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06:17 26.12.2018

125 Jahre DNN: Eine Zeitreise durch die Zeitung

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Ein Skandal erschüttert 1902 den sächsischen Königshof. Luise von Toscana, Gemahlin des Kronprinzen Friedrich August III., brennt Anfang Dezember mit André Giron durch, dem Lehrer ihrer sechs Kinder. Luise ist mit dem siebten schwanger. Friedrich August und Luise hatten am 21. November 1891 geheiratet. Die beim Volk sehr beliebte Luise kann sich aber nicht mit der strengen Dresdner Hofetikette und der Familie ihres Mannes anfreunden. In der Atmosphäre des Dresdner Hofes fühlte sich die spontane und eigenwillige Prinzessin unerträglich beengt. Nach ihrer Flucht wird ihre Ehe mit dem Kronprinzen im Februar 1903 durch ein Sondergericht geschieden. Als Luise Weihnachten 1904 illegal nach Sachsen kommt, um ihre Kinder wiederzusehen, wird sie von der Polizei daran gehindert. 1907 heiratet sie den zwölf Jahre jüngeren Komponisten Enrico Toselli. Sie stirbt am 23. März 1947 verarmt als Blumenfrau in Brüssel.

Quelle: Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten

1903 wird die Lukaskirche an die Gemeinde übergeben. Das Gotteshaus in der Südvorstadt entstand zwischen 1899 und 1903 nach den Plänen des Leipziger Architekten Georg Weidenbach. Bei den Angriffen 1945 wird die Kirchturmspitze zerstört. Ein Förderverein bemüht sich um den Wiederaufbau. Die Kirche wird jahrzehntelang für nationale und internationale Musikaufnahmen genutzt. Von 1964 bis 1972 wird sie zum Tonstudio umgebaut. Hier dirigieren Herbert von Karajan und Karl Böhm, singen Theo Adam, Peter Schreier sowie Herman van Veen. Seit 1972 wird die Kirche wieder von der Lukaskirchgemeinde für Gottesdienste genutzt. Die Aufnahme stammt von 2003.

Quelle: Dietrich Flechtner/Archiv

Im Juli und August 1904 lässt eine wochenlange Trockenheit den Pegelstand der Elbe extrem sinken. Das Wasser fließt nur noch in einer schmalen Rinne, die Dampfschifffahrt muss eingestellt werden. Bei Cotta tauchten Hungersteine auf. Die Stadt nutzte die Trockenheit für Bagger-, Bergungs- und Ausbesserungsarbeiten im Flussbett und an den Brücken. Erst am 22. August setzt Dauerregen ein, der den Elbpegel wieder ansteigen lässt. Eine Postkarte, die mit viel Humor gezeichnet wurde, zeigt das extreme Niedrigwasser. Unser Leser Hans Müller hat uns diese Karte geschickt.

Quelle: Paul Heine, Postkartenverlag
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