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Dresden Lokales Das sind die Zukunftspläne für den Zoo in Dresden
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14:31 14.01.2020
Zoo-Geschäftsführer Karl-Heinz Ukena am Flamingo-Teich mit dem Plan, der das künftige Flamingogehege zeigt. Es wird größer. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Im Dresdner Zoo wird 2020 kräftig gebaut. Größtes Projekt ist eine neue Anlage für die Flamingos. Was es sonst noch Neues gibt und warum die Orang Utans wieder außen vor bleiben, erklärt Zoo-Direktor Karl-Heinz Ukena.

Die Haltungsbedingungen der Orang Utans im Dresdner Zoo sind schlecht. Sie brauchen ein neues Gehege und viel mehr Platz. Jetzt wird im Zoo aber erst einmal für die Flamingos gebaut. Warum?

Karl-Heinz Ukena: Wir brauchen Platz für das neue Gehege der Orang Utans. Deshalb sollen die Flamingos umziehen. Sie bekommen eine neue Anlage am Ententeich zwischen Verwaltungsgebäude und Streichelzoo. Der Bauantrag ist jetzt genehmigt.

Wann soll es mit den Bauarbeiten losgehen, wie lange werden die dauern und was kostet der Bau des neuen Flamingo-Geheges?

Der Bau des neuen Geheges soll im März 2020 starten und im September 2020 abgeschlossen sein. 1,5 Millionen Euro wird das neue Gehege kosten. Die Tiere bekommen viel mehr Platz als bisher. Rund 1500 Quadratmeter wird das Gehege groß. Zudem errichten wir eine zehn Meter hohe Voliere, denn wir werden die Flügel der Flamingos nicht mehr stutzen. Die Besucher werden übrigens durch die Voliere spazieren können.

Bei der neuen, 1500 Quadratmeter großen Flamingoanlage handelt es sich um eine Voliere. Der ehemalige Ententeich muss in seiner äußeren Form aus Denkmalgründen erhalten werden. Innerhalb des Teiches werden aber verschiedene Inseln aufgeschüttet, auf denen sich die Tiere aufhalten können. Der Zuschauer wird die Anlage vom Hauptweg durch Schleusen betreten, über Brücken und kleine Inseln laufen und die Tiere beobachten können, ohne sie zu stören. Quelle: Visualisierung: Heinle, Wischer und Patner

Der Stadtbezirksbeirat Altstadt hatte vergangenes Jahr aus den Mitteln, über die er frei verfügen kann, 60.235 Euro für die Planung des neuen Orang-Utan-Hauses zur Verfügung gestellt. Wie weit sind die Planungen gediehen? Wann soll mit dem Bau begonnen werden?

Wir sind dem Stadtbezirksbeirat sehr dankbar, dass er diesen dicken Nagel ins Brett gehauen hat. Mit dem Geld können wir die Planungsleistungen bis zur Ausschreibung finanzieren. Die Planungen sollen demnächst abgeschlossen und Ende März im Zoo-Aufsichtsrat vorgestellt werden. Die Größe des Hauses wird mit der des Brandes-Hauses vergleichbar sein. Mit rund acht Millionen Euro, die das 2010 eröffnete Brandes-Haus gekostet hat, kommen wir aber nicht hin, so viel ist schon klar. Das ist schon allein den gestiegenen Preisen am Bau geschuldet. Wir wollen 2021 bis 2023 bauen.

„Wir müssen bauen, das steht außer Frage.“

Der Zoo-Freunde Dresden e.V. hat 400.000 Euro Spendengelder für den Bau des Hugoneums gesammelt. Soll die neue Schildkrötenanlage an das neue Orang-Utan-Haus angebaut oder in das Gebäude integriert werden?

In das Orang-Utan-Haus sollen noch ein bis zwei andere Tierarten mit rein. Auf jeden Fall wird das Schildkrötengehege integriert werden.

Der Dresdner Zoo wurde von einer Initiative, die sich für die Rechte und eine bessere Haltung von Menschenaffen einsetzt, wegen der aktuell schlechten Haltungsbedingungen der Orang-Utans angezeigt...

Ja, die Staatsanwaltschaft hat sich mit dem Veterinäramt in Verbindung gesetzt, wir mussten verschiedene Dinge zuarbeiten. Das Verfahren läuft.

500.000 Euro hatte der Stadtrat zuletzt aus der Liquiditätsreserve für das Zoo-Bau-Projekt bewilligt. Jetzt wird der neue städtische Haushalt für die Jahre 2021/22 verhandelt. Was ist, wenn der Bau des Orang-Utan-Hauses dort nicht berücksichtigt wird? Die Stadtratsfraktionen waren sich zumindest bei unserer letzten Umfrage nahezu einig, dass gehandelt werden muss.

Das Projekt ist gesetzt. Wir müssen bauen, das steht außer Frage. Und wir müssen vermeiden, einen Kredit aufzunehmen, den wir in den nächsten 25 Jahren abzahlen. Der Zoo ist schuldenfrei und das soll auf jeden Fall so bleiben. Wenn wir gezwungen sind, einen Kredit aufzunehmen, wäre das ein sehr, sehr schlechtes Signal für die Zukunft.

Zoo hofft auf Nachwuchs bei den Koalas

Elefantenbulle Tembo, der im November 2018 nach Dresden kam, um für Nachwuchs zu sorgen, hatte nach wie vor noch keinen Erfolg. Wie steht es mit Nachwuchs bei den Koalas?

Tembo bleibt mit Sicherheit noch zwei Jahre da. Er bekommt gutes Futter, hat kräftig zugelegt und sieht jetzt auch aus wie ein Bulle. Ihm geht es gut und er versteht sich offenbar sehr gut mit Sawu, hat sie und auch die beiden anderen Damen regelmäßig gedeckt. Man muss den Tieren einfach ein bisschen Zeit geben.

Freudig erwartet: Geburten im Zoo Dresden

Bei den Koalas gibt es leider auch noch keinen Nachwuchs. Aber das Koalaweibchen Sydney, das im April 2019 zu uns kam, wird im Februar wieder empfängnisbereit sein. Wir hoffen natürlich, dass es dann mit Nachwuchs von Sydney und Mullaya klappt.

"Sydney" knabbert an einem Blatt herum. Koala Sydney kurz nach der Ankunft im Dresdner Zoo Quelle: JOL

Warum darf Iraga, das andere Koala-Männchen, nicht zum Zug kommen?

Der Zuchtbuchführer bestimmt anhand der Genetik der Tiere, mit welchem Tier wir vorzugsweise züchten sollen.

Weiterlesen: Dresdner Zoo freut sich über frisch eingetroffenes Koala-Weibchen

Bislang hat die Pirnaer Gärtnerei Zschieschang für die Koalas im Dresdner Zoo frischen Eukalyptus produziert. Stimmt es, dass nach dem Tod der Inhaberin der Gärtnerei die Eukalyptusproduktion dort nicht weitergeht?

Dieses Jahr wird uns die Pirnaer Gärtnerei noch versorgen. Aber für die Zukunft brauchen wir einen neuen Partner. Wir sind im Gespräch mit der Dresdner Gärtnerei Rülcker.

Die große grüne Halle, in der während der Umbauarbeiten im Afrikahaus die Elefanten untergebracht waren, steht jetzt leer. Was soll mit ihr passieren?

Wir wollen sie verkaufen, denn das etwa 800 Quadratmeter große Gelände soll dem Außengehege der Elefanten zugeschlagen werden. Ein Zoo, aber auch landwirtschaftliche Betriebe haben Interesse bekundet. Das wird sich in den nächsten ein bis zwei Monaten entscheiden.

Die Preise bleiben konstant

Wie viele Besucher hatte der Zoo im vergangenen Jahr und sind Sie damit zufrieden?

884.000 Besucher hatten wir 2019 im Zoo. 40.000 Menschen haben aktuell eine Jahreskarte. Damit sind wir absolut zufrieden. Ein Jahr zuvor kamen zwar 907.000 Besucher, aber das war auch ein Ausnahmejahr. Denn wir hatten mit der Eröffnung des Afrikahauses und des neuen Pinguincafés gleich zwei besondere Magnete. Normal brauchen wir 750 000 Besucher, um wirtschaftlich hinzukommen.

Wie hoch ist der alljährliche Zuschuss der Stadt für den Zoo?

Wir bekommen 2,2 Millionen Euro Betriebskostenzuschuss. Der ist seit 17 Jahren konstant. Darauf können wir ein bisschen stolz sein, denn natürlich treffen steigende Kosten in vielen Bereichen auch uns. Wir konnten das bislang ausgleichen, weil die Zahl der Besucher enorm gestiegen ist und wir die Eintrittspreise angepasst haben. Zum Vergleich: Vor 17 Jahren hatten wir 440.000 Besucher, ein Erwachsenen-Ticket kam damals 6 Euro. Aktuell hatten wir wie erwähnt 884.000 Besucher, ein Erwachsenenticket kostet 12 Euro. Hinzu kommt ein freiwilliger Artenschutzeuro.

Bleiben die Zoo-Eintrittspreise 2020 konstant?

Ja.

Wie viele Euro haben die Zoobesucher im vergangenen Jahr für den Artenschutz gespendet und welche Projekte werden damit unterstützt?

Das Geld soll verschiedenen Artenschutzprojekten auf der Welt zugute kommen. Acht haben wir ausgewählt. Darunter ist das Bergwiesen-Schutzprojekt Erzgebirge, aber zum Beispiel auch ein Programm, das sich dem Schutz von Orang Utan, Tigern und Elefanten auf Sumatra widmet. Viele Zoobesucher haben einen Artenschutzeuro gespendet. Insgesamt sind 350.000 Euro zusammengekommen. Wie wir das Geld auf die Projekte verteilen, darüber wird der Aufsichtsrat entscheiden.

Woher kommt das Gros der Besucher des Dresdner Zoos?

Rund 60 Prozent der Besucher kommen aus Dresden und einem Umkreis von 50 Kilometern. Deutlich zugenommen hat die Zahl der tschechischen Gäste. Das sind sehr angenehme und sehr interessierte Gäste. Wir haben deshalb jetzt ein Zooinformationsblatt in Tschechisch herausgebracht.

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Von Catrin Steinbach

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