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Lokales Zellescher Weg soll vier Spuren behalten
Dresden Lokales Zellescher Weg soll vier Spuren behalten
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16:13 16.05.2019
Der Zellesche Weg soll vierspurig bleiben. Quelle: Jürgen M. Schulter
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Dresden

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau hat am Mittwochabend mit den Stimmen von CDU, FDP, Bürgerfraktion und AfD einen vierspurigen Ausbau des Zelleschen Weges beschlossen. Damit hat der Ausschuss den Beschluss der damaligen rot-grün-roten Stadtratsmehrheit aus dem Jahr 2016, die Verkehrsachse mit zwei überbreiten Fahrspuren auszubauen, kassiert.

Die Fronten im Ausschuss waren verhärtet, beide Seiten beharrten auf ihren Positionen. „Wir sind zur Vorzugsvariante der Stadtverwaltung zurückgekehrt“, erklärte Gunter Thiele, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Er habe eine komplette Neuplanung des Zelleschen Weges andiskutieren wollen. „Aber dazu bestand keine Bereitschaft.“

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Er sei nach wie vor dazu bereit, die Verwaltung mit neuen Planungen zu beauftragen, so Thiele. Im Beschluss zum vierspurigen Ausbau wurde als Ergänzung der Auftrag an die Verwaltung aufgenommen, in einer Simulation verschiedene Varianten gegenüberzustellen. Der Stadtrat hat auf seiner Sitzung am 6. und 7. Juni das letzte Wort zum Zelleschen Weg.

Grünen-Verkehrspolitiker Johannes Lichdi sprach von einem „Schlag ins Gesicht aller Universitätsangehörigen“. „Trotz des überwältigenden Protests von über 5000 Dresdnern, die sich für einen campusverträglichen Ausbau des Zelleschen Wegs eingesetzt haben, hat die schwarzblaugelbe Mehrheit ihre Vierspurvariante durchgeprügelt.“ Die rechten Fraktionen würden die Interessen von Radfahrern, Fußgängern und die Schönheit der Stadt einseitig dem Autoverkehr opfern.

Der Studentenrat der Technischen Universität kritisierte in einer Erklärung den Ausschussbeschluss. „Es wurden Fakten geschaffen, statt nach einem Kompromiss zu suchen“, erklärte David Färber vom Studentenrat. Er verwies darauf, dass Universitätsleitung, Generaldirektion der Sächsischen Landesbibliothek – Universitätsbibliothek und der Studentenrat den vierspurigen Ausbau ablehnen.

Von Thomas Baumann-Hartwig