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Bauen & Wohnen Überflutete Keller: So schützen Sie Ihr Haus vor Starkregen
Mehr Bauen & Wohnen Überflutete Keller: So schützen Sie Ihr Haus vor Starkregen
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12:41 11.09.2019
Ärgernis für Immobilienbesitzer: Stark- und Dauerregen, der Straßen und Häuser flutet, ist in Deutschland keine Seltenheit mehr. Quelle: Georg-Stefan Russew/dpa-Zentralb
Düsseldorf

Unwetter mit Starkregen richten immer wieder große Schäden an. Immobilieneigentümer sind selbst in der Verantwortung, sich um das Thema zu kümmern, betont die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Stadt oder Gemeinde haften nicht für Schäden, die durch Starkregen entstehen.

Hausbesitzer sollten die Gefahr auf keinen Fall unterschätzen: Sturzflutartige Wassermassen können selbst dort entstehen, wo keine Senke im Gelände ist und kein Gewässer verläuft. Oftmals fühlen sich Hauseigentümer in diesem Fall zu sicher und werden dann besonders von den Wassermassen überrascht, erläutert das Kommunale Netzwerk Abwasser.

Mehr lesen: Studie – Klimawandel verstärkt Hochwasser in Deutschland

Abwasserbetriebe haben einen gesetzlichen Beratungsauftrag

Kommunen haben aber oft Informationen, wo in einem Stadtgebiet besondere Gefahren durch Sturzfluten und Starkregen bestehen. Viele größere und auch kleine Städte haben „Starkregengefahrenkarten“ bereits im Internet veröffentlicht, Suchmaschinen helfen hier weiter. Andere bieten auf Anfrage Auszüge aus diesen Karten an.

Auch die Abwasserbetriebe sollten weiterhelfen können. „Sie haben einen gesetzlichen Beratungsauftrag“, sagt Marco Schlüter, Starkregenexperte und Leiter des Kommunalen Netzwerks Abwasser beim Institut für Unterirdische Infrastruktur (IKT) in Gelsenkirchen. Auch Verbraucherzentralen bieten – teils kostenlos – Beratung zum Thema an. Außerdem rät Schlüter, sich bei den Versicherungen zu informieren. „Man sollte klären, wie man da aufgestellt ist.“

Der mögliche Gebäudeschutz besteht dann grob gesagt aus zwei Teilen: Es muss verhindert werden, dass das Wasser erstens direkt von außen oder zweitens indirekt über die Kanalisation in das Gebäude gelangen kann.

Mulden für das Flutwasser schaffen

Beim Schutz vor Oberflächenwasser sollten Hausbesitzer zunächst prüfen, wie Wasser von außen auf das Grundstück gelangen könnte. Abgehalten werden kann es dann etwa durch Einfassungen, Wälle oder Schwellen, heißt es beim Netzwerk Abwasser. Wichtigster Tipp: Das Gefälle von Oberflächen sollte von Gebäuden und sonstigen Anlagen wegführen. Wo es möglich ist, sollten auf dem Gelände Mulden geschaffen werden, in die das Flutwasser ablaufen kann.

Hauseingänge und die Oberkanten von Lichtschächten sollten nach Möglichkeit erhöht sein. Auch wasserdichte Kellerfensterklappen sind ratsam. Auf wasserundurchlässige Flächenbefestigungen – also Pflaster, dessen Fugen auch dicht geschlossen werden – sollte hingegen verzichtet werden. Achtung: Schutzmaßnahmen dürfen nicht dazu führen, dass Regenwasser vom eigenen Grund und Boden zum Nachbarn abfließt.

Mehr zum Thema: Schäden durch Hagel – Welche Versicherungen springen bei Unwetter- und Sturmschäden ein?

Rückstauklappen bieten Schutz

Starkregen flutet aber auch die Kanalisation zeitweise komplett – und das Wasser drückt sich dann von unten durch die Abflussrohre nach oben ins Gebäude. Das lässt sich durch Rückstauklappen verhindern, erklärt der Verband Wohneigentum. Teils lassen sich solche Klappen direkt in die Hausinstallationen einbauen oder auch nachrüsten, zum Beispiel für Kellerwaschbecken im Siphon.

Auch im täglichen Handeln sollten Hauseigentümer die Gefahr durch Starkregen bedenken. Für den Fall, dass trotz der Schutzmaßnahmen Starkregen den Keller oder die Wohnung unterhalb des Straßenniveaus flutet, sollten Gegenstände nicht direkt auf dem Boden, sondern auf Regalen liegen – insbesondere nichts Wertvolles. Auch Elektrogeräte sollten auf einem Podest stehen.

Heizöltanks müssen gegen Auftrieb gesichert sein, an Anschlüssen und Öffnungen darf kein Wasser eintreten können. Das Kommunale Netzwerk Abwasser warnt eindringlich vor dem Austritt von Heizöl, das in das Mauerwerk eindringen kann. Die Folge seien aufwendige Sanierungsmaßnahmen – und schlimmstenfalls der Abriss des Gebäudes.

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