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Polizeiticker Fakten und Spekulation – Der Fall Suzanne Eaton
Dresden Polizeiticker Fakten und Spekulation – Der Fall Suzanne Eaton
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07:27 16.07.2019
Mit diesem Bild von Suzanne Eaton wurde über Facebook nach der Dresdner Wissenschaftlerin gesucht. Quelle: Facebook/Searching for Suzanne
Dresden

Seit knapp zwei Wochen halten das Verschwinden und der Tod der Dresdner Wissenschaftlerin Suzanne Eaton die Öffentlichkeit in Atem. Die Anteilnahme ist international groß, das Interesse an dem Fall riesig. Oftmals werden dabei Fakten mit Spekulationen vermischt. Die DNN geben einen Überblick.

Die Fakten

Suzanne Eaton brach am 2. Juli in der Stadt Kolymvari auf Kreta, wo sie an einem wissenschaftlichen Kongress teilnahm, zum Joggen auf. In ihrem Hotelzimmer fehlten ihre Joggingschuhe. Von diesem Lauf kehrt die 59-jährige Biologin nicht zurück.

Zwei Tage später veröffentlicht Eatons Nichte, die sie nach Kreta begleitet hatte, eine Vermisstenmeldung auf Facebook. Eatons Ehemann, der Dresdner Max-Planck-Direktor Anthony Hyman bricht mit den beiden gemeinsamen Söhnen auf die griechische Insel auf.

Dort suchen Familie, Konferenzteilnehmer und Einsatzkräfte tagelang nach der Verschwundenen. Es kommen Drohnen, Suchhunde, Taucher und Helikopter zum Einsatz. Am Montag, 8. Juli, wird eine weibliche Leiche gut zehn Kilometer vom Tagungsort entfernt in einer unterirdischen Grotte gefunden. Der Leichnam ist nach Polizeiangaben mit einem Tuch bedeckt und die Sicht auf ihn von einer Holzpalette versperrt. Ein Zahnvergleich verschafft die traurige Gewissheit: Bei der Toten handelt es sich um Suzanne Eaton.

Die Obduktion ergibt, dass die Wissenschaftlerin gewaltsam zu Tode gekommen ist. Ein Rechtsmediziner gibt als Todesursache Ersticken an. Dem Opfer sei etwas auf Mund und Nase gepresst worden.

Eine Freundin der Familie bereitet von Dresden aus in Abstimmung mit Hyman Trauerfeier und Beisetzung vor. Wie die DNN aus dem Umfeld der Familie erfuhren, soll Suzanne Eaton in Dresden ihre letzte Ruhe finden.

Am Montagnachmittag meldeten die Deutsche Presseagentur (dpa) unter Berufung auf griechische Medien, der Fall sei aufgeklärt. Ein 27 Jahre alter Kreter habe die Tat gestanden. Er soll ausgesagt haben, er sei von dem Opfer sexuell erregt gewesen. Er habe sie mit seinem Auto angefahren und anschließend mit einem Messer verletzt. Eine offizielle Bestätigung dieser Berichte gibt es derzeit nicht.

Spekulationen

Diese Version des Tathergangs widerspricht allerdings einer offiziellen Aussage der Gerichtsmediziner vor Ort, wonach bei der Toten keine Schuss- und Stichverletzungen festgestellt worden seien. Über eine Sexualstraftat war tatsächlich in diversen Medien spekuliert worden. Zu recht – sollte sich das Geständnis als wahr erweisen. Da Eaton als Joggerin unterwegs war und ihre Wertsachen im Hotel zurückgelassen hatte, wurde Raub als Motiv als unwahrscheinlich dargestellt. Andererseits sind Menschen auch schon für ein Handy oder geringe Mengen Bargeld umgebracht worden. Gewissheit muss das Obduktionsergebnis liefern.

Bei der Obduktion sollen Hautpartikel unter den Fingernägeln des Opfers gesichert worden sein. Man geht davon aus, dass Eaton als Taekwondo-Kämpferin sich gewehrt hat. Die Polizei soll laut Medienberichten mehrere Verdächtige verhört haben. Das berichten Medien, das sagt ein Gerichtsmediziner gegenüber der Sächsischen Zeitung. Solche DNA-Spuren sollen die Ermittler zu dem 27-Jährigen geführt haben. Offizielle Bestätigungen der Ermittler gibt es für all das nicht.

Reifenspuren in der Nähe der Grotte sollen belegen, dass der Fundort nicht der Tatort ist. Auch das ist nicht unwahrscheinlich. Da die Grotte im zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht genutzt wurde, führt die Spur für einige Medien in die Neonaziszene. Eine bloße Vermutung. Das trifft auch auf die Aussage zu, Eatons Leichnam sei von oben 60 Meter tief in die Grotte gestürzt worden – dagegen spricht, dass er wie erwähnt mit einem Tuch bedeckt und vor zufälliger Entdeckung geschützt war.

Mit dem Ergebnis der Obduktion wird im Laufe der Woche gerechnet. Was die Ermittler dann preisgeben, bleibt abzuwarten.

Von DNN

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