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Stadtpolitik Wie die Robotron-Kantine zum Leuchtturmprojekt werden soll
Dresden Stadtpolitik Wie die Robotron-Kantine zum Leuchtturmprojekt werden soll
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09:05 05.07.2019
Leuchtturm in einem neuen Stadtteil: Die Stadt will die Robotron-Kantine für 2,1 Millionen Euro kaufen. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Der Stadtrat hat am Donnerstagabend einstimmig grünes Licht für das Feinkonzept der Stadtverwaltung zur Kulturhauptstadtbewerbung gegeben. Gleichzeitig stimmten die Stadträte mit großer Mehrheit dem Ankauf der Robotron-Kantine zu.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) will den schon für den Abriss vorgesehenen Flachbau für 2,1 Millionen Euro in städtischen Besitz bringen und ihn zu einem Leuchtturmprojekt für die Kulturhauptstadtbewerbung entwickeln. Lediglich die AfD-Fraktion stimmte gegen den Kauf der Kantine.

Symbiose zwischen Wissenschaft und Kunst

Es sei der Wunsch vieler Dresdner, dass das Gebäude am Hygiene-Museum als Stück Identität der DDR-Geschichte erhalten bleibe, erklärte Hilbert. „Wir wollen einen Ort gestalten, an dem Wissenschaft und Kunst eine Symbiose eingehen können.“ In der Robotron-Kantine könne Innovation erlebbar werden und gelebt werden, formulierte der OB seine Vision für das Gebäude. Es gehe weder um ein neues Kunsthaus noch eine neue Ostrale oder ein Wissenschaftszentrum. „Wir wollen dort Zukunft gestalten.“

Auf dem ehemaligen Robotron-Campus am Blüherpark soll ein neuer Stadtteil mit bis zu 3000 Wohnungen entstehen. Dieses Vorhaben biete einen zusätzlichen Reiz für die Gestaltung der Robotron-Kantine. Der Investor Immovation erklärte gegenüber DNN, er werde das Wohnungsbauvorhaben wie geplant weiter verfolgen und an den Markt bringen. Zu einem Baubeginn äußerte sich der Projektentwickler aus Kassel aber nicht.

70 Millionen Euro für Bewerbung als Kulturhauptstadt

Die Bewerbung um den Titel europäische Kulturhauptstadt gehe in die heiße Phase, erklärte Hilbert. Am 30. September werde Dresden das Bewerbungsbuch abgeben. Die Stadt lege nicht nur eine konkrete inhaltliche Planung der Bewerbung vor, sondern auch die organisatorische Grundlage für die zweite Runde des Bewerbungsprozesses. Der Etat werde rund 70 Millionen Euro betragen, kündigte Hilbert an.

Eine Kulturstadt sei nicht automatisch Kulturhauptstadt eines ganzen Kontinents. Es gelte, Themen zu bearbeiten, die für den ganzen Kontinent relevant seien, forderte der OB. Dresden sei zwar seit 1990 im Westen verbunden, aber aus seiner Geschichte heraus auch Osteuropa sehr nah. Die Stadt werde die Partnerstädte Coventry und Petersburg in die Bewerbung einbinden, kündigte Hilbert an. „Beide Städte gehören 2025 nicht zur Europäischen Union, aber zu Europa“.

Das Thema „Dresden – Neue Heimat 2025“ biete den Spielraum für eine europäische Kon-troverse. „Wir wollen einen völlig neuen Kulturbegriff definieren, der dieser europäischen Dimension gerecht wird“.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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