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Polizeiticker Dresden-Friedrichstadt: Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist entschärft
Dresden Polizeiticker

Mutmaßliche Bombe in Dresden-Friedrichstadt gefunden

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12:23 13.11.2021
Die entschärfte 250-Kilo-Fliegerbombe transportieren die Spezialisten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst nach Zeithain.
Die entschärfte 250-Kilo-Fliegerbombe transportieren die Spezialisten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst nach Zeithain. Quelle: Roland Halkasch
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Dresden

Es ist vollbracht: Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes haben die am Freitagnachmittag in der Friedrichstadt Dresden gefundene Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Das teilte die Polizei mit.

Um Punkt 6.15 Uhr gaben die Experten Entwarnung: Zu diesem Zeitpunkt hatten sie die beiden Zünder des Blindgängers ausgebaut. Die Verantwortlichen transportieren den Sprengsatz anschließend zur zentralen Sammelstelle nach Zeithain.

Die Sprengmeister Hans-Peter Schmidt (l.) und Daniel Großer-Scholz entschärften die Fliegerbombe. Quelle: Roland Halkasch

Zuvor hatte über Stunden eine Evakuierung stattgefunden, die im Großen und Ganzen reibungslos verlief, so die Polizei weiter. Der betroffene Radius rund um den Fundort betrug etwa 800 Meter. Über 7000 Dresdner sind in dem Bereich gemeldet. Wie viele ihre Wohnung schlussendlich verlassen mussten, konnte die Polizei nicht beziffern. Fest steht: Am Morgen konnten sie zurückkehren. Dafür standen Busse der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) bereit. Bis zum Samstagmittag dürften nahezu alle Betroffenen wieder in ihren Wohnungen sein.

Notunterkünfte standen bereit

Bis zu 400 Betroffene waren in drei Notunterkünften eingekehrt, die die Stadt eigens eingerichtet hatte: die Schulen an der Clara-Zetkin- und Aachener Straße sowie die Energieverbundarena an der Magdeburger Straße. Vor allem die Unterbringung von an Corona Erkrankten war eine „Herausforderung“, wie die Verantwortlichen mitteilten.

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Zu Beginn hatte es in einer der drei Unterkünften die Möglichkeit gegeben, Corona-Kranke oder Menschen mit Symptomen aufzunehmen – separiert von allen anderen. Im Verlauf der Nacht erreichten zwei Unterkünfte ihre Kapazitätsgrenzen, darunter auch ebenjene mit Quarantänebereich. Kurzerhand richteten die Verantwortlichen in der Letztverbliebenden einen solchen ein.

Im Krankenhaus Friedrichstadt kamen 29 pflegebedürftige Personen unter. Alle Evakuierten konnten die Unterkünfte mit einem Busshuttle der DVB erreichen.

250 Kilogramm schwere Bombe

Auch ein Pflegeheim lag in dem von den Einsatzkräften definierten Evakuierungsradius. Allerdings konnten die Bewohner wohl innerhalb des Gebäudes in Sicherheit gebracht werden, so ein Polizeisprecher gegenüber den DNN. Wie die Feuerwehr auf Twitter weiter mitteilte, waren auch eine Asylunterkunft und eine Obdachloseneinrichtung betroffen.

Um 4.30 Uhr waren laut Feuerwehr alle Evakuierungsmaßnahmen abgeschlossen und die Bombenentschärfer aus Zeithain konnten mit ihrer Arbeit beginnen.

Bombe musste vor Ort entschärft werden

Bauarbeiter hatten die Fliegerbombe gegen 15 Uhr an der Fröbelstraße gefunden. Daraufhin sperrte die Polizei das Areal in Höhe Semmelweisstraße ab. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Zeithain rückte an und untersuchten den 250 Kilogramm schweren Sprengsatz US-amerikanischer Bauart. Die Spezialisten mussten die Bombe noch in der Nacht entschärfen, da sie bei den Bauarbeiten bewegt worden war.

Der Evakuierungsradius. Quelle: Polizei Dresden

An dem Einsatz waren neben 212 hauptamtlichen und freiwilligen Feuerwehrleuten, Rettungsdiensten und dem Technischen Hilfswerk auch 190 Polizisten beteiligt. Die gesperrten Straßen wurden am Morgen wieder freigegeben.

Bombenfund an der Fröbelstraße

Erinnerungen an Bombe in Löbtau 2018

Vor über drei Jahren hatte eine ähnlich schwere Bombe Dresden knapp 48 Stunden in Atem gehalten: Im Mai 2018 sorgte ein britischer Sprengsatz, der an der Löbtauer Straße/Ecke Wernerstraße gefunden wurde, für Verkehrssperrungen und Evakuierungen in Löbtau.

Damals war es zu einer Teildetonation gekommen, womit die Einsatzkräfte allerdings rechneten. Sie hatten extra einen Schutzwall aus Nizzasperren zur benachbarten Tankstelle gebaut und auf die Bombe dicke Packen aus gepresster Pappe und Zeitungspapier gepackt.

Die Konstruktion sollte die Wucht der Explosion, mit der mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit zu rechnen war, auffangen. Das taten die Pakete auch, allerdings fingen sie Feuer, weshalb ein aus Leipzig herangeschaffter Löschroboter zum Einsatz kam. Alles in allem zeigte sich der damalige Spezialist Holger Klemig zufrieden – trotz des langen Verlaufs.

Von ffo und ttr