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Polizeiticker Aktivisten besetzen Haus am Basteiplatz in Dresden
Dresden Polizeiticker Aktivisten besetzen Haus am Basteiplatz in Dresden
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07:41 25.08.2019
Hausbesetzung am Basteiplatz 3 in Dresden. Quelle: xcitepress/cw
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Dresden

Die leerstehende „Villa Frantelilo“ am Basteiplatz 3 in Dresden-Strehlen ist am Sonnabend besetzt worden. In dem Haus gegenüber der Palucca-Schule hielten sich zwölf Personen auf, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner am späten Nachmittag auf Anfrage der DNN.

Wie die Polizei weiter mitteilte, zeigten die Besetzer ein Plakat mit dem Schriftzug „Häuser besetzen statt Bäume verletzen“. Vor dem Grundstück versammelten sich etwa zeitgleich 80 Personen, die dort eine spontane Versammlung abhielten. Die Polizei rückte an und vermittelte ein Gespräch zwischen dem Eigentümer des Hauses und den zwölf Besetzern. Danach verließen sie das Gebäude.

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Organisiert hatte die Aktion die Dresdner Gruppe „Wir besetzen Dresden“, wie auf einem Banner und in sozialen Medien zu lesen war. Laut ihren Angaben bei Twitter will die Gruppe „Leerstand zu Wohnraum“ umwandeln. „Der Sommer 2019 in Dresden steht ganz im Zeichen der Aneignung von ungenutztem Wohnraum“, schreiben die Aktivisten. So besetzten sie beispielsweise Ende Juli Gebäude an der Königsbrücker Straße 97. Mit ihren Aktionen wollen sie auf „die angespannte Wohn- und Freiraumsituation in Dresden aufmerksam machen und auf eine gemeinschaftliche Nutzbarmachung leerstehender Häuser hinarbeiten“.

Hausbesetzung am Basteiplatz 3. Quelle: xcitepress/cw

Besetzer stellen Forderungen an Eigentümer und Stadt

In Bezug auf die „Villa Frantelilo“ veröffentlichte „Wir besetzen Dresden“ in ihrem Blog Forderungen an den Hauseigentümer und die Stadt Dresden. Der Besitzer möge die Besetzer dulden, bis eine einvernehmliche Lösung gefunden wurde. Zudem soll er erlauben, dass das Haus als soziales Zentrum und als Wohnraum genutzt werden darf, „mindestens für die Zeit, bis ein nachvollziehbarer Wohnbedarf am Haus besteht“. Der Garten soll zum Gemeinschaftsgarten werden, wenn es nach den Besetzern geht. Da der Eigentümer in den vergangenen Jahren angeblich widerrechtlich 18 Bäume gefällt habe, sollen genauso viele Bäume nachgepflanzt werden.

An die Landeshauptstadt gerichtet fordern die Aktivisten unter anderem, dass leerstehende Gebäude und brachliegende Flächen dokumentiert und veröffentlicht werden und dass geprüft wird, ob Wohnraum und leerstehende Häuser vergesellschaftet werden können. Zudem dringen sie auf eine Mietpreisdeckelung sowie einen „sofortigen Stopp der Verdrängungsmaßnahmen gegen wohnungslose Menschen an den Dresdner Stadtrand“.

Dabei betonen die Hausbesetzer mehrfach, dass sie „keinerlei Interesse an einer Eskalation der Situation“ hätten und um einen sorgfältigen Umgang mit der denkmalgeschützten Bausubstanz bemüht sind.

Gespräche mit Eigentümer

Gegen 17.30 Uhr öffnete die Polizei laut Twittermeldungen der Linken-Landtagsabgeordneten Juliane Nagel gewaltsam die Türen des Gebäudes und beschlagnahmte offenbar auch ein oder mehrere Banner. Die Beamten machten den Besitzer der Villa ausfindig. Er sprach am Abend mit den Hausbesetzern und sicherte ihnen laut Nagel weitere Kommunikation und Möglichkeit der Nutzung des Geländes Basteiplatz 3 zu.

Die Einsatzkräfte nahmen die Personalien der zwölf Besetzer auf. Ihnen wurden Platzverweise ausgesprochen, zudem ermittelt die Polizei nun wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs.

Im Dresdner Adressbuch vom 1943/44 ist unter der Adresse Basteiplatz 3 Fabrikdirektor Franz Schwabach der Ariston-Elka Maschinenfabrik (Chemnitzer Straße 28) aufgeführt.

Von ttr