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Lokales Zoo Dresden erhöht Eintrittspreise um Spendeneuro
Dresden Lokales Zoo Dresden erhöht Eintrittspreise um Spendeneuro
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16:49 17.12.2018
Zoochef Karl-Heinz Ukena (l.) und Thomas Brockmann präsentieren im Afrikahaus des Zoos Dresden den Artenschutzeuro. Elefantenbulle Tembo betrachtet sich das Treiben der beiden aus sicherer Entfernung. Quelle: Uwe Hofmann
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Dresden

Ab Dienstag erhebt der Zoo Dresden einen Artenschutzeuro von seinen Besuchern. Ein Euro wird an der Zookasse auf jedes Einzelticket automatisch draufgeschlagen, drei Euro sind es bei Familienkarten und Jahreskarten. Mit dem Geld sollen Artenschutzprojekte finanziert werden. Wer die Spende nicht zahlen will, muss an der Kasse widersprechen. Zoochef Karl-Heinz Ukena spricht trotz der eigenwilligen Prozedur von einer freiwilligen Spende. Für deren Einführung hat man triftige Gründe.

Ab dem 18. Dezember wird an der Kasse des Dresdner Zoos für den Artenschutz um eine Spende gebeten. Mit dem Geld sollen Schutzprojekte finanziert werden für Arten, die alle auch im Dresdner Zoo gehalten werden.

In jedem Zoo gehe es um Tiere, sagt Thomas Brockmann, zoologischer Assistent. Das sei in Dresden nicht anders. „Die Besucher kommen hierher, um sich Tiere anzusehen“, bringt er das auf den Punkt. Der Zoo fühle sich deshalb verantwortlich für deren Überleben, und nicht nur der in den Gehegen lebenden Exemplare. In Zeiten von Klimawandel und schwindender Artenvielfalt sei es „Aufgabe der Zoos“, etwas zu unternehmen. In Basel und Leipzig sieht man das ähnlich, dort gibt es den Artenschutzeuro schon. Und auch in Dresden hat man schon länger Spenden gesammelt, etwa für den Artenschutz von Humboldtpinguinen und Schneeleoparden.

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„Da sind aber jährlich so zwischen 3000 und 5000 Euro zusammengekommen“, sagt Zoochef Ukena. Mit dem Artenschutzeuro hofft man auf ein viel größeres Aufkommen. 150 000 Euro hat man für das Jahr 2019 kalkuliert – eine zurückhaltende Schätzung. „Wenn es richtig gut läuft, wird es mehr, ansonsten freuen wir uns über diese Summe“, sagt Ukena. Zum Vergleich, in Leipzig sind aufs Jahr gerechnet um die 650 000 Euro zusammengekommen. „Der hat allerdings deutlich mehr Besucher als wir mit unseren knapp 900 000“, dämpft Ukena Erwartungen. Rund 1,65 Millionen waren es 2017 in Leipzig.

Dort wird allerdings nach einem anderen Modell gezahlt. An der Kasse fragt das Personal, ob der Besucher einen Artenschutzeuro zahlen will. Um die 60 Prozent der Besucher stimmen zu, hat man in Dresden gehört – und gegen dieses Verfahren entschieden. „Da muss sich unser Personal an der Kasse ja den Mund fusselig reden, wenn die jeden Besucher fragen müssen“, begründet Ukena. Deshalb wird das Baseler Modell angewandt: Der Euro wird automatisch aufgeschlagen, wer nicht zahlen will widerspricht. Zahlungsquote in Basel: knapp 90 Prozent.

Es dürfte einiges mehr zusammenkommen als die kalkulierten 150 000 Euro, wenn das in Dresden auch so ist. Dieses Geld wird auf acht Artenschutzprojekte verteilt, die auf dem ganzen Globus aktiv sind, eines davon auch im Osterzgebirge. Gewählt wurden nur Projekte, die auch mit Tierarten zu tun haben, die im Zoo zu sehen sind. Wie genau sie gefördert werden, darüber entscheidet ein Fachrat auf Vorschlag der Zooleitung. Klar ist jedoch: Jeder Artenschutzeuro wird an die Projekte gespendet. Man habe sich bewusst gegen eine gemischte Verwendung entschieden, bei der etwa die Hälfte des Artenschutzeuros dem Zoo und die andere dem Artenschutz zugute kommt, sagt Ukena.

Eingeführt wird der Spendenaufschlag mit Absicht in der „Saure-Gurken-Zeit“, wie der Zoochef sagt. „Dann können sich die Abläufe in Ruhe einspielen.“ Bevor die besucherstarke Zeit beginnt, will man um Ostern noch einmal auf den Artenschutzeuro aufmerksam machen. Außerdem sollen die Preistafeln und Aufsteller Aufklärung bieten.

Service Zoo Dresden

Adresse: Tiergartenstraße 1, Tel. 47 80 60

Öffnungszeiten: 8.30-16.30 (Winteröffnungszeit); 24./31. Dezember bis 15 Uhr geöffnet und 14 Uhr Kassenschluss, sonst 45 Minuten vor Schließung Kassenschluss

Eintrittspreise: 12 Euro, Kinder (drei bis 16 Jahre) 4 Euro, ermäßigt 8 Euro (Schüler, Studenten, Auszubildende, Schwerbehinderte); Familien (zwei Erwachsene, vier Kinder) zahlen 30 Euro, Gruppen (Erwachsene und Kinder ab zehn Personen) zahlen 9 Euro je Erwachsenem und 2 Euro je Kind; Montags kostet der Eintritt für Erwachsene 8 Euro (außer an Feiertagen und bei Veranstaltungen)

Jahreskarten: 35 Euro, 18 Euro für Kinder, 24 Euro für Ermäßigte und 80 Euro für Familien

Artenschutzeuro: 1 Euro wird auf jede Einzelkarte aufgeschlagen, auf Familien- und Jahreskarten 3 Euro. Wer das nicht möchte, kann an der Kasse widersprechen. Kita- und Schulgruppen sind ausgenommen.

Eine Erhöhung der seit 2013 stabilen Eintrittspreise ist laut Zoo Dresden nicht geplant.

Von Uwe Hofmann