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Lokales Wohnungsbau: Der erste Investor kehrt Dresden den Rücken
Dresden Lokales Wohnungsbau: Der erste Investor kehrt Dresden den Rücken
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06:34 22.11.2019
Direkt an der Kreuzkirche entsteht das Wohnquartier am Altmarkt. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Der Hamburger Projektentwickler Revitalis Real Estate AG hat angekündigt, keine weiteren Investitionen in Dresden zu tätigen. „Wir haben es zunehmend mit Themen zu tun, die für uns schwierig sind“, erklärte Jan-Oliver Meding, Vorstand des Unternehmens. So sei die mit rot-grün-roter Mehrheit im Stadtrat beschlossene kooperative Baulandentwicklung ein Grund für die Zurückhaltung. „Wenn man wie wir im Mietwohnungsbau tätig ist, lässt sich das schwer finanzieren“, so Meding.

Quote als überzogen kritisiert

Die kooperative Baulandentwicklung verpflichtet private Investoren, in Baugebieten, für die ein Bebauungsplan erforderlich ist, einen Anteil von 30 Prozent Sozialwohnungen zu errichten. Die private Bauwirtschaft hatte im Vorfeld des Beschlusses die Quote als überzogen kritisiert.

Drei bis fünf Jahre bis zum Baurecht

Ein weiterer Grund für den Ausstieg von Revitalis seien die schleppenden Genehmigungsverfahren in Dresden, so Meding. „Es dauert hier drei bis fünf Jahre, bis wir Baurecht haben. Das ist für uns zu lange.“ Die Revitalis besitze in Dresden noch zwei Grundstücke. „Für diese verfolgen wir aktuell keine Pläne. Wir schauen uns die politischen Entwicklungen an und entscheiden dann.“

Erster Privater mit Sozialwohnungen

Der Projektentwickler hat in Dresden drei Vorhaben realisiert, darunter die Bebauung der innerstädtischen Brachfläche „Wiener Loch“ am Hauptbahnhof sowie zwei Wohnungsbauvorhaben an der Schweriner Straße im Zentrum. Für ein viertes Vorhaben feierte Revitalis am Dienstag Richtfest: Im Wohnquartier am Altmarkt entstehen 213 Wohnungen.

Der Rohbau steht: Im Wohnquartier am Altmarkt entstehen 213 Mietwohnungen, darunter 32 Sozialwohnungen. Quelle: Anja Schneider

Mit dem Grundstückskauf hatte sich der Projektentwickler verpflichtet, eine Quote von 15 Prozent Sozialwohnungen zu schaffen – 32 geförderte Wohnungen entstehen in dem Gebäude.

Dabei kam Revitalis eine Vorreiterrolle zu – es war das erste private Unternehmen in Dresden, das Mittel aus dem Förderprogramm des Freistaats für den sozialen Wohnungsbau in Anspruch nahm. „Als wir verhandelt haben, steckte das Programm in den Kinderschuhen. Das war nicht einfach“, erinnerte sich Meding.

Hauskapelle bleibt erhalten

Die Wohnungen in dem Neubau in unmittelbarer Nähe zu Kreuzkirche und Rathaus sollen im Spätsommer 2020 fertig sein. Der studierte Architekt Meding zeichnet mit seinem Büro auch für die Architektur des Gebäudes verantwortlich. „Wir sind stolz darauf, den Fassadenwettbewerb gewonnen zu haben.“

In dem Wohnkomplex wurde eine kleine Hauskapelle des ehemaligen Pastorats der Kreuzkirche erhalten. Der etwa 50 Quadratmeter große Raum im Kellerbereich soll der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, beispielsweise zum Tag des offenen Denkmals, kündigte Meding an.

„Wir freuen uns, dass wir diesen Teil der Stadt komplettieren und mit Leben erfüllen können“, erklärte Revitalis-Prokurist Alexander Scholz. „Hier werden einmal mehr als 1000 Menschen wohnen.“ Scholz lobte das Straßen- und Tiefbauamt für die gute Zusammenarbeit. Auf der Baustelle geht es wegen der innerstädtischen Lage sehr beengt zu. Das Amt habe unkompliziert für Baufreiheit gesorgt.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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