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Lokales Zoff ums 365-Euro-Ticket in Dresden
Dresden Lokales Zoff ums 365-Euro-Ticket in Dresden
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21:16 18.04.2019
Symbolbild Quelle: Archiv/dpa
Dresden

In der Debatte um die Einführung eines 365-Euro-Jahrestickets für Bus und Bahn in Dresden mehren sich die kritischen Stimmen. Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) haben nun ausdrücklich vor den Folgen der von CDU und Linken aufgemachten Forderung ge­warnt. Auch der Grünen-Stadtrat und Verkehrspolitiker Johannes Lichdi weist die Ideen zurück und wirft den politischen Mitbewerbern Populismus vor.

In einer Untersuchung ha­ben die Verantwortlichen der Verkehrsbetriebe mögliche Effekte des an das so genannte Wiener Modell angelehnten Tickets checken lassen. Ergebnis: Eine Senkung des Ticketpreises würde demnach „zu keiner erheblichen Nachfragesteigerung“ führen, zu­gleich den Verkehrsbetrieben al­lerdings drastische Einnahmeverluste in Millionenhöhe be­scheren und damit den dringend nötigen Ausbau des bisherigen Angebots gefährden.

Aktuell zahlen Nutzer der Abo-Monatskarte rund 620 Euro im Jahr. CDU und Linke wollen nach dem Wiener Vorbild Nahverkehr für ei­nen Euro am Tag – also für 365 Euro im Jahr – ermöglichen. Nach Berechnungen der DVB würde das zu ei­nem Verlust von 27 bis 32 Millionen Euro bei den Einnahmen führen.

Der Ef­fekt auf die Fahrgastbilanz wäre demnach jedoch vergleichsweise mo­derat. Die Verkehrsbetriebe rechnen mit sechs bis zehn Millionen zusätzlichen Fahrgästen. Aktuell werden schon jetzt mehr als 160 Millionen Fahrgäste jährlich gezählt – Tendenz steigend. Der Nahverkehr müsse laut DVB eine langfristige stabile und sichere Finanzierungsgrundlage haben, um auf die absehbaren Entwicklungen reagieren zu können. „Das ist bei ei­nem 365-Euro-Ticket riskant. Priorität einer wachsenden Stadt hat der Angebotsausbau“, so die Auffassung der Verantwortlichen der DVB.

Die Verkehrsbetriebe verweisen darauf, dass die aktuellen Preise von den Fahrgästen durchaus akzeptiert werden – im Gegenzug aber vor al­lem der Ausbau des Angebots gefordert wird. Zugleich wird auf praktische Probleme bei der Rabattierung verwiesen – wie etwa auf die Einbindung des günstigen Jahrestickets in das Tarifgeflecht des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO).

Genau aus diesen Gründen ist auch der Verkehrspolitiker Johannes Lichdi von den Vorstößen von Union und Linken nicht überzeugt. „Ich halte das für Geldverbrennen oh­ne wirkungsvolle Effekte“, erklärt der Grünen-Stadtrat. Stattdessen regt er an, endlich ein Bildungsticket für 15 Euro im Monat einzuführen – quasi eine Monatskarte für Kinder und Jugendliche zum Sparpreis.

Zuletzt war dieses Ansinnen auf der landespolitischen Ebene einmal mehr auf der Strecke geblieben. Ein Alleingang in Dresden hält Johannes Lichdi allerdings durchaus für machbar. Die Kosten seien anders als bei dem 365-Euro-Ticket überschaubar, argumentiert der Politiker, der da­rin auch eine sozialpolitische Maßnahme sieht. Jungen Menschen würde mehr Teilhabe ermöglicht, al­len voran die Familien mit mehreren Kindern werden entlastet.

Bei der Finanzierung setzt Johannes Lichdi ei­ner­seits auf die drei bis vier Millionen Euro aus der ohnehin schon bestehenden Schülerbeförderung, der Rest ließe sich über die Er­höhung der Parkgebühren finanzieren. Eine Stunde Parken in Dresden sei deutlich günstiger als eine Stunde Bus oder Bahn fahren – eine nicht hinnehmbare Ungleichbehandlung. Johannes Lichdi empfiehlt eine Er­höhung der Gebühr auf 2,50 Euro je Stunde. Zuletzt hatte auch DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach we­gen dieser ungleichen Behandlung heftige Kritik geübt.

Die Forderung nach dem 365-Eu­ro-Ticket hatte sich zunächst die Un­ion mit ins Wahlprogramm geschrieben. Das forderte wiederum die Linke heraus, die die CDU beim Wort nehmen will – und einen Antrag für den Stadtrat präsentierte. Der sieht vor, noch vor der Stadtratswahl am 26. Mai die Einführung des Tickets auf den Weg zu bringen. Mit ihren Stimmen könnten CDU und Linke den Antrag tatsächlich gemeinsam durchdrücken. Allerdings hatten die Christdemokraten diesem Vorgehen be­reits eine klare Absage erteilt. Das Thema sei viel zu ernst und komplex, um es noch vor der Wahl übers Knie zu brechen, so der CDU-Verkehrsexperte Gunter Thiele.

Von Sebastian Kositz

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