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Stadtpolitik Kurzarbeit bei Globalfoundries Dresden
Dresden Stadtpolitik Kurzarbeit bei Globalfoundries Dresden
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20:34 11.06.2018
Kurzarbeit beim Chiphersteller Globalfoundries. Das Werk ist nicht ausgelastet.
Kurzarbeit beim Chiphersteller Globalfoundries. Das Werk ist nicht ausgelastet. Quelle: dpa
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Dresden

Der US-Konzern Globalfoundries (GF) setzt die Belegschaft in seinem Dresdner Chipwerk auf Kurzarbeit. Das hat der neue Geschäftsführer Thomas Morgenstern am Montagabend angekündigt. Außerdem will er Mitarbeiter dazu überreden, das Unternehmen freiwillig zu verlassen, damit er Lohnkosten sparen kann. Er machte eine „vorübergehende Unterauslastung“ der Fabrik für diese Kürzungen verantwortlich.

Der Halbleiter-Auftragsfertiger beschäftigt in Dresden rund 3500 Mitarbeiter. Wieviele davon von Kurzarbeit und Stellenabbau betroffen sein werden, wollte Standort-Sprecher Jens Drews auf Anfrage nicht mitteilen. „Wir werden das nun mit dem Betriebsrat verhandeln und wollen dies nicht in der Öffentlichkeit diskutieren“, sagte er. Drews verwies darauf, dass das Dresdner Chipwerk im Vergleich zu früheren Zeiten, als es noch vorrangig Prozessoren für den ehemaligen Mutterkonzern AMD herstellte, nun andere Märkte beliefere – und andere Kunden. Solch eine Umstellung sei nicht auf Knopfdruck zu machen und könne zu vorübergehenden Unterauslastungen führen. Wie stark das Werk Dresden ausgelastet ist, wollte er nicht mitteilen.

Das Unternehmen konzentriert sich in Dresden auf eine spezielle Chiptechnologie, die sich FD-SOI beziehungsweise FDX nennt. Sie ist vor allem für das sogenannte „Internet der Dinge“ (IoT) gedacht, in dem Elektronik zu relativ niedrigen Preisen und geringem Stromverbrauch gefragt sind. Laut GF-Angaben hat der Konzern inzwischen 36 Kunden für diese Halbleitertechnologie gefunden, darunter 13 aus Europa. Diese Auftraggeber wollen die damit gefertigten Chips für den Einsatz im Automobilbau, fürs Autonome Fahren, Künstliche Intelligenz, Kryptowährung und IoT-Geräte einsetzen. GF Dresden fahre derzeit FDX in der Strukturgeneration 22 Nanometer hoch, arbeite aber parallel dazu an der Entwicklung der nächsten FDSOI-Generation, 12FDX, mit 12-Nanometer- Strukturen.

Der Konzern hatte zuletzt neue Milliarden-Investitionen in die Dresdner Fabrik versprochen. „Wir werden auch weiter in Dresden investieren“, versicherte Jens Drews.

Von Heiko Weckbrodt