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Dresden Lokales Zwei neue Sozialarbeiterinnen für Dresdens Prostituierte
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13:37 24.01.2019
Die neue Gesundheitsberatung nach dem Prostituiertenschutzgesetz ist angelaufen. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Statt Bonbons liegen Kondome in der Mitte des Tisches im Beratungszimmer der neuen Beratungsstelle Sexuelle Gesundheit der Stadt Dresden. Hier findet die neue Gesundheitsberatung nach dem Prostituiertenschutzgesetz statt. In Sachsen hat das Ausführungsgesetz für viel Protest gesorgt – Tantramasseurinnen sahen sich Vorurteilen ausgesetzt und ihre Arbeitsplätze in Gefahr.

Während einer Landtagssitzung zur Abstimmung über das Gesetz ließen Aktivistinnen „Hurenpässe“ auf die Abgeordneten regnen und wurden aus dem Saal geworfen. Sie kritisieren, durch das Gesetz würden Sexarbeiterinnen diskriminiert. Trotzdem ist das Prostituiertenschutzgesetz seit Juli in Sachsen in Kraft.

100 Sexarbeiterinnen haben sich bereits registriert

Seit ziemlich genau einem Jahr sind die Sozialarbeiterinnen Kathrin Baumgart und Franziska Jäger in der neuen Gesundheitsberatung der Stadt Dresden tätig. „Knapp 100 Sexarbeiterinnen haben sich schon registriert“, sagt Baumgart. Alle Personen, die als Prostituierte tätig sind, müssen sich nach den Vorschriften des neuen Gesetzes anmelden. Dazu zählen neben Tantramasseuren auch Sexualbegleiter, auch wenn sie sich selbst nicht als Prostituierte sehen. Von den Registrierungszahlen lassen sich keine Rückschlüsse auf die in Dresden lebenden Menschen ziehen, die im Prostitutionsgewerbe arbeiten, denn die Anmeldung nach dem neuen Gesetz ist unabhängig vom Wohnsitz in ganz Deutschland möglich.

Den von Kritikern oft „Hurenpass“ genannten Ausweis stellt das Ordnungsamt aus. Die erstmalige Ausstellung der Anmeldebescheinigung kostet die Prostituierten 35 Euro. Den Ausweis mit Bild müssen sie bei der Arbeit mit sich tragen und eventuellen Kontrolleuren zeigen.

Um den Ausweis zu bekommen, müssen die Prostituierten sich eine Gesundheitsberatung bei Baumgart oder Jäger bescheinigen lassen. „Für unter 21-Jährige ist die Teilnahme zweimal pro Jahr Pflicht, für über 21-jährige Prostituierte einmal im Jahr“, erklärt Baumgart. Rund eine Stunde dauert das Gespräch zwischen den Sozialarbeiterinnen und den Prostituierten.

Zwangslagen kann nur das Ordnungsamt melden

„Neben dem was wir vermitteln müssen, wie beispielsweise der Kondompflicht, ist da viel möglich“, erklärt die 46-jährige Baumgart. Wie jeder Mensch, haben auch Prostituierte mit besonderen Lebenslagen zu kämpfen, etwa finanzielle Sorgen oder Todesfälle in der Familie. „Je nach Problemstellung, können wir an verschiedene Beratungsstellen vermitteln“, erklärt die Sozialarbeiterin. Denn die Hauptaufgabe bleibt die gesundheitliche Beratung zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten

Dabei werden die Sozialarbeiterinnen vom Gemeindedolmetscherdienst unterstützt. „Vorwiegend sind osteuropäische Sprachen gefragt“, sagt Jäger. Aus Datenschutzgründen und damit sich die Prostituierten ohne Angst äußern können, finden die Gespräche immer unter vier Augen statt.

„Die Gespräche sind immer interessant“, erklärt Baumgart. Sexarbeiterinnen sind untereinander gut vernetzt. „Das neue Prostituiertenschutzgesetz wird unterschiedlich wahrgenommen“, berichtet Jäger aus ihren Gesprächserfahrungen. Aber Zwangslagen festzustellen und gegebenenfalls die Polizei zu informieren obliegt dem Ordnungsamt, nicht der neuen Gesundheitsberatungsstelle nach dem Prostituiertenschutzgesetz.

Ob die Meldepflicht für Prostituierte und die Pflichtberatungen Erfolg bringen und die Situation der Sexarbeiterinnen verbessert werden kann, muss sich aber erst noch abzeichnen.

Von Tomke Giedigkeit

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