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Stadtpolitik Nach Krawallen zahlen Eigentümer die Zeche - Kosten des Polizeieinsatzes noch unklar
Dresden Stadtpolitik Nach Krawallen zahlen Eigentümer die Zeche - Kosten des Polizeieinsatzes noch unklar
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22:52 09.09.2015
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Die Höhe der drohenden Kosten konnte die Dresdner Polizei allerdings auch am Mittwoch noch nicht abschätzen. "Es gehen immer noch Anzeigen ein", bestätigte Polizeisprecherin Jana Ulbricht. Erste Zahlen wollen die Ermittler in der kommenden Woche präsentieren.

Fest steht bislang nur: Die unschönen Folgen der Ausschreitungen könnten einige Haus- und Autobesitzer teuer zu stehen kommen. "Schäden durch Steinwürfe oder Schmierereien an Fassaden sind in der Regel nicht in Gebäudeversicherungen enthalten, dazu ist eine zusätzliche Versicherung notwendig", sagte Christian Weishuber, Sprecher der Allianz Versicherung.

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"Es wird so sein, dass die Eigentümer auf den Kosten sitzen bleiben", meinte Christian Rietschel, Chef des Vereins Haus und Grund in Dresden. Viele Besitzer hätten wegen der horrenden Kosten keine zusätzlichen Versicherungen abgeschlossen. Die Chance, die Verursacher zu ermitteln und zum Schadensersatz heranzuziehen, sei leider sehr gering.

Bei beschädigten Autos kommen Versicherungen nur bei einer Vollkasko für alle Schäden auf. Eine Teilkasko schließt nach Worten von Allianz-Sprecher Weishuber immerhin noch Glas- und Brandschäden mit ein. Wer nur eine Haftpflichtversicherung besitzt, muss selbst in die Tasche greifen.

Besonders betroffen ist auch die Dresdner Stadtreinigung. Vielerorts waren Mülltonnen für die Errichtung von Barrikaden auf Straßen gerollt und zumeist angezündet worden. "Wir haben insgesamt 98 abgefackelte oder zerstörte Behältnisse gezählt", so Peter Hofinger, Geschäftsführer der Stadtreinigung. Den Schaden beziffert er auf rund 14 000 Euro. Geld, das die Stadtverwaltung selbst aufbringen muss. Auch die Stadtreinigung hatte wegen der hohen Kosten auf eine zusätzliche Versicherung bislang verzichtet.

Noch immer unklar ist, wie viel die Polizeieinsätze am 13. und 19. Februar am Ende den Steuerzahler kosten werden. Medienberichte, wonach sich die Ausgaben auf rund sieben Millionen Euro summieren, wies das Sächsische Innenministerium gestern zurück. "Es gibt noch keine Schätzungen", erklärte Ministeriumssprecherin Jana Kindt. Die Kosten für das Großaufgebot am 13. Februar im vergangenem Jahr beziffert die Behörde derzeit auf etwa 3,6 Millionen Euro. Allerdings sei auch diese Summe noch nicht endgültig.

Am 13. Februar dieses Jahr waren etwa 6000, eine Woche später etwa 6300 Polizisten aus der ganzen Bundesrepublik im Einsatz. Neben Verpflegung und Unterbringung muss der Freistaat auch die anfallenden Mehrkosten für Überstunden, Zuschläge oder Beschädigungen der Ausrüstung übernehmen.

Sebastian Kositz