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Polizeiticker Mord an 41-Jähriger – Polizei fasst Tatverdächtigen in Österreich
Dresden Polizeiticker Mord an 41-Jähriger – Polizei fasst Tatverdächtigen in Österreich
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17:57 24.04.2017
Mit Spürhunden haben Polizisten am Montag nach der Tatwaffe gesucht. Quelle: Tino Plunert
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Dresden

In Österreich klickten die Handschellen. Polizeibeamte der Alpenrepublik haben in den frühen Morgenstunden des Montags den flüchtigen Shahjahan Butt gefasst. Der 29-jährige Pakistaner wird verdächtigt, am Freitag eine 41-jährige Vietnamesin in ihrer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Alaunstraße ermordet zu haben.

Es handelt sich um den Lebensgefährten des Opfers, auf den schnell der Verdacht der Ermittler fiel. Nachdem er in Dresden nirgends mehr auffindbar war, suchte die Polizei seit Sonnabend mit einem europäischen Haftbefehl nach dem Tatverdächtigen. Das führte nun zum Fahndungserfolg. In einem Zug nahe Villach erkannten Polizisten gegen 0.45 Uhr den Gesuchten. Eine Personenüberprüfung schafften Gewissheit, dass es sich um den Tatverdächtigen handelt. Der sitzt seither in österreichischen Gewahrsam. Wann er nach Dresden überstellt wird, ist derzeit offen.

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Man werde ein entsprechendes Gesuch auf Auslieferung stellen, sagt der stellvertretende Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, Steve Schulze-Reinhold auf DNN-Anfrage. Es handele sich um ein bürokratisches Verfahren, dass einige Wochen, aber keine Monate andauern werde.

Wann die Ermittler das erste Mal mit dem Tatverdächtigen sprechen werden, ist entsprechend offen. Es sei noch nicht entschieden, ob man den 29-Jährigen in einer österreichischen Haftanstalt vernehme oder ob man bis zu seiner Auslieferung nach Dresden damit warte, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Schulze-Reinhold. Das wichtige sei, dass der alleinige Tatverdächtige – es gibt derzeit keine Hinweise auf einen Mittäter – gefasst sei.

Dabei gibt es einige Punkte, die der 2015 als Asylbewerber nach Dresden gekommene Tatverdächtige erhellen könnte. Zum Beispiel suchten Polizisten gestern erneut mit Suchhunden nach der Tatwaffe, über deren Verbleib nichts Näheres bekannt ist. Die Ermittlungen dauerten noch an, sagt Schulze-Reinold dazu. Es soll sich um einen spitzen Gegenstand handeln, so viel könne man nach der Obduktion der Leiche am Sonnabend sicher sagen, meint er. Ebenfalls eine Erkenntnis aus der rechtsmedizinischen Untersuchung: Die 41-jährige Ladenbesitzerin sei mit hoher Warscheinlichkeit im Schlaf gestorben, wie der Sprecher sagt. Deswegen ermittelt die Staatsanwaltschaft inzwischen ausdrücklich wegen Mordes.

Ein Bekannter der 41-jährigen Geschäftsfrau hatte die Leiche am Freitagnachmittag gefunden und die Polizei verständigt. Die ging nach Ansicht des Tatorts sofort von einem Tötungsdelikt aus. Als Motiv gilt derzeit eine Beziehungstat als am wahrscheinlichtsten, auch wenn Tatverdächtiger und Opfer gemeinsam im Imbiss der 41-Jährigen gearbeitet haben sollen.

Von uh