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Polizeiticker Die Bundespolizei Dresden setzt jetzt auf „Bodycams“
Dresden Polizeiticker Die Bundespolizei Dresden setzt jetzt auf „Bodycams“
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18:31 11.11.2019
Bundespolizist Rony Forke ist künftig mit einer sogenannten Bodycam unterwegs. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Ein kleines, schwarzes, verkabeltes Gerät hängt an der linken Brusttasche des Beamten der Bundespolizei. Auf dem Rücken und der Brust prangt die Aufschrift „Videoaufzeichnung“. Der Grund: Seit Montag setzt die Bundespolizeiinspektion in Dresden auf den Einsatz sogenannter „Bodycams“.

Körperkameras, das sind an der Uniformjacke der Beamten sichtbar getragene Videokameras, die Bewegtbilder aufzeichnen und in Echtzeit abspielen können. Zum einen soll die neue Ausrüstung Beweise gerichtsverwertbar dokumentieren, zum an­deren einen Rückgang von Straftaten bewirken. „Wir setzten auf die präventive Wirkung der Kameras“, sagt Rico Reuschel, Chef der Bundespolizei in Dresden. Potenzielle Straftäter sollen gar nicht erst auf die Idee kommen, sich gesetzeswidrig zu verhalten.

Die neue Bodycam der Bundespolizei Dresden ist über eine Bluetooth-Verbindung mit dem Funkgerät der Beamten gekoppelt. Quelle: Anja Schneider

Kommt es dennoch zu einer Konfrontation mit den Beamten, setzen diese künftig auf eine Art Selbstdisziplinierung. Denn: „Die Kameras zeichnen nicht nur Videomaterial auf, sondern spiegeln über das Display auch das Verhalten des Straftäters wider“, erklärt Reuschel. Somit erkenne dieser im besten Falle sein Fehlverhalten – und reguliert sich möglicherweise selbst.

Kamera muss manuell aktiviert werden

Die Kamera der Firma Motorola muss für eine dauerhafte Aufzeichnung manuell gestartet werden. Die restliche Zeit läuft sie im Bereitschaftsmodus. „Das bedeutet, dass jeweils 30 Sekunden in Dauerschleife aufgenommen und gelöscht werden“, sagt Polizeihauptkommissar Rony Forke. Wird die Bodycam in einer Gefahrensituation eingeschaltet – beispielsweise bei einem tätlichen Angriff – bleiben die ersten 30 Sekunden aus dem Bereitschaftsmodus erhalten. „Die Kamera ist zudem über eine Bluetooth-Verbindung mit dem Funkgerät der Beamten gekoppelt“, sagt Forke. Somit zeichnet sie Einsatzgespräche zwischen Beamten auf – wodurch die Arbeit ein Stück transparenter wird.

Mit 64 Gigabyte Speicherkapazität lassen sich rund vier bis fünf Stunden Material aufzeichnen. Das wird im Anschluss in eine Cloud auf einem externen Server hochgeladen – und bei Nichtverwenden nach 30 Tagen automatisch gelöscht. Den Server betreibt das amerikanische Unternehmen „Amazon“. Bedenken, sensible Polizeidaten auf den Server eines amerikanischen Unternehmens zu laden, bestehen nicht: „Die Speicherung auf der Cloud ist durch das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik rechtlich geprüft und für die Bundespolizei freigegeben“, sagt Holger Uhlitzsch, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Dresden.

Zum Einsatz kommen die Bodycams im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei. Somit also überwiegend an Bahnhöfen, in Zügen und am Flughafen. Mit der neuen Ausrüstung zieht Dresden nun mit München und Berlin gleich – dort sind Bodycams auf Bundesebene schon im Einsatz. Auf rund 400 Beamte kommen 32 Geräte.

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