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Stadtpolitik Neues Gutachten zu Dresdner Krankenhäusern empfiehlt ein gemeinsames Direktorium
Dresden Stadtpolitik Neues Gutachten zu Dresdner Krankenhäusern empfiehlt ein gemeinsames Direktorium
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18:55 09.09.2015

Von Katrin Tominski

Kurz vor dem Bürgerentscheid zur Zukunft der Städtischen Krankenhäuser ist gestern inoffiziell ein neues Gutachten aufgetaucht. Die Botschaft ist klar: Die Krankenhäuser in Friedrichstadt und Neustadt müssen medizinisch effizienter zusammenarbeiten. Die Rechtsform ist dabei egal. Eine einheitliche Leitung beider Krankenhäuser sei jedoch unabdingbar. Allerdings wirft die Frage nach Herkunft und Umgang mit der Analyse viele Fragen auf.

m Warum taucht kurz vor dem Bürgerentscheid ein neues Gutachten auf?

Die medizinische Leistungs- und Strukturanalyse der Deutschen Krankenhaus Institut GmbH (DKI) wurde den Medienvertretern gestern inoffiziell zugespielt. Die Analyse ist von den Verwaltungsdirektionen der Krankenhäuser Friedrichstadt und Neustadt in Auftrag gegeben worden. Warum diese die Ergebnisse nicht offiziell vorstellten, sondern nur eine siebenseitige Zusammenfassung "durchsickern" ließen, bleibt jedoch unklar. Insider vermuten dahinter eine Strategie, um den Bürgerentscheid zu beeinflussen.

m Was ist das Ergebnis der Analyse?

Die Verfasser des Gutachtens halten die Ausarbeitung eines "ökonomisch tragfähigen Konzepts im Vorfeld einer Zusammenführung zwingend geboten". Darüber hinaus sei jedoch eine "Konzentration der Entscheidungskompetenz notwendig". Ein gleichberechtigtes Krankenhausdirektorium ist laut den Experten vom Deutschen Krankenhausinstitut "nicht mehr zeitgemäß". Eine Überführung der Krankenhäuser in eine privatrechtliche Struktur sei "dabei förderlich, aber nicht zwingend geboten".

m Warum hat die Stadt weder die Stadträte noch den Krankenhausausschuss informiert?

Der Stadt selbst liegt nach eigenen Angaben das komplette Gutachten noch nicht vor. Stattdessen wurde der Stadtspitze am 19. Januar die siebenseitige Zusammenfassung übergeben, die auch den DNN vorliegt. Am gleichen Tag beriet sich bis 22 Uhr auch der Stadtrat, dem das Papier nicht zugänglich gemacht wurde. Trotzdem beharrt die Verwaltung darauf, den Stadträten keine Informationen vorenthalten zu haben, da bis zum 19.1. diese Analyse nicht bekannt war", heißt es in einer Stellungnahme der Stadt.

m Warum hätte die Stadt davon wissen müssen?

Bürgermeister Detlef Sittel (CDU) selbst hat die Direktorien beider Krankenhäuser beauftragt, eine medizinische Leistungsbewertung durchführen lassen und bis zum 15. August vorzulegen. Sie haben danach die Analyse beim DKI in Auftrag gegeben. Eigenen Angaben zufolge ist Sittel jedoch weder über das beauftragte Institut noch über die Kosten informiert worden. Jedoch wusste er spätestens seit August, dass eine Analyse bei einem externen Institut in Auftrag gegeben wurde.

m Warum wurden zwei Gutachten bei unterschiedlichen Anbietern in Auftrag gegeben?

Bislang ist unklar, warum sich Stadt und Krankenhausdirektionen nicht besser abgestimmt haben. Fest steht, dass die Stadt nach der Veröffentlichung der heftig kritisierten Vorlage ein zweites Gutachten zur Erarbeitung eines Zukunftskonzepts beim Institut für betriebswirtschaftliche und arbeitsorientierte Beratung GmbH (BAB) in Auftrag gegeben hat. Kosten: 150 000 Euro. Das Institut hat Erfahrungen bei der Umwandlung der Krankenhäuser in Hannover und Berlin. Das von den Verwaltungsdirektoren beauftragte DKI arbeitet mit der Universität Düssel- dorf zusammen und gilt ebenfalls als erfahren und kompetent. Zu den Kosten des DKI-Gutachten wollten sich die Verwaltungsdirektoren nicht äußern. Die Stadt gestand ein: "Ja, das ist uneffektiv."

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