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Stadtpolitik FDP fordert Kurswechsel in der Verkehrspolitik in Dresden – Grüne widersprechen
Dresden Stadtpolitik FDP fordert Kurswechsel in der Verkehrspolitik in Dresden – Grüne widersprechen
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18:23 23.11.2017
Die Grafik zeigt die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel.
Die Grafik zeigt die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel.  Quelle: DNN, Eylert
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Dresden

 Die FDP im Stadtrat fordert einen Kurswechsel in der Verkehrspolitik in Dresden. Bei den Grünen wird dazu allerdings kein Anlass gesehen. Die Parteien regierten damit am Donnerstag auf die Zahlen im jüngsten DNN-Barometer. Demnach nutzen 41 Prozent der für die im Auftrag der DNN vom Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden repräsentativ befragten 502 Dresdner ihr Auto täglich – im August 2014 waren es nur 29 Prozent. Parallel dazu sinken die Zahlen bei der Nutzung von Rad, Bus und Bahn.

„Der unter Rot-Rot-Grün eingeschlagene Weg, Straßen zurückzubauen und den motorisierten Individualverkehr einzuschränken und zu behindern, ist ein Irrweg“, erklärte Holger Zastrow, Vorsitzender der FDP/FB-Fraktion. Die Dresdner Verkehrspolitik müsse der Entwicklung Rechnung tragen und für einen fairen Ausgleich zwischen den Interessen der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer sorgen, fordert Zastrow. „Dazu gehörten leistungsfähige Hauptverkehrsstraßen, der Abbau von Staustellen und genügend öffentliche Parkplätze insbesondere in Wohngebieten. Auch die Schaffung von Park&Ride-Plätzen, intelligente Trassenführungen und innovative Lösungen für den Radverkehr gehörten auf die To-Do-Liste der Straßenbauverwaltung.“

Widerspruch zu den Ergebnissen des Barometers gab es von den Grünen. „Diese subjektiven Wahrnehmungen stimmen nicht mit den Erkenntnissen der Verkehrswissenschaft überein“, erklärte der verkehrspolitische Sprecher der Stadtratsfraktion, Johannes Lichdi. Nach der repräsentativen Verkehrserhebung der TU Dresden „Mobilität in Städten – SrV“ sinke die Nutzungshäufigkeit des KfZ, während die Anzahl der DVB-Nutzer kontinuierlich wächst. Auch der Radverkehr steigt an.“ Es bestehe daher kein Anlass, den Ausbau des Radverkehrs und des ÖPNV zu drosseln.

Das DNN-Barometer umfasst neben Daten zum Nutzungsverhalten auch Einschätzungen zur Infrastruktur und zum Investitionsbedarf. So hielt sich bei der Bewertung der Straßen positive und negative Urteile die Waage. 40 Prozent meinten, der Straßenzustand hätte sich im letzen Jahr eher „verschlechtert“. 36 Prozent schätzen ihn dagegen als „verbessert“ ein und 24 Prozent gaben an, sie könnten es „nicht beurteilen“. Auch beim Ausbau der Verkehrswege gibt es keine Präferenz für Straßen. 50 Prozent der Befragten halten Investitionen in Radwege für „sehr wichtig“, 44 Prozent sehen das bei den Straßen so.

Von Ingolf Pleil