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Stadtpolitik Holger Zastrow gewinnt den Fernsehturmstreit
Dresden Stadtpolitik Holger Zastrow gewinnt den Fernsehturmstreit
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08:26 06.07.2019
Blick auf die Anzeigen des Aufzuges für den Fernsehturm. Der Stadtrat hat einen Stein für die Wiedereröffnung aus dem Weg gerollt. Quelle: Foto: Anja Schneider
Dresden

Das waren dann mal klare Worte am Freitagnachmittag vor dem Stadtrat: „Wir sind bereit, Millionen für eine Attraktion auszugeben. Wir müssen in Größenordnungen in Straßenbau investieren. Gibt es in dieser Stadt nichts Wichtigeres zu tun? Sollten wir etwas von dem vielen Geld nicht lieber in Klimaschutz investieren?“, fragte Wolfgang Deppe, umweltpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, beim Thema Fernsehturm.

Dieser liege eben am Rand der Stadt in einem Wohngebiet. „Man kann die Stadt auch sehr schön vom Rathausturm besichtigen“, erklärte der Grünen-Stadtrat. „Man merkt, dass Herr Deppe noch nie auf dem Fernsehturm war und die Faszination nicht erleben durfte“, kommentierte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) den Redebeitrag. Um nach Protest von Grünen-Fraktionsvorsitzendem Thomas Löser anzufügen, dass er es abwertend gefunden habe, wie Deppe mit bürgerschaftlichem Engagement umgegangen sei. „Ich meine all die vielen Menschen, die sich für den Fernsehturm engagieren“, so Hilbert.

Ein Rundgang auf dem Dresdner Fernsehturm

Rundgang auf dem Dresdner Fernsehturm

Als Sieger aus der Debatte ging Holger Zastrow hervor, Stimmenkönig bei der Stadtratswahl am 26. Mai, Vorsitzender der FDP-Fraktion und – wie Thomas Blümel von der Bürgerfraktion erklärte – „Mister Fernsehturm“. Zastrow hatte den Stadtrat eindringlich gewarnt, einem Antrag der Grünen zum Verkehrskonzept für den Fernsehturm zuzustimmen. Ein „Misstrauensantrag gegen den Fernsehturm“ sei der Antrag, eine Steilvorlage für all jene, die das Vorhaben zerreden wöllten, meinte der Fraktionsvorsitzende. „Wer die Latte so hoch legt, will den Fernsehturm nicht. Wie Herr Deppe ja auch offen zugibt“, erklärte Zastrow und sorgte für einen Umschwung im Saal.

Vielleicht hätte es ja für eine Mehrheit für die Grünen gereicht, die fordern, hauptsächlich ohne Individualverkehr für den Fernsehturm zu planen. Es sei nicht zweckvoll, einen großen Parkplatz in Fernsehturmnähe zu errichten, meinte denn auch Tilo Wirtz (Die Linke), die Anfahrt müsse mit Sammeltransporten erfolgen.

Zastrow dagegen meinte, es müsse in Einzelfällen auch möglich sein, mit dem Auto bis zum Fernsehturm zu fahren. „Wir wollen ein Konzept, dass die Belange von Umwelt und Anwohnern berücksichtigt“, bekannte der Fraktionsvorsitzende. Und gewann die Abstimmung mit 36 gegen 33 Stimmen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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