Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Wucher und Betrug – Schlüsseldienst verlangte 733 Euro
Dresden Lokales Wucher und Betrug – Schlüsseldienst verlangte 733 Euro
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:55 22.05.2019
Der Prozess wird fortgesetzt. Quelle: dpa/Volker Hartmann
Dresden

„Schwarze Schafe“ ruinieren oft den Ruf einer ganzen Branche. Schlüsseldienste sind dafür wohl das beste Beispiel. Da gibt es korrekt arbeitende Handwerker – und Ganoven. Soufian L. aus Essen soll ein unseriöser Abzocker sein. Wegen gemeinschaftlichen Betrugs und gewerbsmäßigem Wucher stand er am Dienstag vor dem Amtsgericht. Er soll die Notlage eines Mannes ausgenutzt und einen weit überhöhten Preis für seine Arbeitsleistung gefordert haben.

War Soufian L. der Handwerker?

Am 23. September 2017, ei­nem Sonnabend, war einem 61-Jährigen beim Aufschließens seiner Wohnung der Schlüssel abgebrochen. Knut F. rief seine Frau an, die auswärts war, und die organisierte online einen Schlüsseldienst. Nach 45 Minuten sei der Angeklagte mit einem Begleiter aufgetaucht, habe die Tür geöffnet und dafür 733,51 Euro verlangt. Laut Anklage habe dies nach den Richtlinie des Verbandes der Metaller maximal 300 Euro kosten dürfen.

„Ich war gar nicht vor Ort“, sagte der Angeklagte. Er habe von Essen aus nur Dienstleistungen von Handwerkern vermittelt, erklärte er zunächst. Später gab er an, die EC- Abrechnungsgeräte, mit denen die Schlüsseldienste vor Ort kassieren, deutschlandweit zu vermieten. Wie viel er dafür bekommt und wie das Ganze genau funktioniert, wollte er nicht sagen. Ein Gerät, da war er sich sicher, habe er an einen Bekannten, einen Herrn H. vermietet und der habe auch die Dienstleistungen bei Knut F. erbracht. Nur hatte der 61-Jährige den Angeklagten eindeutig auf der Lichtbildvorlage der Polizei identifiziert, obwohl da ein Foto von Herrn H. dabei war. Er erkannte Soufian L. auch im Gericht wieder.

Aufgeregt, hilflos und überfordert

„Ich wollte eigentlich, dass er mir nur das Schloss aufbricht und kein Neues einbaut. Ich wollte mir selbst eins kaufen, weil das billiger ist. Aber er sagte, das macht er nicht und da habe ich zugesagt.“ Über die Kosten des „Eingriffs“ wurde nie gesprochen: Er habe nicht gefragt und Soufian L. habe nichts gesagt. Knut F. zahlte vor Ort per EC-Karte und bekam erst dann die Rechnung, das Kleingedruckte darauf hat er auch nicht gelesen.

Der 61-Jährige war aufgeregt, hilflos und überfordert und hat sich wohl übertölpeln lassen. Als ihm später aufging, wie teuer das war, schrieb er Briefe an die beiden auf der Rechnung ausgedruckten Adressen und forderte Geld zurück, bekam keine Antwort und ging zur Polizei. Die nahm Kontakt mit den Behörden in Essen auf. „Die sagten uns, dass es da schon einige Anzeigen gebe“, erklärte ein Dresdner Beamter im Gericht. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

Lange war über rechtliche Fragen rund um die Milliarden des Bundes für die Digitalisierung der Schulen in Deutschland gestritten worden. Jetzt soll es ganz schnell gehen. Der Freistaat legte jetzt die Zahlen vor, was welcher Schulträger bekommt. Ein dicker Brocken entfällt auf Dresden.

22.05.2019

Aus dem Karstadt ist sie zu Weihnachten ausgezogen, das Hilton folgt nun Ende Mai: Die Porzellanmanufaktur Meissen bündelt ihre Verkaufsaktivitäten am Dresdner Neumarkt. Am Beginn der Prager Straße fehlt es nun an Glanz. Denn wo einst Luxusporzellan effektvoll angeleuchtet wurde, stehen im Karstadt nun Koffer im Schaufenster.

22.05.2019

Nach dem Erfolg in Berlin mit einer Viertelmillion Teilnehmern will die Initiative nun für Ende August in der Landeshauptstadt ein deutliches Zeichen für Solidarität und gegen Ausgrenzung setzten. Der Ort und der Zeitpunkt sind ganz bewusst gewählt.

23.05.2019