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Aktuelles Zinsen verzweifelt gesucht - Was sollen Sparer bloß tun?
Mehr Finanzen Aktuelles Zinsen verzweifelt gesucht - Was sollen Sparer bloß tun?
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14:16 25.07.2019
Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung. Foto: Jonas Ratermann/FHM-Finanzberatung
Frankfurt/Main

Massenentlassungen, Gewinnwarnungen, nachlassende Nachfrage - die Aussichten für die Konjunktur trüben sich ein. Die meisten Wachstumsprognosen dürften sich deshalb inzwischen als zu optimistisch erweisen. Hoffnungen auf eine Zinswende braucht sich daher eigentlich niemand mehr machen.

Im Gegenteil: Die Europäische Zentralbank (EZB) steuert angesichts der Lage auf eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik zu. Experten rechnen in nächster Zeit mit einer weiteren Senkung des Einlagezinses von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent. In ihrer Sitzung Ende Juli haben die Kreditinstitute noch nicht daran gerüttelt.

Fleißige Sparer trotz niedriger Zinsen

Für Verbraucher hierzulande sind das keine guten Nachrichten. Zwar sind die Deutschen eifrige Sparer. Von ihrem geliebten Sparbuch wollen die meisten Bundesbürger aber nicht lassen: Wie die jährliche Statistik der

Bundesbank zeigt, steckten allein bis Ende Dezember 2018 rund 2456 Milliarden Euro in Bankeinlagen oder wurden als Bargeld aufbewahrt. Und das, obwohl Banken und Sparkassen dafür nur spärliche Zinsen bieten.

Die Folge: Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres erlitten Sparer 15,9 Milliarden Euro an Wertverlust, wie Berechnungen der Comdirect Bank zeigen. Der Grund sind Sparzinsen, die deutlich unter der Inflationsrate liegen.

Für Niels Nauhauser ist das aber keine vollkommen neue Situation. "Das Dilemma, dass Sparguthaben durch Inflation an Wert verliert, ist heute nur sichtbarer", sagt der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. In der Vergangenheit habe es zwar Phasen mit höheren Sparzinsen gegeben. Allerdings sei zeitweise auch die Inflationsrate höher gewesen. "Sparer schauen immer nur auf den Nominalzins, nicht den Realzins."

Tagesgeldkonto und Festgeldanlagen

Doch was tun? Auf das Sparen verzichten? "Sparen bei null Prozent Zinsen ist immer noch besser, als gar nicht zu sparen", findet Max Herbst von der FMH Finanzberatung in Frankfurt am Main. "Wer jeden Monat 100 Euro beiseitelegt, hat nach einem Jahr immerhin 1200 Euro gespart."

Sparer, die jederzeit über ihr Geld verfügen wollen, können dafür ein

Tagesgeldkonto wählen. Eine nennenswerte Rendite gibt es aber kaum. Die

Stiftung Warentest listet in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest" (8/2019) 20 Angebote auf. Die Zinssätze variieren zwischen 0,25 Prozent und 0,65 Prozent.

Etwas mehr bekommen Sparer bei

Festgeldanlagen. Je nach Anlagezeitraum sind hier nach Angaben der

Stiftung Warentest bis zu 1,5 Prozent Zinsen möglich. Laut FMH gibt es manche Anbieter, die für ein fünfjähriges Festgeld sogar bis zu 2,00 Prozent Zinsen zahlen. Allerdings ist das Geld dann für den Zeitraum auch gebunden.

Zinsportale

Noch mehr können Sparer für sich rausholen, wenn sie Kunde bei einem Zinsportal wie Savedo, Weltsparen oder Zinspilot werden. Die Portale bieten die Sparprodukte mehrerer Banken auch aus dem Ausland an, zum Teil mit guten Zinsen. Aus Sicht der Stiftung Warentest sind aber dennoch nicht alle Angebote empfehlenswert.

Der Grund ist die Einlagensicherung. Zwar gibt es in Europa laut einer EU-Richtlinie nach einer Insolvenz 100.000 Euro Entschädigung pro Kunde und Bank. In manchen Ländern steckt aber möglicherweise zu wenig Geld in den entsprechenden Sicherungstöpfen. Empfehlenswert sind daher nach Ansicht der Warentester Banken aus Ländern mit guter Wirtschaftskraft.

Rikoreichere Anlagen bringen mehr Rendite

Wer langfristig etwas für sein Vermögen tun möchte, muss bereit sein, etwas mehr Risiko einzugehen. Die Renditeaussichten verbessern sich, wenn Tages- oder Festgeld mit einem Aktien-ETF kombiniert wird.

Stellt sich die Frage: Sind Aktien-ETFs angesichts der trüben Konjunkturaussichten jetzt sinnvoll? "Wie sich die Kurse in naher Zukunft entwickeln werden, lässt sich nicht vorhersagen", erklärt Nauhauser. Grundsätzlich aber gilt: Je länger der Anlagezeitraum ist, desto geringer ist das Verlustrisiko.

dpa

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