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Stadtpolitik Ostsächsische Sparkasse Dresden steigert Gewinn
Dresden Stadtpolitik Ostsächsische Sparkasse Dresden steigert Gewinn
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08:00 11.04.2018
Die Ostsächsische Sparkasse Dresden hat am Montag in Dresden ihre Bilanz für 2017 vorgelegt Quelle: dpa
Dresden

 Die Ostsächsische Sparkasse Dresden (OSD) hat es geschafft: Obwohl die Zinsen weiter im Keller sind, renditeträchtige Langfristanlagen auslaufen und alle 100 Filialen weiterbestehen, hat das regionale Geldhaus 2017 „mit 126 Millionen Euro das beste Betriebsergebnis der letzten Jahre erwirtschaftet“. Das erklärte am Dienstag in Dresden der OSD-Vorstandsvorsitzende Joachim Hoof und begründete es mit einer klugen strategischen Entscheidung: Man setze ausschließlich auf das klassische Geschäft mit den 45 000 Firmen – und den 600 000 Privatkunden.

OSD knackt bei Krediten Sechs-Milliarden-Euro-Grenze

In einer so prosperierenden Region, wie sie sich in und um Dresden findet, kann man schlechtere Ideen haben. Dank brummender Konjunktur lässt die Investitionsbereitschaft der Firmen wenig Wünsche offen, und auch die Neigung von Privatleuten, sich für Wohneigentum zu verschulden, ist ungebrochen. „60 Prozent dessen, was uns die Kunden bringen, fließt in Kredite“, erklärte Hoof, warum sich auch im Zins-Tal gut wirtschaften lässt. Erstmals in der Unternehmensgeschichte sei die Sechs-Milliarden-Euro-Grenze beim Kreditbestand übersprungen worden – im Vergleich zu 2016 ein Zuwachs von 7,5 Prozent.

Allein die Firmenkredite standen 2017 mit 3,23 Milliarden Euro in den Büchern – hier belegt der Zuwachs um 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie gut es er hiesigen Wirtschaft geht.

Nachfrage nach eigenen vier Wänden ungebremst

Und dass auch der private Sektor profitiert, zeigen die Milliarden Euro an Krediten für Privatkunden. Die flossen vor allem in Immobilien, sagte Hoof. Die Nachfrage habe die Preise in und um Dresden auf 150 bis 300 Euro je Quadratmeter ansteigen lassen, was dazu führe, dass nun auch Bannewitz, Freital, Heidenau und Pirna am Bauboom teilhaben.

Größe ist nicht alles

Den Rückgang der Bilanzsumme von 12,186 Milliarden (2016) auf 11,435 Milliarden Euro im vergangenen Jahr kommentierte Hoof entspannt mit dem Satz: „Größe ist nicht alles“. Und das Betriebsergebnis gibt ihm Recht. Für die 126 Millionen Euro Betriebsergebnis (vor Risikovorsorge) zahle die Sparkasse 23 Millionen Euro Steuern, von denen 15 Millionen vor Ort blieben. Die Differenz fließe mit dem Einverständnis des Verwaltungsrates ins Eigenkapital, um die hohen Sicherheitsauflagen erfüllen zu können.

Strafzinsen im sechsstelligen Bereich

Dass sich die Kundeneinlagen auf inzwischen 10,1 Milliarden Euro summieren, dürfte heute eigentlich keinen Banker mehr jubeln lassen – zu schwierig ist es, solche Beträge gewinnbringend anzulegen, zu gewiss ist es, dass die bevorzugten kurzfristigen Anlagen für die Geldinstitute Draufzahlgeschäfte sind. Hoof räumte ein, dass er in diesem Jahr mit einem sechsstelligen Betrag rechne, den die OSD für Strafzinsen an die EZB zahlen müsse. Trotzdem freut er sich über das Kundengeld: Es sei Ausdruck eines immensen Vertrauens in die Bank.

Der Vorstand der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, Joachim Hoof, schätzt das Vertrauen seiner 600 000 Privatkunden und 45 000 Firmenkunden. Quelle: Archiv/DNN

Wertpapiere im Trend

Die gute Nachricht: Wertpapiere liegen im Trend. Neben den 10 Milliarden Euro Einlagen verwahre das Kreditinstitut knapp zwei Milliarden Euro Depotvolumen seiner Kunden – 40 Millionen Euro mehr als 2016. Davon profitieren beide: Kunden wegen einer besseren Rendite, die Bank, weil sie an den Gebühren mitverdient.

Provisionsüberschuss gleicht Zinsverluste aus

Die Nullzinspolitik der EZB hat den Zinsüberschuss der OSD auf 224,9 Millionen Euro (2016: 228,8 Millionen Euro) sinken lassen. Mit wachsender Kreditvergabe, Vermittlung von Versicherungen und Immobilien, verstetigten Gebühren und einem florierenden Wertpapiergeschäft sei jedoch der Provisionsüberschuss erfreulich angestiegen. Dieser wuchs um 6,8 Millionen Euro auf 85,3 Millionen Euro und habe die Zinsdelle von rund vier Millionen Euro ausgeglichen.

Die wichtigsten Eckdaten zur Geschäftsentwicklung 2017Die wichtigsten Eckdaten zur Geschäftsentwicklung 2017

Bilanzsumme: 11,4 Mrd. EUR
Kundeneinlagen: 10,1 Mrd. EUR
Kreditbestand: 6,1 Mrd. EUR
Privatkunden: 600.000
Firmenkunden: 45.000
Mitarbeiter inkl. Tochtergesell.: 1600
Filialen: 100
Geldautomaten: 259 

Zahlen gerundet/Quelle: OSD

OSD behauptet Marktführerschaft

Mit Blick auf die Konkurrenz vor allem von Commerzbank und Deutscher Bank erklärte der OSD-Chef, der Marktanteil seines Hauses erreiche bei Privatkunden in den Städten 60 und auf dem Land 80 Prozent. Und immerhin jeder zweite Firmenkunde wickle seine Geschäfte über die Sparkasse ab. Um die Kunden bei der Stange zu halten, hat die Sparkasse zum Jahresbeginn 2018 ihr Beratungsangebot deutlich erweitert.

Mehr als drei Millionen Euro hat das Kreditinstitut 2017 in den Ausbau seiner Filialen, seiner W-Lan-Infrastruktur und in neue Mietfächer gesteckt. Für das laufende Jahr kündigte Hoof ebenfalls Millioneninvestitionen an und verwies dabei auf den Um- und Ausbau des Hauptsitzes am Güntzplatz in Dresden sowie auf Pläne für Filialen in Pirna und Lohsa.

Neuer Partner für Blue Code

Auch den Ausbau digitaler Produkte treibt die Sparkasse weiter voran. Für das Bezahlen per Smartphone mit Blue Code – hierfür ist bislang der Konsum der einzige Partner – habe man auch das Geibelt-Bad in Pirna gewonnen. Eine ähnliche bargeldlose Bezahl-App, die auf QR-Codes basiert, ist in China Marktführer mit fast 400 Millionen Teilnehmern. Der Dresdner Pilot mit dem Konsum verzeichne seit dem Start etwa 10 000Transaktionen in einem Umfang von 170 000 Euro, erklärte Joachim Hoof.

Fusionen: „Wir wären gesprächsbereit“

Fusionen seien derzeit kein Thema, erklärte der Instituts-Chef auf Nachfrage, schob jedoch nach: „Wir wären gesprächsbereit“. Für die nächsten drei Jahre schloss Hoof Filialschließungen ebenso aus wie den Abbau von Stellen. „Im Gegenteil“, sagte er: „Es ist schwierig, welche zu bekommen!“. Die OSD suche Wirtschaftsinformatiker und Immobilienfachleute und sei inzwischen dabei, diese Berufe selber auszubilden.

Von Barbara Stock

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