Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Stadtpolitik Was die Dresdner Parteien zum Thema Mobilität sagen
Dresden Stadtpolitik Was die Dresdner Parteien zum Thema Mobilität sagen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:48 17.05.2019
Symbolfoto Quelle: dpa
Dresden

Wie wollen die Dresdner Parteien die Mobilitätsprobleme der Stadt in der Konkurrenz zwischen ÖPNV, motorisiertem Individualverkehr, Radverkehr und Fußgängern lösen? Das sind die Antworten:

CDU

Investitionen in eine moderne Verkehrsinfrastruktur werden wir wieder Priorität geben. Dabei muss Platz für alle Verkehrsteilnehmer sein: Für Nutzer des ÖPNV genauso wie für Rad- und Autofahrer oder Fußgänger. Ein verkehrspolitisch fragwürdiger Rückbau von Straßen ist mit uns aber nicht zu machen! Wir wollen Straßen im Bestand sanieren sowie Verkehrsflüsse verbessern.

Dazu gehört die Umsetzung der Grünen Welle genauso wie der Ausbau des ÖPNV-Angebots und der zentralen Radwegachsen und Radschnellwege. Mit der Einführung des 365-Euro-Tickets wollen wir Autofahrer motivieren, den ÖPNV zu nutzen.

SPD

Für die SPD Dresden hat der Umweltverbund aus ÖPNV, Fuß- und Radverkehr Priorität. Unser Ziel ist, dass mindestens zwei Drittel der Wege in Dresden so zurückgelegt werden. Um dieses Ziel zu erreichen braucht es eine stärkere Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer/innen. Straßensanierungen müssen so geplant werden, dass auch beim ÖPNV Fahrzeitverkürzungen erreicht werden.

Dabei wollen wir dem Autoverkehr so viel Raum wie nötig, aber so wenig wie möglich einräumen. Um den Umweltverbund zu stärken setzen wir auf eine Stadt der kurzen Wege, die dort Wohnungen baut, wo es schon ÖPNV gibt.

Die Linke

Dresden ist eine lebendige Großstadt mit sehr viel Verkehr. Ein gutes Angebot an Straßenbahnen und Bussen sowie ein vernünftiges Radwegenetz liegen im Interesse aller – auch derjenigen, die mit ihren Autos nicht im Stau stehen möchten. Damit alle den öffentlichen Nahverkehr nutzen können, wird DIE LINKE auf bezahlbare Tarife bestehen und im Stadtrat für den Erhalt des Sozialtickets kämpfen.

Wir werden uns außerdem für ein Schüler/innenticket, für den Ausbau barrierefreier Haltestellen und für sichere Fußwege einsetzen. Die Idee einer 365-Euro-Jahreskarte unterstützen wird ausdrücklich.

Bündnis 90/Die Grünen

Wir GRÜNE werben für die Sanierung von Fußwegen, den Ausbau des Radnetzes und Stadtbahnen zwischen Löbtau und Strehlen sowie Johannstadt und Plauen. Immer mehr Dresdner*innen sollen ihre Wege mit Rad, Straßenbahn, S-Bahn oder Bus sicherzurücklegen können. Der Verkehr muss deutlich klimaverträglicher, leiser und stadtverträglicher werden.

Wir wollen ein Bildungsticket für 15 Euro im Monat für alle Schüler*innen und Auszubildende einführen. Die Königsbrücker und die Kesselsdorfer Straße sollen endlich saniert werden. Dem Autoverkehr soll nicht mehr Raum als nötig gegeben werden.

FDP

Wir wollen eine Verkehrspolitik, in der jeder sich bewegt, wie er will. Mobilität ist Freiheit und ein Ausdruck von Individualität. Wir überlassen dem Bürger die Wahl des Verkehrsmittels. Einen Rückbau von Straßen lehnen wir ab. Wir wollen, dass der Verkehr überall fließt. Beim Zelleschen Weg bevorzugen wir die Variante Z2, da sie ohne Reduzierung von Fahrspuren auskommt.

Bei der Albertstraße präferieren wir einen separaten Radweg zwischen Straßenbahntrasse und Sarrasanistraße. Darüber hinaus wollen wir ein stadtweites Radwegekonzept, möglichst mit Radschnellstraßen (z.B. auf dem Grünstreifen an der St. Petersburger Straße). Wenn Parkplätze wegfallen, was aus unserer Sicht denkbar ist, müssen dafür Ausgleichsflächen geschaffen werden.

Bündnis Freie Bürger

Übergreifend gilt: Unsere Mobilität muss sich wandeln. Weg vom eigenen Auto, hin zu kurzen Wegen für Fußgänger und Ausbau sicherer Fahrradstrecken. Jede Verkehrsbaumaßnahme hat künftig einen Abwägungsprozess zu beinhalten, der durch Stellungnahmen repräsentativer Vertreter gespeist wird: z.B. DVB-Planungsbüro oder Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club.

Im Gremiendurchlauf – Stadtbezirksbeirat/ Ortschaftsrat, Stadtrat bzw. Ausschüsse davor – ist stets objektkonkret zu entscheiden. Einfach nur eine Vorzugsvariante durchwinken wird dem nicht gerecht.

AfD

Eine prosperierende Stadt ist nicht eine solche, in der die Armen Auto fahren, sondern die Wohlhabenden die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Aus diesem Grunde setzen wir uns für ein gedeihliches Miteinander aller Verkehrsträger ein. Die ideologische Bevorzugung einzelner Verkehrsträger auf Kosten anderer lehnen wir ab. Unser Ziel ist es, durch eine intelligente Stadtentwicklung und attraktive öffentliche Verkehrsmittel mehr Menschen dazu anzuregen, Bus und Bahn zu nutzen und mit dem Fahrrad zu fahren.

Zudem muss eine Stadt wie Dresden mit der Region verbunden und überregional erreichbar sein.

Freie Wähler

Dresden braucht ein zukunftsfähiges Konzept für alle Verkehrsteilnehmer. Wir bevorzugen keine Mobilitätsvarianten. Motorisierten Individualverkehr halten wir weiterhin für unverzichtbar. Dennoch ist der Ausbau des Radwegenetzes und die Beseitigung von Konfliktstellen Radwege/Straßennetz dringend geboten. Die barrierefreie Sanierung der Fußsteige ist uns ein besonderes Anliegen. Hier muss Dresden schnell mehr investieren.

Bürger sollen durch günstige ÖPNV-Angebote zum Umsteigen bewogen werden. Wir wollen allen Bürgern ein Jahresticket für den ÖPNV von 1 Euro pro Tag ermöglichen. Wir freuen uns, dass politische Mitbewerber unseren Vorschlag aufgegriffen haben. Wir setzen auf freiwillige Lösungen und lehnen Fahrverbote ab.

Von DNN

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am 26. Mai wählen die Dresdner einen neuen Stadtrat. Die DNN stellen im Vorfeld die Spitzenkandidaten eines jeden Wahlkreises vor. Heute widmen wir uns dem Wahlkreis 9.

23.05.2019

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau hat mit den Stimmen von CDU, FDP, Bürgerfraktion und AfD den vierspurigen Ausbau des Zelleschen Weges beschlossen. Grüne und der Studentenrat der TU sind empört.

16.05.2019
Lokales Änderung des Stadtratsbeschlusses - CDU: Ortschaften sollen eigenständig bleiben

Versuch einer Korrektur: Die Dresdner CDU will den Beschluss der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit zur Auflösung der Ortschaften ändern. Sie sollen bis 2034 an die Stadtbezirke angegliedert werden, hatte der Stadtrat bestimmt. Stadt- und Ortschaftsräte sollen nun darüber sprechen, so CDU-Fraktionschef Jan Donhauser.

16.05.2019