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Stadtpolitik Dresden will Ginsterstraße wieder zum Schulstandort machen
Dresden Stadtpolitik Dresden will Ginsterstraße wieder zum Schulstandort machen
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12:52 22.03.2019
Der frühere Schulstandort Ginsterstraße 3 in Dresden soll wieder reaktiviert werden. Quelle: Stadt Quelle: ipleil
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Dresden

Die Stadt will mit Millionen-Aufwand die geplante Reaktivierung des alten Schulstandortes auf der Ginsterstraße auf den Weg bringen. Im Stadtrat soll dazu demnächst unter anderem die Finanzierung beschlossen werden.

Das alte Schulgebäude auf der Ginsterstraße 3 (Schultyp Dresden R84) steht seit etwa zehn Jahren leer. Die dazugehörige Sporthalle nutzen derzeit Vereine. Nach dem sprunghaften Anstieg der Asylbewerberzahlen war 2016 damit begonnen worden, den Standort als Asylunterkunft auszubauen. Zunächst sollten 600 Personen untergebracht werden, nachdem dies auf Widerstand gestoßen war, wurde die Zahl auf 300 reduziert. Schließlich gingen die Asylbewerberzahlen weiter deutlich zurück und die Stadt verfolgte den Umbau zur Flüchtlingsunterkunft nicht mehr weiter. Mitte 2016 verkündete die Verwaltung, dass der Standort wieder als Schule reaktiviert werden soll.

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Auslagerungskapazitäten knapp

Das soll nun auf den Weg gebracht werden. Nach den Plänen der Stadt wird das Gebäude ein dauerhafter Auslagerungsstandort für Schulbauarbeiten. Solche Gebäude sind notwendig, damit in sanierungsbedürftigen Schulen Bauarbeiten erfolgen können, während die Kinder anderswo unterrichtet werden. Mit der Nutzung als regulärer Schulstandort hat die Stadt zuletzt Auslagerungskapazitäten verloren, etwa am Berthelsdorfer Weg oder an der Cämmerswalder Straße.

Die vorgesehenen Sanierungsarbeiten sollen die bauaufsichtlichen Bedingungen für die Nutzung als Schulstandort wieder herstellen. Dabei werde weitgehend an die bereits erfolgten Umbaumaßnahmen für die Asylunterbringung angeknüpft, die Mitte 2017 gestoppt worden waren. Die verfügbaren Räume ermöglichen laut Stadtverwaltung die Auslagerung von Grundschulen, Oberschulen und mit zusätzlichen Anpassungsarbeiten auch von Förderschulen.

Ginsterstraße 1 „nicht wirtschaftlich“

Der unmittelbar benachbarte ehemalige Schulstandort Ginsterstraße 1 mit Sporthalle ist nicht in die jetzigen Sanierungspläne einbezogen. Die dortige Sporthalle ist aufgrund von Bauschäden nicht nutzbar. Eine Reaktivierung betrachtet die Stadt aufgrund der Schäden und des finanziellen Aufwands als „nicht wirtschaftlich“. Die Ginsterstraße 1 stehe für die im lokalen Handlungskonzept Gorbitz vorgesehene Entwicklung eines Gemeinde-Sportzentrums zur Verfügung.

An der Ginsterstraße 3 will die Stadt unter anderem die Brandschutztechnik und die Elektrotechnik auf den neuesten Stand bringen, die Sanitäranlagen erneuern und im Untergeschoss eine Ausgabeküche einrichten. Wo notwendig, werden auch Fußböden erneuert. Mit einem Aufzug soll das Gebäude barrierefrei werden. Zudem entstehen 150 Fahrradstellplätze. Die Sportfreianlagen sollen nach den städtischen Plänen als gesondertes Teilobjekt erneuert werden und sind nicht Gegenstand der jetzigen Vorlage, mit der sich ab Anfang April die Fachausschüsse und möglichst am 9. Mai der Stadtrat befassen soll. Die Sportfreianlagen stellten einen Vorgriff auf die für das Gemeinde-Sportzentrum geplanten Sportanlagen dar und sollen mit Geldern aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt Gorbitz“ finanziert werden. Außerhalb der schulischen Nutzung sollen die Sportanlagen für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Die Sporthalle können auch nach der Sanierung Vereine nutzen.

Baustart im Sommer

Nach den gegenwärtigen Plänen sollen die Bauarbeiten im Sommer beginnen. Ab dem Schuljahresbeginn 2020/21 soll Unterricht möglich sein. Zunächst sei dann die Bauauslagerung der 76. Oberschule geplant, daran würde sich die Bauauslagerung der 12. Grundschule anschließen. Alles hängt jedoch vom jeweiligen Baufortschritt an den Sanierungsobjekten ab.

4,66 Millionen Euro sollen die Baumaßnahmen kosten, einschließlich Baupreissteigerung könnten es mindestens 4,8 Millionen werden. Für die Ausstattung kommen noch 630 000 Euro dazu. Als Behelfsbau sei das Vorhaben nicht über die Förderrichtlinie Schulische Infrastruktur förderfähig. Im Doppelhaushalt 2019/20 seien 4,67 Millionen Euro derzeit eingestellt. Der Mehrbedarf werde aus dem Haushaltsansatz für das Investitionsprogramm gedeckt.

Von Ingolf Pleil