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Polizeiticker Polizei: Neustadt bleibt Dresdens Drogenhotspot Nummer eins
Dresden Polizeiticker Polizei: Neustadt bleibt Dresdens Drogenhotspot Nummer eins
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16:53 28.01.2019
Im August 2018 gab es eine ganze Kontrollserie, die mit einer aufsehenerregenden Großrazzia auf dem Scheunevorplatz begann. Quelle: Anja Schneider/Archiv
Dresden

Das Szeneviertel Äußere Neustadt bleibt ein Drogenhotspot. „Anwohner, Gewerbetreibende und unsere Einsatzkräfte bestätigen immer wieder, dass der Handel mit Drogen in der Äußeren Neustadt zunimmt“, sagt Matthias Imhof, der Leiter des zuständigen Polizeireviers Nord. Sogar zivilen Polizisten seien im vergangenen Jahr mehrfach Drogen zum Kauf angeboten worden. „Diesen Trend zu stoppen, ist möglich“, zeigt sich Imhof hoffnungsvoll.

30 Mal gegen Straßenkriminalität

Versucht wird das vor allem durch besondere Einsätze, zu der ein verstärktes Polizeiaufgebot meist in den Nächten auf Sonnabend und Sonntag Drogenhandel aber auch andere Straßenkriminalität wie Diebstahl und Körperverletzung in den Blick nimmt. 30 solcher Einsätze hat es im vergangenen Jahr gegeben, wie Imhof bilanziert. Dabei wurden 235 Strafverfahren eingeleitet, 152 allein wegen Drogendelikten. Allerdings handelte es sich dabei 135 Mal um den Besitz meist kleinerer Mengen Rauschgift, 17 Mal wurden Drogenhändler erwischt. Hinzu kamen 13 Ermittlungsverfahren wegen Diebstählen und zwölf wegen Körperverletzungen.

Mathias Imhof ist als Leiter des Reviers Nord auch für die Dresdner Neustadt zuständig. Quelle: Anja Schneider

Drogenkriminalität ist eine sogenannte Holkriminalität. Dealer und Konsumenten zeigen sich in der Regel nicht gegenseitig an, fliegen nur bei Polizeikontrollen auf. „Das Aufrechterhalten des Verfolgungsdrucks an herausragenden Kriminalitätsbrennpunkten ist erklärtes strategisches Ziel der Dresdner Polizei“, sagt Revierleiter Imhof daher. Die Kräfte des Reviers geraten dabei jedoch an ihre Grenzen. Regelmäßige Aktionen gegen die Straßenkriminalität ist nur durch Unterstützung der Bereitschaftskriminalität möglich. Fehlen diese Einsatzkräfte, weil sie anderswo etwa die Sicherheit bei Fußballspielen oder Demonstrationen gewährleisten müssen, bleiben die Drogenkontrollen in der Neustadt aus.

Mehrzahl der Täter Deutsche

Das dürfte einer der Gründe sein, weshalb die Zahl der Kontrollen im vergangenen Jahr rückläufig ist. 2017 war die Polizei noch 53 Mal, nach anderen Zählarten gar 71 Mal im Einsatz auf den Straßen der Neustadt – das ist in etwa doppelt so oft wie 2018. Dennoch können sich die Zahlen sehen lassen, wie Imhof mit Blick auf die Bilanz 2018 findet.

Tatsächlich kann sein Revier für das vergangene Jahr trotz nur etwa halb so vieler Einsätze höhere Zahlen an Strafverfahren und Tatverdächtigen nachweisen als noch ein Jahr zuvor. 221 Verfahren und 213 Verdächtige waren es 2017, ein Jahr später die genannten 235 Verfahren mit 215 Tatverdächtigen. Der Großteil der mutmaßlichen Täter sind Deutsche (110). In der Herkunftsstatistik folgen Tunesien (39), Libyen (18), Syrien (8), Marokko (7), Afghanistan (6) sowie 17 weitere Nationen.

Vorbild Wiener Platz

Die hohe Zahl an Ermittlungsverfahren wegen Drogendelikten trotz weniger Kontrollen bedeutet, dass Imhofs Leute effektiver arbeiten, die Szene inzwischen besser kennen. Andererseits kann diese hohe Erfolgsquote aber auch heißen, dass in der Neustadt in Sachen Drogenkriminalität aktuell mehr zu holen ist als das noch vor einem Jahr der Fall war. Hintergrund für diese Vermutung ist, dass sich der Drogenhandel vom ehemaligen Hauptumschlagspunkt am Wiener Platz verzogen hat. Bei der Polizei vermutet man, dass sich das Geschehen einerseits von der Straße in Wohnungen verlagert hat, andererseits aber auch ins Ausgehviertel Neustadt abgewandert ist, das auf Alaunplatz, Scheunevorplatz und auch Albertplatz seit Längerem mit einem Drogenmarkt zu kämpfen hat.

Für Revierleiter Imhof ist der Wiener Platz ein Beispiel für einen gelungenen Kampf gegen Drogenhandel. Dort habe man gesehen, dass es „einen langen Atem“ brauche, also steten Druck auf die Drogenszene. Dafür ist man 2018 in der Neustadt auch neue Wege gegangen. So wurde im August bei einer großen Razzia der Scheunevorplatz komplett abgeräumt. 47 Menschen wurden kontrolliert, dazu zwei Geschäfte als potenzielle Drogenlager untersucht. Gefunden wurden damals nur geringe Mengen Drogen, die Razzia war jedoch Auftakt einer ganzen Einsatzserie, die Eindruck auf die Drogenhändler machen sollte. Viele Besitzdelikte, aber auch einige kleinere Drogenlager wurden in dieser einen Woche festgestellt. Gut möglich, dass Revierleiter Imhof 2019 wieder neue Einsatzformen auf die Straße bringt. Man wolle in jedem Fall nicht nachlassen, meint er. „Auch wenn unsere Kontrollergebnisse gut klingen, bleibt noch viel zu tun.“

Von Uwe Hofmann

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