eingekürzt werden, damit sie die Mutterpflanze nicht zu stark schwächen. Die Ausläuferpflanzen können dann, wenn sie etwas größer sind, im August auf neue Beete gepflanzt werden.

Wenn diese noch nicht frei sind, können auch jetzt Töpfe mit Erde darunter gestellt werden und mit einer Astgabel oder Stöcken die Jungpflanzen fixiert werden, damit sie gut in den Topf wurzeln. Sie können später entfernt und mit Topf an ein Winterquartier geräumt werden.

Die einzigen Erdbeeren, wo das nicht gemacht wird, sind Hängeerdbeeren, öftertragende Sorten und Walderdbeeren, da diese am Ausläufer weitertragen und so mehrere Ernten erlauben.

Herbsthimbeeren nach der Sommerernte schneiden

Die Herbsthimbeerruten vom letzten Jahr werden nun entfernt, nachdem sie im Sommer ein zweites Mal getragen haben. Die Herbstruten von diesem Sommer fangen bald an zu tragen. Wenn Sie es gut zeitlich hin bekommen und verschiedene Sorten haben, tragen die Himbeeren fast durchgängig bis weit in den Herbst - vor allem die gelben Sorten wie ‚Golden Everest’ und ’Fallgold’.

Von Volker Croy