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Polizeiticker Staatsanwaltschaft Dresden klagt einen Mann und zwei Frauen wegen Zuhälterei an
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Staatsanwaltschaft Dresden klagt einen Mann und zwei Frauen wegen Zuhälterei an

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11:37 31.07.2020
Ob die Anklage zugelassen wird, entscheidet nun das Landgericht Dresden. Quelle: dpa/Peter Steffen
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Dresden

Ein 31-Jähriger und zwei Frauen im Alter von 25 und 41 Jahren sollen sich vor dem Dresdner Landgericht wegen Zuhälterei, besonders schwerer Zwangsprostitution und Menschenhandels verantworten. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage gegen die drei Bulgaren erhoben, die seit 2016 unter Vorspiegelung falscher Tatsachen junge Frauen aus dem südosteuropäischen Land nach Deutschland gelockt haben sollen.

Ein Beschuldigter starb in Haft

So versprachen sie etwa den Frauen, sie würden hier nur als Begleitdame tätig sein. Auch beliebt: Die Loverboy-Methode. Dabei täuscht einer der Täter eine Beziehung vor und stellt so eine emotionale Abhängigkeit des Opfers her, um es dann in die Prostitution zu führen. Die bulgarischen Frauen, in Deutschland ohne Sozialkontakte und Einkommen gestrandet, wurden mittels Drohungen und Gewalt zur Prostitution in drei verschiedenen Bordellen in Dresden gezwungen.

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Die drei Beschuldigten bestimmten den Ermittlern zufolge nicht nur, wo die Frauen anschaffen gehen mussten, sondern auch zu welchen Bedingungen und Preisen sie welche sexuellen Handlungen durchzuführen hatten. Sogar den Wohnort sollen sie den Frauen vorgeschrieben haben.

Der 31-Jährige sitzt seit 17. Oktober vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. An diesem Tag führten Staatsanwaltschaft und Polizei Razzien in den drei Bordellen und zwei Wohnungen durch. Sie trafen 20 Prostituierte an, die allesamt vernommen wurden. Insgesamt wurden vier Personen festgenommen, darunter der männliche Beschuldigte. Ein 43-jähriger festgenommener Bulgare erkrankte im Dezember in Haft lebensbedrohlich und verstarb im Januar. Die zwei weiblichen Angeklagten befinden sich derzeit unter Auflagen auf freiem Fuß.

Ob die Anklage zugelassen wird, entscheidet nun das Landgericht Dresden.

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Von fkä