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Polizeiticker Toter in der JVA Dresden gefunden
Dresden Polizeiticker Toter in der JVA Dresden gefunden
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11:03 28.02.2017
Ein Häftling der Justizvollzugsanstalt (JVA) Dresden schaut aus seiner Zelle.
Ein Häftling der Justizvollzugsanstalt (JVA) Dresden schaut aus seiner Zelle. Quelle: dpa
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Dresden

In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Dresden ist es zu einem Todesfall gekommen: Bereits am Freitag wurde ein 39-jähriger Deutscher leblos in seiner Zelle gefunden, bestätigte die Staatsanwaltschaft Dresden gegenüber der DNN. Der Häftling war 2009 wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Laut der Staatsanwaltschaft gibt es gegenwärtig keine Hinweise auf Fremdverschulden. Im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wurde eine Obduktion angeordnet, die im Laufe der Woche durchgeführt werden und Klarheit bringen soll. „Es spricht nach jetzigem Stand auch weniger für einen Suizid als für einen natürlichen Tod“, erklärte die Staatsanwaltschaft. Das heißt zumindest: Der Mann hat sich weder erhängt, noch wies er anderweitige äußere Verletzungen auf. Die Rechtsmediziner müssen nun unter anderem klären, ob möglicherweise eine Überdosis Medikamente zum Tod geführt hat – das würde für einen Selbstmord sprechen.

Die Gefangenen-Gewerkschaft (GG) kritisierte in diesem Zusammenhang die „chaotischen Verhältnisse in sächsischen Justizvollzugsanstalten“. Erst vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass die medizinische Versorgung in der JVA Dresden etwa eine Woche nicht gewährleistet werden konnte. An diesem Zustand habe sich – trotz anderweitiger Zusagen – kaum etwas geändert, so ein GG-Sprecher: „Inzwischen müssen normale Vollzugsbedienstete Aufgaben übernehmen, die sie rein rechtlich nicht übernehmen dürften. Insbesondere bei der Medikation und Ausgabe von Medikamenten.“ Laut der Gewerkschaft war es zuletzt auch zu Übergriffen gekommen. Zudem waren Urin und Spucke „in Einzelportionen“ des Häftlingsessens gefunden worden – die Insassen drohten deshalb Ende Januar mit Hungerstreik. Die Vorgänge waren ans Licht gekommen, weil ein Häftling das Treiben in der Küche beobachtete und meldete.

Von Andreas Debski

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