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Lokales Zünslerinvasion im Dresdner Elbtal
Dresden Lokales Zünslerinvasion im Dresdner Elbtal
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11:06 01.08.2018
Raupe des Buchsbaumzünslers beim Fressen an einem Buchsbaumblatt.
Raupe des Buchsbaumzünslers beim Fressen an einem Buchsbaumblatt. Quelle: Catrin Steinbach
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Dresden

Der Buchsbaumzünsler ist weiter auf dem Vormarsch. Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) spricht jetzt von einem „massenhaften Auftreten im Dresdner Elbtal“ und warnt Gartenbesitzer vor der weiteren Ausbreitung des aus Asien eingeschleppten Insektes. Bei diesem handelt es sich um einen Kleinschmetterling.

Dessen etwa fünf Zentimeter lange, gelbgrüne Raupen fressen ausschließlich an Blättern von Buchsbäumen. „Ein derart massiver Befall wie im aktuellen Jahr kann zum Kahlfraß der ganzen Pflanzen führen. Neben den Raupen deuten Fraßspuren an Blättern, Reste von vertrocknetem Blattgewebe, Gespinste und grüne Kotkrümel auf einen Befall mit dem Buchsbaumzünsler hin“, so das Landesamt. Heimtückisch ist, dass die Raupen zunächst im Inneren der Buchsbäume fressen und der Befall erst sichtbar wird, wenn sie nach außen vorgedrungen sind. Dann sind die Buchsbäume oft schon massiv geschädigt.

Wer seine Buchs-Bestände erhalten will, muss den Zünsler frühzeitig erkennen und bekämpfen. Die Pflanzenschutzexperten des LfULG empfehlen, Buchsbäume immer wieder zu kontrollieren. „Von Einzelpflanzen können die Raupen abgelesen werden“, heißt es in einer Mitteilung. Und: „Werden Gespinste mit Raupen abgeschnitten, müssen diese zur Abtötung der Raupen in einem geschlossenen, dunklen Müllsack in die Sonne gestellt werden und größere Mengen Schnittgut mit Raupen gehäckselt werden.“

Zur Bekämpfung im Haus- und Kleingarten gebe es im Fachhandel Pflanzenschutzmittel mit den biologischen Wirkstoffen Azadirachtin und Bacillus thuringiensis. „Die Mittel sind als bienenungefährlich eingestuft worden“, so das Landesamt. „Zur Bestimmung des Bekämpfungszeitpunktes können Pheromonfallen zum Fang der Falter genutzt werden. Drei bis vier Wochen nach Flugbeginn der Falter sollte die Behandlung gegen die Jungraupen beginnen. Im Elbtal hat der Schlupf der Falter der nächsten Generation in diesen Tagen begonnen.“

Das Landesamt warnt davor, Bi 58 einzusetzen. „Dafür gibt es keine Zulassung im Haus- und Kleingartenbereich im Freiland. Wer zuwider handelt, verstößt gegen das Deutsche Pflanzenschutzgesetz und muss mit Bußgeldern rechnen.“

In der Regel treiben auch völlig kahl gefressene Büsche wieder aus. Allerdings muss man die Bäume schützen, denn der Zünsler kehrt garantiert zurück.

Von Catrin Steinbach