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Stadtpolitik Kulturpalast wird noch viel teurer
Dresden Stadtpolitik Kulturpalast wird noch viel teurer
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10:11 28.02.2017
Blick aus dem im Bau befindlichen Kulturpalast in Dresden. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Eigentlich sollte es am Montag auf der Sondersitzung von Finanz- und Kulturausschuss des Stadtrates um ein Darlehen in Höhe von 3,4 Millionen Euro an die Kommunale Immobilien Dresden GmbH & Co. KG (KID) gehen. Diese städtische Tochtergesellschaft baut den Kulturpalast um und ist auf der Zielgeraden unter Druck geraten. Im Dezember musste der Stadtrat den Etat der KID um 6,9 Millionen Euro aufstocken, damit kletterten die Baukosten für das Gebäude auf 95,5 Millionen Euro.

Das Geld reicht aber immer noch nicht. Den durchaus verdutzten Aufsichtsräten wurde gestern ein neuer Mehrbedarf von 4,3 Millionen Euro präsentiert – 900 000 Euro mehr als in der Ursprungsvorlage. Wenn sich alle Risiken realisieren und der ungünstigste Fall aller Fälle eintritt, klettern die Mehrkosten sogar auf 7,8 Millionen Euro, wurde den Ausschussmitgliedern nahegebracht.

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Der kollektive Aufschrei soll ausgeblieben sein. Nur vereinzelt sei gefragt worden, wieso denn immer wieder neue Kosten auftauchen und die vielen Gremien, die mit dem Umbau des Kulturpalastes befasst sind, eher wenig über die Probleme informiert wurden. Das Controlling habe nicht funktioniert, soll erklärt worden sein, vielleicht liege es auch an der mangelnden Erfahrung mit derartigen Großprojekten. Die KID hat zwar auch das Kraftwerk Mitte zu Spielstätten für Staatsoperette und theater junge generation umgebaut, aber dort war der Baukonzern Züblin als Generalübernehmer für die Kommunikation mit den am Bau beteiligten Unternehmen zuständig. Den Kulturpalast baut die KID in Eigenregie um, vor allem viele Nachträge hätten zu den Kostensteigerungen geführt.

Wie 7,8 Millionen Euro im städtischen Etat dargestellt werden sollen, war gestern kein Thema. Eher die Frage, wie viel Geld die KID erhalten soll. Der Vorschlag, 4,3 Millionen Euro zu beschließen und Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) freie Hand für unabweisbare Mehrkosten zu geben, fiel durch. Der OB kann nicht mal eben bis zu 3,5 Millionen Euro bewilligen. Schließlich gaben die Ausschussmitglieder Grünes Licht für 4,3 Millionen Euro an die KID. Tritt der schlimmste Fall ein, muss die Stadttochter einen Nachschlag beantragen. Sollte es so kommen, würden Mehrkosten von 14,7 Millionen Euro zu Buche stehen und der Kulturpalast insgesamt etwa 103,3 Millionen Euro kosten.

Von Thomas Baumann-Hartwig