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Stadtpolitik Zoff zwischen SPD und Grünen – Warum Kunstrasen zum Zankapfel wird
Dresden Stadtpolitik Zoff zwischen SPD und Grünen – Warum Kunstrasen zum Zankapfel wird
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15:05 21.06.2019
Umstrittener Belag: Der Dresdner Sportstättenbetrieb setzt auf Kunstrasen. Quelle: Archiv
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Dresden

Das war dann mal deutlich: „Naive Verbotsfantasien aus Unwissenheit sind mit der SPD nicht zu haben“, wettert SPD-Stadträtin Kristin Sturm gegen die Grünen im Stadtrat. Diese hätten gefordert, das städtische Programm zur Umwandlung von Hartplätzen in Kunstrasen-Anlagen zu stoppen. „Die SPD wird weiterhin das Programm des Eigenbetriebes Sportstätten unterstützen, sogenannte Schleifscheiben durch moderne Kunstrasenplätze zu ersetzen.“

Kunstrasen sei in der wachsenden und sich verdichtenden Sportstadt Dresden unverzichtbar, erklärte Sturm, weil der Belag verlässlich und weitgehend witterungsunabhängig genutzt werden könne. Selbstverständlich seien dabei ökologische Standards zu wahren. „Deshalb ist es richtig, dass schon seit Jahren krebsverdächtige Baustoffe vermieden und bereits jetzt keine Neubauten mit Baustoffen mehr in Angriff genommen werden, die zukünftig wegen Verwendung von Mikroplastik verboten werden könnten“, erklärte Sturm.

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Torsten Schulze, sportpolitischer Sprecher der Grünen-Stadtratsfraktion, zeigte sich über die heftige Reaktion irritiert. „Ich habe der Stadtverwaltung nur einige Fragen zum Umgang mit Kunstrasen gestellt“, erklärt er gegenüber DNN. Hintergrund sei das von der Europäischen Union geplante Verbot für Mikroplastik ab 2022.

„Wir müssen sicherstellen, dass die Kunstrasenplätze auch in zehn Jahren noch genutzt werden können“, erklärte Schulze. Es gehe ihm darum, Informationen zu sammeln und nicht um Verbote. „Sollte es Risiken beim Bau von Kunstrasenplätzen geben, müssen wir umdenken“, so der Grüne. Schulze regt an, künftig auch mehr über den Bau von Rasenplätzen oder Hartplätzen nachzudenken. „Diese sind deutlich günstiger als Kunstrasen und ökologisch unbedenklich.“

Die Stadtverwaltung hat in den vergangenen Jahren mit Millionenaufwand zahlreiche Hartplätze mit Kunstrasen ausgestattet. In diesem Jahr sollen die Anlagen an der Bärensteiner Straße und an der Pirnaer Landstraße diesen Belag erhalten.

Von Thomas Baumann-Hartwig