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Lokales Neue Tiere im Zoo Dresden: Hunde mit Riesenohren sind jetzt zu sehen
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Zoo Dresden: Neue Tiere zu sehen

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07:00 21.06.2021
Einer der beiden neuen Bewohner im Dresdner Zoo.
Einer der beiden neuen Bewohner im Dresdner Zoo. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Besucher im Zoo Dresden können jetzt endlich die zwei Neuankömmlinge aus dem Zoo Magdeburg sehen: Löffelhunde. Dabei handelt es sich um Wildhunde, die ursprünglich in der afrikanischen Savanne zu Hause sind. Besonderes Kennzeichen der Tiere, die etwas kleiner sind als unser einheimischer Rotfuchs, sind die Riesenohren. Mit ihren schwarzen Knopfaugen sehen die Jungtiere possierlich aus.

Von vielen Tieren etwas

Die Form und Größe der Ohren erinnern an eine Fledermaus, die Fellzeichnung am Kopf an einen Waschbären, der Körperbau mit dem buschigen Schwanz an einen hochbeinigen Fuchs. Im Englischen heißen die unverwechselbaren Tiere deshalb auch bat-eared fox, im Französischen Renard à oreilles de chauve-souris, was so viel heißt wie Fledermausohrfuchs.

Geboren wurden die beiden Löffelhunde vor rund einem Jahr im Zoo Magdeburg auf der Außenanlage der Elefanten, mit denen die Tiere dort vergesellschaftet sind. Hier in Dresden haben die Löffelhunde, die die Tierpfleger Attila und Ulti getauft haben, ein Gehege für sich.

Dieser Löffelhund sitzt unmittelbar an der Mauer und fällt nur aufmerksamen Zoobesuchern auf. Quelle: Dietrich Flechtner

Zoobesucher sind den Brüdern noch suspekt

Wer die beiden Brüder sehen will, muss aber etwas Ruhe und Geduld aufbringen (und vielleicht ein Fernglas mitbringen). Denn momentan sind die Tiere sind noch sehr scheu. Zwar trauen sie sich mittlerweile ins Außengehege, das sich neben dem der Ponys befindet. Aber die Zoobesucher sind den beiden Löffelhunden offenbar noch sehr suspekt. So halten sie sich eher im hinteren Teil auf und beäugen alles aus sicherer Entfernung.

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Nach ihrer Ankunft in Dresden zu Ostern blieben Attila und Ulti zunächst mehrere Wochen hinter den Kulissen. „Sie sollten sich erst einmal an ihre neue Umgebung und die Tierpfleger gewöhnen und das Haus als sicheren Ort wahrnehmen“, erklärt Wolfgang Ludwig, der Zoologische Leiter.

Vertrauen zu den Tierpflegern ist wichtig

Raubtierpflegerin Annka Lewertoff war der erste Mensch, den die beiden Löffelhunde näher kennenlernten. „Ich habe mir in den ersten Wochen viel Zeit für die beiden genommen, bin im Gehege sitzengeblieben, wenn sie ihr Fressen bekamen, habe mit ihnen gesprochen. Es hat eine Weile gedauert, aber jetzt ist das Eis gebrochen und sie haben Vertrauen gefasst. Das ist wichtig, denn die Tiere sollen ja hier nicht in Angst leben“, erklärt sie. Und der Zoologische Leiter ergänzt: „Die Tierpfleger sollen eher Freunde für die Tiere sein. Denn wenn diese mit den Menschen hier schlechte Erfahrungen machen, ist das auch schlecht für die Besucher. Denn die Wildtiere würden sich nie blicken lassen, wenn irgendwo Menschen sind.“

Tierpflegerin Annka Lewertoff mit Heuschrecken als Futter. Quelle: Dietrich Flechtner

Mittlerweile können Annka Lewertoff und ihre Kollegen die Zwillinge gut unterscheiden. „Attila ist ein bisschen pummeliger als der eher schmale Ulti, der wiederum viel mehr Schwarz an den Ohren hat“, erklärt sie. Zudem sei Attila der Ruhigere und Mutigere. „Er war auch der erste, der in meiner Anwesenheit gefressen hat. Ulti war vor allem am Anfang sehr zurückhaltend, hat geknurrt und die Riesenohren so weit zurückgelegt, so dass sie gar nicht mehr zu sehen waren.“

Mit großen Löffeln kann man besonders gut hören

Löffelhunde haben ihre riesigen Ohren nicht von Ungefähr. Zum einen können sie in ihrer trockenen heißen Heimat über ihre „Löffel“ überschüssige Körperwärme abstrahlen. Außerdem hören sie hervorragend. Das hilft ihnen bei der Suche nach Insekten wie Termiten, von denen sie sich hauptsächlich ernähren.

Das Graben in der Erde nach Insekten liegt Attila und Ulti im Blut. Das haben auch die Tierpfleger schon festgestellt. Aber die Löffelhunde würden nur fünf bis zehn Zentimeter tief buddeln, weiß Annka Lewertoff. Dass die Tiere so ins Freie gelangen, die Befürchtung haben die Zoomitarbeiter nicht. Zum einen seien die Außenmauern des Geheges tief gegründet. Und so tiefe Löcher zu graben brauche Zeit. „Das würden wir merken.“

Von Natur aus seien Löffelhunde eher nachts aktiv. „Tagsüber dösen sie gerne vor sich hin“, so die Raubtierpflegerin. „Wir versuchen das mit der Fütterung so zu managen, dass sie auch tagsüber mal aktiv sind.“

Die Ohren des Löffelhundes erinnern an eine Fledermaus, die Fellzeichnung am Kopf an einen Waschbären, der Körperbau mit dem buschigen Schwanz an einen hochbeinigen Fuchs Quelle: Dietrich Flechtner

Banane beliebte Leckerei

Gefüttert werden gekochtes und durchgedrehtes Rind- und Hühnerfleisch (“gekochtes Fleisch vertragen sie besser“), Mäuse und natürlich Insekten wie zum Beispiel Wanderheuschrecken. Ebenso stehe Obst auf dem Speiseplan. „Besonders Banane mögen Attila und Ulti sehr“, so die Erfahrung von Annka Lewertoff. Aber diese Leckereien gebe es wegen des Zuckergehaltes nur in sehr geringen Mengen.

Eigentlich wollte der Dresdner Zoo ja ein Löffelhundpärchen haben, um züchten zu können. Aber mit einem Weibchen hat es noch nicht geklappt. „Die Population der Löffelhunde in Zoos ist sehr klein und demzufolge ist auch der Nachwuchs zahlenmäßig sehr begrenzt“, erklärt der Zoologische Leiter. Da heißt es warten.

Von Catrin Steinbach