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Polizeiticker FBI-Spezialisten diskutieren in Dresden über Kampf gegen Kriminalität im Internet
Dresden Polizeiticker FBI-Spezialisten diskutieren in Dresden über Kampf gegen Kriminalität im Internet
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15:44 26.09.2016
US-Botschafter John B. Emerson verteidigte Behörden wie das FBI, die NSA und den BND gegen Kritik. Quelle: Foto: Dietrich Flechtner
DRESDEN

Vor der Tür steht der gepanzerte Dienstwagen des US-Botschafters, das Rondell vor dem „Bellevue“ ist mit rot-weißem Band abgesperrt. Drinnen hängt die US-Flagge, Männer in dunklen Anzügen versammeln sich in einem Tagungssaal, die Presse muss in einem Nebenraum warten, bis sie im Pulk in den Saal geführt wird. Der Hotelflügel ist in FBI-Hand. Niemand kommt ungesehen herein oder heraus, wer dazugehören will, muss mindestens ein Erkennungsschild tragen, besser noch ein Abzeichen mit dem Logo der FBI-Akademie in Quantico. Die europäischen Absolventen der Akademie im US-Bundesstaat Virginia tagen bis Mittwoch in Dresden. „Herausforderung Internetkriminalität“ ist das Motto des Treffens von rund 260 Polizisten aus mehr als 30 Ländern. Getagt wird hinter verschlossenen Türen, was die Fahnder zu berichten haben über ihren Kampf gegen Netzwerke und Terroristen im Web, ist nichts für die Öffentlichkeit.

„Wir wollen uns über unsere Arbeitsweisen austauschen“, erklärt Peter Hehne, Abteilungsleiter im Landeskriminalamt von Sachsen-Anhalt und Präsident der Europa-Gruppe der Akademie-Absolventen das Treffen, das sei so etwas wie Weiterbildung. Wichtig sei außerdem die Kontaktpflege, in Dresden vor allem zu Polizisten aus Osteuropa. „Hin und wieder ist so ein persönlicher Kontakt durch nichts zu ersetzen, wenn man zum Beispiel direkt einen Kollegen in Moldavien anrufen kann“, sagt Hehne. Er selbst hat die Akademie in Quantico in den 90er Jahren besucht, in Sachsen gibt es mit dem Bautzner Polizeichef Uwe Kilz derzeit nur einen einzigen Beamten, der den elfwöchigen Kurs in Virginia absolviert hat.

US-Botschafter John B. Emerson lobte bei seiner Begrüßung die Arbeit von Behörden wie dem FBI, der NSA und dem BND. Mit Blick auf die vom Whistleblower Edward Snowden aufgedeckte NSA-Affäre sagte Emerson, man müsse mehr in die Zukunft sehen und bedenken, was Behörden wie die NSA und der Bundesnachrichtendienst in den vergangenen zehn Jahren für die Sicherheit geleistet hätten. Peter Hehne ordnete das in die aktuelle Diskussion über die Rechte der Polizei ein. „Wir sind nicht das Datensammelmonster“, stellte er fest. Er wünscht sich aber „einen breiten Diskurs über das, was Polizei in diesem Land künftig darf“. Er vermisse eine Auseinandersetzung darüber was, die Polizei beim Kampf gegen Internetkriminalität können soll und welche Werkzeuge sie dabei nutzen darf.

Neben der Internetkriminalität steht auch die Nutzung des Web durch Terroristen im Fokus der Tagung. Unter anderem lassen sich die Teilnehmer des Treffens am Mittwoch von einem Kollegen aus Paris berichten, welche Rolle das Internet bei den Attentaten in der französischen Hauptstadt gespielt hat.

Von Christoph Springer

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