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Polizeiticker Durchsuchungen wegen Schleusung und Schwarzarbeit im Raum Dresden
Dresden Polizeiticker Durchsuchungen wegen Schleusung und Schwarzarbeit im Raum Dresden
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15:36 17.07.2018
 Festnahme des polnischen Hauptverdächtigen durch Kräfte der Bundespolizei.
 Festnahme des polnischen Hauptverdächtigen durch Kräfte der Bundespolizei. Quelle: Bundespolizei
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Dresden/Heidenau

Bundespolizei und Zoll haben zur Bekämpfung von Schleusung und Schwarzarbeit mehrere Wohnungen und Geschäftsräume in Dresden und Heidenau durchsucht. Ein 49 Jahre alter Mann sei am Dienstagmorgen vorläufig festgenommen worden, teilte die Bundespolizei mit. Der Pole steht im Verdacht, Moldauer zum Arbeiten nach Deutschland geholt zu haben. Er soll den Schwarzarbeitern auch geholfen haben, sich mit gefälschten rumänischen Ausweisen hier anzumelden.

Bei den Durchsuchungen von zwei Wohnungen in Heidenau und dem Gewerbeobjekt in Dresden seien insgesamt neun Moldawier im Alter von 24 bis 43 Jahren in Gewahrsam genommen worden. Diese werden nun zurückgeschoben, da sie sich illegal im Land aufhalten, wie ein Bundespolizeisprecher auf DNN-Anfrage erläuterte. „Schleusungen, Urkundenfälschung und illegale Beschäftigung stehen immer enger miteinander in Zusammenhang“, erklärte der Ermittlungsdienstleiter der zuständigen Bundespolizeiinspektion Berggießhübel, Sven Löschner. Es zeige sich, dass die organisierte Schleusungskriminalität häufig erst der Anfang für weitere Straftaten sei.

Im Verlauf der Razzia hatte sich für die Ermittler der Hinweis auf ein weiteres Gewerbeobjekt im Dresdner Raum ergeben, das in Verbindung mit dem Hauptverdächtigen steht. Auch dort wurden Personen angetroffen, deren Aufenthaltsstatus nach ersten Ermittlungen jedoch gesetzmäßig sei, wie ein Bundespolizeisprecher mitteilte. Es blieb bei den zehn Festnahmen. Die Ermittlungen laufen weiter.

Die Bundespolizei hatte an der tschechischen Grenze seit Ende 2017 immer häufiger illegal einreisende Moldauer mit rumänischen Ausweisen erwischt, wie es auf Anfrage heißt. Seit Dezember 2017 wird gegen den 49-jährigen Polen als Strippenzieher ermittelt. Er soll die Osteuropäer nicht nur gezielt angeworben haben, sondern ihnen auch bei Behördengängen zu Einwohnermeldeämtern und Gewerbeämtern mit gefälschten rumänischen Unterlagen geholfen haben.

Moldauer dürfen derzeit für 90 Tage pro halbem Jahr visafrei nach Deutschland einreisen, wenn sie sich dort nur als Touristen aufhalten. Wer arbeiten will, braucht ein Visum. Als EU-Ausländern ist es Rumänen dagegen jederzeit möglich, nach Deutschland einzureisen und hier eine Arbeit aufzugreifen.

Von uh mit dpa