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Stadtpolitik Rot-Grün-Rot diskutiert über Sozialbindung neuer Wohnungen in Dresden-Mickten
Dresden Stadtpolitik Rot-Grün-Rot diskutiert über Sozialbindung neuer Wohnungen in Dresden-Mickten
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09:35 27.01.2016
Die Miethöhe der Wohnungen werde nach Fertigstellung individuell festgelegt – je nach den jeweiligen wohnlichen Gegebenheiten. Zu den konkreten Höhen kann man zum gegenwärtigen Zeitpunkt daher noch keine verlässliche Aussage treffen. Quelle: Archiv
Dresden

Die rot-grüne-rote Stadtratsmehrheit verhandelt mit dem Investor für das Wohnungsbauprojekt Mika darüber, wie das Vorhaben auch sozial Schwachen nutzen könnte. Linke, Grüne und SPD flankieren damit ihre Bemühungen um eine kommunale Woba. Die privaten Investoren sollen das Engagement der Stadt im Wohnungsbaubereich ergänzen. Jetzt haben erste Gespräche mit Mika stattgefunden. Möglicherweise kommen sogar Genossenschaften zum Zug.

„Wir arbeiten an Zielen, die wir im Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan aufnehmen wollen“, erklärte Thomas Löser von den Grünen. Alle Seiten seien daran interessiert schnell voranzukommen und Planungssicherheit zu erreichen. Zu den Zielen von RGR gehöre es unter anderem, in dem Quartier eine Kita errichten zu lassen. Denkbar seien auch gestaffelte Mieten in den Häusern, damit hätten auch sozial Schwächere eine Chance dort einzuziehen und gleichzeitig würde für eine gesunde soziale Durchmischung gesorgt. Wie Löser sagte, werde auch eine Einbindung Dresdner Genossenschaften diskutiert, sie könnte Teile des Projekts übernehmen. Zur Attraktivität für Familien gehöre auch die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. „Da müssen wir schauen, ob dort bei Bussen und Bahnen die Taktzeiten schon ausreichen, wenn das Gebiet einmal bewohnt ist“, sagte Löser.

Die Verkehrsbetriebe sehen das gelassen. „Wir freuen uns sehr über die Wohnungsbaupläne. Sind wir doch im Raum Kaditz/Mickten mit der Straßenbahnverlängerung zum Elbepark erheblich in Vorleistung gegangen“, erklärte Anja Ehrhardt von der DVB-Pressestelle. „Seit Jahren warten wir auf Investoren“, fügte sie hinzu. Die Linie 9 habe dort genügend Potenzial. Sollte die künftige Verkehrsnachfrage die Kapazität der Linie dennoch überfordern, stehe einer Verlängerung der Linie 13 bis Kaditz nichts im Wege.

Und auch der Investor zeigt sich aufgeschlossen. „Die Gespräche waren grundsätzlich sehr angenehm und positiv“, erklärte eine Firmensprecherin. Ziel sei es gewesen, Fragen zu erläutern und Wünsche der Sadtratsvertreter aufzunehmen. Es entstehe ein neues Quartier, das sich natürlich auch an Familien richte. Schon im ersten Bauabschnitt werde ein Spielplatz von 1100 Quadratmetern entstehen. Die Einrichtung einer Kita sei für das Baufeld 2 oder 3 durchaus denkbar. Ein potenzielles Interesse von Genossenschaften an der Übernahme eines Teils des Projekts sei erst vor Kurzem erstmalig zur Sprache gekommen. „Für Mika ist diese Variante nicht auszuschließen und müsste konkret geprüft werden“, heißt es beim Unternehmen. Die Investoren hätten bereits positive Erfahrungen mit einer solchen Konstruktion: Für die Berliner Wohnungsbaugesellschaft Lichtenberg mbH entwickelten sie das Projekt „Schokostücke“ in Berlin Alt-Höhenschönhausen.

Die Miethöhe der Wohnungen werde nach Fertigstellung individuell festgelegt – je nach den jeweiligen wohnlichen Gegebenheiten. Zu den konkreten Höhen kann man zum gegenwärtigen Zeitpunkt daher noch keine verlässliche Aussage treffen. Die Planungen für die Wohnungen der ersten Bauphase gingen von einer Miete von unter 10 Euro pro Quadratmeter aus. Da mit der Fertigstellung voraussichtlich Mitte 2018 zu rechnen sei, würden sich die Mieten an den dann marktüblichen Dresdner Mietpreisen orientieren. Grundsätzlich sei der Investor bereit für die weiteren Baufelder verschiedene Mietpreiskonzepte zu prüfen.

Ingolf Pleil

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